Ja, Sie haben richtig gelesen und nein, das ist keine maßlose Übertreibung. Mit dem Auslaufen der letzten nationalen Frequenz eines Privatsenders, Class FM, sind jetzt bis in alle Ecken des Landes nur noch die vier Staatssender Kossuth, Petőfi, Dankó und Bartók zu empfangen. Im Image vielleicht mit dem Versuch der Differenzierbarkeit versehen, sind sie jedoch eines ganz sicher: auf Regierungslinie. Und so bleibt dem geneigten Hörer nichts, als sich an die „schöne alte Zeit“ um 1991 zu erinnern, als die Radiowelt in Ungarn sich langsam gegenüber privaten Sendern öffnete. Aber auch an anderer Stelle grüßt nicht etwa das Murmeltier, sondern die längst vergangen geglaubte Vorwendezeit.

Der Blog kettosmerce.hu postete auf Facebook ein Bild, bei dessen Betrachtung einigen Lesern sicherlich das Lachen im Halse stecken geblieben sein mag.

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Damals und heute: Dem Blog kettosmerce.hu sind da gewisse Gemeinsamkeiten zwischen dem Regime in 1986 und dem in 2016 aufgefallen.

Eine kleine Gegenüberstellung frei nach dem Motto „damals und heute“ zeigt auf, wo Ungarn im Jahre 2016 steht. Auf der Checkliste finden sich neben den Punkten „Nur staatliche Radiosender haben landesweite Frequenzen“, „Es kann nur aus staatlichen Lehrbüchern gelernt werden“ und „An der Grenze steht ein Zaun“ auch „Wenn Du zur Staatspartei gehörst, gelten Gesetze nicht für dich“ und „Moskau diktiert, aber alle emigrieren gen Westen“.

Um die Medienwelt ist es tatsächlich spätestens seit der Schließung der Népszabadság und der Ausbreitung des Vajna-Habony-Medienimperiums nicht sonderlich gut bestellt. Aber zumindest im Fernsehen kann sich der Zuschauer noch dem naiven Glauben hingeben, selbst wählen zu können. Oder etwa nicht? Der Karikaturist Marabu hat dazu eine klare Vorstellung: „Ach ja, Herr Professor. Nach der neuen Verordnung mussten die Vajna-Sender auf die ersten Sendeplätze gelegt werden, die Herztöne sind erst ab Kanal 20 zu finden.“

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