Orbán betonte, er betrachte die Migranten als Opfer, die von ihren eigenen Regierungen, den Schleppern und der einladenden Politik Europas betrogen wurden. Ungarn steht für alle Serben offen, die hier arbeiten, handeln, investieren oder nur Urlaub machen wollen. Zu den bilateralen Beziehungen merkte er an, die politischen Rahmenbedingungen seien niedergelegt, weshalb die wirtschaftliche Zusammenarbeit nunmehr in eine pragmatische Phase eintreten könne. Er gehe davon aus, dass Serbien vor einem großen Aufschwung steht.

Ungarn habe gute und schlechte Erfahrungen mit ausländischen Investoren gemacht; die guten mit jenen Investoren, die ihre langfristig nachhaltigen Pläne mit der ungarischen Wirtschaftsstrategie abstimmten, und von den Ungarn akzeptiert wurden. Ungarn wolle in diesem Sinne in Serbien nur auf jenen Gebieten investieren, wo es den Interessen des Gastlandes diene. Serbien erhält heute Erdgas via Ungarn, die Versorgungssicherheit sei noch in keinem Winter in Gefahr geraten, betonte Orbán. Erneut bot er dem südlichen Nachbarn die Möglichkeit an, Gasreserven in den riesigen ungarischen Gasspeichern anzulegen.

Nach den Präsidentschaftswahlen in den USA bittet Orbán um mehr Bescheidenheit, Empathie und Verständnis in der internationalen Politik. Es sei zutiefst beleidigend, wenn manche mit dem Anspruch der moralischen Überlegenheit einzig den eigenen Standpunkt zu Migration, Nation und Familie gelten lassen wollen. Er hoffe, dass die Jacke nun neu geknöpft werden könne und diese Art einer geistigen Unterdrückung ein Ende findet.

Serbien hat in den letzten zwei Jahren enorme Fortschritte gemacht, die Bürokratie gesenkt und Geschäftsabschlüsse beschleunigt, erklärte Ministerpräsident Aleksandar Vucic (r.). Für 2017 ist ein Wirtschaftswachstum von 3,5% vorgesehen, künftig strebe man an, den ungarischen Entwicklungsstand zu erreichen. Der größte Vorteil seines Landes seien die billigen, qualifizierten Arbeitskräfte.

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