Robert Bosch ist in Ungarn mit neun Gesellschaften und etwa 12.000 Arbeitnehmern vertreten. Nicht zuletzt auch durch das breite Spektrum an Aktivitäten der Bosch-Gruppe und ihre nach wie vor dynamische Entwicklung ist sie einer der bedeutendsten Arbeitgeber des Landes. Besonders zu erwähnen ist auch der hohe Anteil an Beschäftigten mit tertiärer Ausbildung und die besondere Bedeutung der Forschung und Entwicklung von Bosch in Ungarn.

Der Bosch-Manager konnte aus verschiedenen Perspektiven zeigen, dass es mehr als ein Job, nämlich eine persönliche Sache ist, bei Bosch zu arbeiten. Dies wurde schon bei der kurzen Darstellung der Unternehmensgeschichte und der Unternehmensmission deutlich: „Wenn wir zwölf Stunden arbeiten, wissen wir, dass es für einen guten Zweck ist.“ Denn die erwirtschafteten Gewinne kommen der mit 92 Prozent beteiligten Robert Bosch-Stiftung zu Gute, die gemeinnützige Zwecke verfolgt. Von da aus schien es auch den Zuhörern ganz natürlich, dass Pareja auch beim Thema Management in einem globalen Unternehmen ganz den Menschen und seine Motivation in den Mittelpunkt stellte.

Das Unternehmensmotto „Technik fürs Leben“ lässt sich so nicht nur mit Blick auf die Kunden, sondern auch auf die Mitarbeiter verstehen. So zeigte er anhand einiger Beispiele, wie ein global aufgestelltes Unternehmen auf Megatrends wie unter anderem Demographie, Mobilität oder Vernetzung reagieren muss: nämlich mit Agilität und der Fähigkeit, sich durch eigene Veränderung der Umwelt anzupassen. Damit einher gehen freilich auch Veränderungen in der Unternehmensführung – weg von steilen hin zu flachen Hierarchien, weg von autoritativer hin zu kooperativer Führung und weg von einer Kultur der Risikovermeidung hin zu „entrepreneurial spirit“. Diese Herausforderungen machen Führung heute zu einer besonders anspruchsvollen Aufgabe.

Als erfahrener Manager, dessen Karriere ihn bereits unter anderem nach Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland führte, weiß Pareja, dass es hier um mehr als modische Schlagworte geht. So sei Veränderung zwar notwendig, aber es müsse hinsichtlich der Instrumente immer sorgfältig abgewogen werden, was für das ganze Unternehmen am sinnvollsten sei: „Auf den Mix kommt es an!“ Der Geschäftsführer betonte daher, dass es bei allen Mitarbeitern, vor allem aber bei solchen in Führungspositionen neben einer gründlichen fachlichen Ausbildung immer auch auf Empathiefähigkeit und lebenslange Lernbereitschaft – auf „attitude“ ankomme. Darauf lege Bosch besonderen Wert. Er selbst sei schließlich nicht zuletzt auch daher so lange beim Unternehmen, da er stets die Möglichkeit zur Entfaltung gehabt habe.

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