Kurz vor dem Referendum geht es in der ungarischen Innenpolitik heiß her. Von oppositionellen Parteien, allen voran von der Együtt von Péter Juhász wird in den vergangenen Tagen verstärkt dazu aufgerufen, bloß nicht zur Wahl zu gehen, denn ungültige Stimme ist nicht gleich ungültige Stimme und tatsächlich fürchten auch zahlreiche Wahl-Verweigerer, dass ihre Stimme gefälscht werden könnte (mehr dazu auf Seite 9). Also hat die MKKP kurzerhand eine Online-Oberfläche zum Üben geschaltet. Immerhin will das richtige „ungültig“-Wählen geübt sein. Natürlich darf man auch dies nicht allzu ernst nehmen, zeigt es aber doch einmal mehr, wie schlecht es mittlerweile um die ungarische politische Öffentlichkeit bestellt ist, wenn sich Wähler scharenweise ernsthaft Gedanken darüber machen, dass ihre Stimme manipuliert werden könnte.

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Auf verschiedenste Art kann ein Stimmzettel ungültig gemacht werden.

Doch auch für diejenigen, die einfach genug von den Regierungsplakaten haben, hat die MKKP etwas in petto. Per App fürs Telefon kann man sich die plakatierten Aufrufe der Regierung auf dem Telefonbildschirm anzeigen lassen - umgewandelt in MKKP-Plakate. Da die Hunde-Partei um Gergő Kovács dieses Mal ausdrücklich auf Anzeigentafeln verzichtete, die zu Medienmogul Lajos Simicskas Imperium gehörten, mussten die Plakatplätze nahezu einzeln zusammengeklaubt werden. Und natürlich konnte man es auch finanziell nicht mit der Regierungskampagne aufnehmen. Die elektronische Alternative ist aber fast noch lustiger und entspricht ohne Zweifel wesentlich mehr dem Zeitgeist vieler junger Ungarn heute. Im trüben Einerlei der ungarischen Parteien hat es die MKKP damit mal wieder geschafft, ein auffälliger Lichtblick zu sein.

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