Die Happiness Map ist das Resultat Ungarns erster landesweiter Erhebung zur Lebenszufriedenheit und den sozio-ökonomischen sowie geografischen Faktoren, die mit ihr im Zusammenhang stehen. Insgesamt wurden 5.332 Probanden im Alter zwischen 14 und 80 Jahren befragt. In 67 Fragen machten die aus 737 verschiedenen ungarischen Städten stammenden Personen Angaben zur persönlichen Lebenssituation und zu Lebensglück, psychischer Gesundheit sowie globalem Wohlbefinden. Ausgewertet wurde das Datenmaterial von der vierköpfigen Forschungsgruppe der ELTE unter Leitung von Professor Attila Oláh.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer sind die Glücklichsten im Land?

Die Ergebnisse der statistischen Analysen sind nicht immer überraschend: Zum einen bestätigte sich, dass Geld zumindest bedingt glücklicher macht. So sind unter anderem Personen aus Komitaten, denen es wirtschaftlich besser geht, wie Komárom-Esztergom, Veszprém, Vas oder Zala, glücklicher als der Durchschnitt ihrer Mitbürger, während im Nordosten des Landes, in den wirtschaftlich schwachen Komitaten Nógrád, Heves und Borsod-Abaúj-Zemplén die Befragten durchschnittlich einen sehr viel niedrigeren Wert auf dem anhand der Fragen errechneten Glücksindex erreichten. Interessanterweise sehen Menschen in Kleinstädten und Dörfern durchschnittlich die Welt und ihr Leben in einem positiveren Licht, als Menschen, die in den Komitatshauptstädten oder der Landeshauptstadt leben.

Frauen schätzen ihre Lebenszufriedenheit in der Befragung durchschnittlich höher ein als Männer. Hinsichtlich des Alters ergibt sich eine umgedrehte U-Kurve im Glücksdiagramm, so sind Befragte zwischen 30 und 50 wesentlich glücklicher als ihre Mitmenschen unter 30 und über 50. Vor allem im höheren Alter nimmt die Lebenszufriedenheit ab, was die Forschungsgruppe auf Krankheit und Altersbeschwerden zurückführt. Eine hohe Bildung mache laut Befragung glücklich, ebenso wie Kinder und eine Partnerschaft oder Ehe.

Laut der Befragung erreichen in Ungarn nur 12,3 Prozent den Zustand höchster psychischer Gesundheit, der innerhalb der Positiven Psychologie als „flourishing“, also „Aufblühen“ bezeichnet wird. Im erweiterten europäischen Vergleich wird das nur von Bulgarien, der Slowakei, Russland, Portugal und der Ukraine unterboten.

Jeder ist seines Glückes Schmied

Doch auch wenn Sie ein alleinstehender Mann über 50 sind und im Osten Ungarns leben (laut Studie alles Faktoren, die eine negative Korrelation zur Lebenszufriedenheit zeigen) müssen Sie Ihr Lebensglück noch nicht abschreiben, denn wie Professor Oláh, der Leiter der Arbeitsgruppe Positive Psychologie, versichert, ist immer noch „jeder seines eigenen Glückes Schmied“. Die Studie ergab nämlich auch, dass Menschen, die ihren Stress effektiv zu managen wissen, glücklicher sind. Die gute Nachricht: Das kann man lernen! Zum Beispiel im kostenfreien 10-monatigen Glücksprogramm der Stiftung „Jobb Veled a Világ“, zu Deutsch „Mit dir ist die Welt besser“, oder anhand ihrer Broschüre „54 Tipps zum Glück – ein Übungsheft“, welches man unter www.boldogsagprogram.hu herunterladen kann – allerdings nur auf Ungarisch.

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