„Das Schaffen von Csaba Böjte hat mich schon immer fasziniert. Es ist fantastisch, wie Bruder Csaba aus dem Nichts eine so riesige Veränderung im Leben von so vielen Kindern vollbringen konnte. Er gab bisher etwa 5.000 Mädchen und Jungs eine neue Hoffnung fürs Leben. Wenn ich mit meiner Hilfe auch nur ein bisschen dazu beitragen konnte, dann hat sich mein Einsatz auch schon gelohnt”, so Zsuzsa Urbán weiter.

Hoffnung fürs Leben

Der Franziskanermönch Csaba Böjte hatte bereits in den 1990-Jahren bedürftige Kinder zu sich ins Kloster genommen, um ihnen unter die Arme zu greifen. Mit der Zeit wurden es immer mehr, er gründete in der siebenbürgischen Stadt Déva die Stiftung des Heiligen Franziskus und breitete seine Tätigkeit auf ganz Rumänien und auch Ungarn aus. Inzwischen betreut er 79 Kinderheime in Rumänien und zwei in Ungarn. Manche der Kinder nutzen nur die Hortplätze, gehen hier zur Schule und bekommen etwas zu essen. Die anderen – Waisenkinder, Halbwaisen, oder Kinder, die von ihren Eltern verlassen wurden – leben in den Kinderheimen.

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Eins von 79 Kinderheimen des Franziskanermönchs Csaba Böjte: Das Kloster von Petrozsény, in dem die Kinder wohnen und sich auch die Schule befindet.

Die Einrichtung in Petrozsény, einer Kleinstadt im rumänischen Komitat Hunyad, gehört zu den Heimen, die am meisten Hilfe gebrauchen können. „Als ich die Stiftung anrief und meine Hilfe anbot, fragten sie mich sofort, ob ich bereit wäre, in Petrozsény auszuhelfen”, erinnert sich die angehende Helferin zurück.

„Wenn ich schon hinfahre, wollte ich auch einige nützliche Sachen mitbringen, also startete ich in meinem Freundeskreis einen Aufruf. Wer wollte, konnte mir für das Heim und die Kinder, Kleidung, Schuhe, Spielsachen, Küchengeräte, haltbare Lebensmittel und andere nützliche Dinge mitgeben. Ich war selbst überrascht, wie gut, der Aufruf ankam.” Schließlich musste Zsuzsa mit einem großen Anhänger fahren, damit sie alles mitnehmen konnte. Neben den erwähnten, eher kleineren Sachen kamen auch einige große Küchengeräte wie Waschmaschinen und sogar ein Gasherd zusammen, die das Leben der Erzieherinnen erleichtern sollten. „Die Kinder haben sich aber natürlich über die Kleidung und die Spielsachen am meisten gefreut.”

Zwei intensive Wochen

Zwei Wochen verbrachte Zsuzsa mit den Kindern, begleitete sie in ihrem Alltag, spielte mit ihnen, machte mit ihnen Ausflüge in die umliegenden Wälder und brachte ihnen – eher schlecht als recht – Häkeln bei. „Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie wichtig es ist, alles in kleinen Gruppen zu machen. Als ich den Kindern das Häkeln beibringen wollte, habe ich nicht bedacht, wie schwer es ist, 15 Mädchen und Jungs unter Kontrolle zu haben. Am Ende hüpften und tanzten die Kinder herum und der Faden hing auch mal von der Decke. Ein kleines Desaster, aber lustig”, erzählt die Helferin schmunzelnd. „Von Tag zu Tag gab es immer mehr selbstgemachte Armbänder an meinem Arm, da mir die Kinder immer neue häkelten. Diese habe ich als schöne Erinnerungen aufbewahrt. Ich glaube, die Kinder haben sich am meisten gefreut, wenn sie mitbekamen, dass sie uns eine Freude bereiten und uns zum Lächeln bringen konnten.“

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Eine ständige Herausforderung sei gewesen, sich allen Kindern gleichmäßig zu widmen. „Während der Ausflüge hätte ich mir gewünscht, mindestens zehn Hände zu haben. Alle wollten meine Hand halten, und ich wollte eigentlich auch alle kleinen Hände auf einmal halten“, erinnert sich Zsuzsa an ein ganz alltägliches Problem.

„Es ist schon wunderbar, wenn man nur einem einzigen Kind etwas Besonderes auf den Weg geben kann, auch wenn es nur ein Satz oder eine schöne Erinnerung fürs Leben ist. Schon damit hat man etwas bewirkt”, betonte Andrea Lönhard, die Direktorin des Kinderheimes, die im April 2016 die Leitung des Hauses übernommen hatte.

In den 14 Tagen versüßte Zsuzsa aber nicht nur das Leben der Kinder, sondern erleichterte auch das Leben der Erzieherinnen. Solche uneigennützige Hilfe haben sie auch bitter nötig, sind sie doch Mutter, Lehrerin, Erzieherin, Seelsorgerin und Haushälterin in einer Person. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz und müssen manchmal sogar eigenhändig die Zimmer streichen, wenn gerade eine Renovierung ansteht.

Knappes Budget

So bleibt dann auch mehr Geld zur Deckung der Betriebskosten in der Kasse. Obwohl die Stiftung vom Staat etwas Unterstützung bekommt, reicht diese und die zentrale Stiftungsunterstützung nur für die Bezahlung der Nebenkosten und den Einkauf der Lebensmittel. Alles Weitere muss das Haus selbst erwirtschaften. Deshalb ist es beispielsweise möglich, im Petrozsényer Kinderheim eine Unterkunft zu mieten, wenn man in der wunderschönen Gegend einen Ausflug machen möchte. Wer Lust hat, kann von hier aus eine mehrtägige Wanderung in die atemberaubend schönen südlichen Ausläufer der Karpaten unternehmen und die vielen Höhlen, Wasserfälle, Felsschluchten und Bergseen bewundern.

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So schön die Landschaft auch ist, gehört die Umgebung doch zu den ärmsten Gegenden Rumäniens. Petrozsény war einst die Stadt des Bergbaus, wurde aber mit der allmählichen Schließung der Bergwerke zu einer immer ärmeren Gegend. „Von den zehn Bergwerken funktionieren nur noch vier, von denen aber im nächsten Jahr zwei wieder geschlossen werden. 2.000 Menschen werden dann ihre Arbeit verlieren, das ist sehr traurig”, erzählte Andrea Lönhard. Ab September 2016 werden auch so schon fast 100 Kinder im Heim versorgt – 53 Kinder leben im Heim, 40 sind Hortkinder.

Bei den Heimen handelt es sich aber nicht um große Internate. Die Kinder leben hier wie in großen Familien, wo zu jeder Erzieherin acht bis zehn Kinder gehören, Jungs und Mädchen streng getrennt. Ob Rumänen oder Ungarn, spielt keine Rolle, Hauptsache, sie befolgen die drei Grundpfeiler der Stiftung: religiöse Erziehung, Bildung sowie das Erlernen der ungarischen Sprache und Tradition. Schließlich ist Ungarisch sowohl die Unterrichtssprache in der im Heim befindlichen Schule, als auch allgemeine Umgangssprache.

Während des Betens wird innegehalten

„Die Kinder sind kleine Energiebündel und oft richtige Frechdachse. Aber wenn gebetet wird – morgens und abends, beziehungsweise vor und nach jeder Mahlzeit –, dann wurden sie alle mucksmäuschenstill und ruhten kurz in sich, bevor es dann natürlich wieder lebhaft weiterging”, beschreibt Zsuzsa.

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„Schon in den ersten Tagen habe ich daran gedacht, wie schwer es sein wird, wenn der Tag des Abschieds anbricht. So sehr hatte ich die Kinder und die Erzieher in mein Herz geschlossen. Und so kam es dann auch... Es war wirklich ein deprimierendes Gefühl, all den liebgewonnenen Menschen Lebewohl sagen zu müssen. Nur der Gedanke daran, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden, ließ mich den Abschiedsschmerz halbwegs ertragen“, erinnert sich Zsuzsa an den schwersten Moment dieser Zeit zurück.

„Ich bin zwar dort hingefahren, um den Kindern etwas zu geben, stattdessen bekam ich viel mehr, als ich geben konnte”, erklärt sie begeistert. „Ich kann dieses Erlebnis jedem empfehlen, der seinen Urlaub etwas aktiver verbringen und dabei seinen Horizont erweitern möchte. Aus der Freude und der Liebe der Kinder entspringt eine reine und frische Energie, wie man sie vielleicht noch nicht einmal bei einem ausgiebigen Strandurlaub erhält.”



Wenn Ihnen, als Leser der Budapester Zeitung der Name Zsuzsa Urbán bekannt vorkommt, dann ist das kein Zufall. Ich bin stolz, Ihnen mitteilen zu können, dass es sich bei der leidenschaftlichen Helferin um genau die Zsuzsa Urbán handelt, die bereits seit über zehn Jahren für Sie die Budapester Zeitung layoutet. Sollten Sie also bezüglich der im Artikel und im Aufruf von Pater Csaba Böjte aufgezeigten Möglichkeiten zur Mithilfe Fragen haben, dann kann ich Ihnen gerne zu Zsuzsa, die übrigens ausgezeichnet deutsch spricht, einen Kontakt herstellen.

Jan Mainka Chefredakteur

Möglichkeiten zur Unterstützung:

SPENDEN:
Zentrale Kontonummer der Stiftung des Heiligen Franziskus in Déva:
IBAN DE09 5004 0000 0736 3104 00
BIC: COBADEFFXXX


Kontakt zum Petrozsényer Kinderheimes (Sachspenden und Unterkunft):

Leiterin des Heimes: Andrea Lönhard

andrealonhard24@gmail.com

Tel.: +40 7576 18247


Freiwilligendienst:

Györgyi Pásztóy

Email: iroda@devaigyerekek.hu

+36 30 685 78 19

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„Bitte helft uns, werdet Paten“

„Die Stiftung des Heiligen Franziskus hat in den vergangenen 22 Jahren 5.000 Kinder adoptiert. 2.600 von ihnen haben inzwischen einen Abschluss. Auch heute noch bitten uns süße Kinder Tag für Tag um Brot, ein gutes Wort, Unterkunft und Liebe. Diese herzergreifende Arbeit konnten und können wir nur mit Hilfe unserer Spender, unserer „Paten” leisten. Meine Kollegen haben mir mitgeteilt, dass wir sehr viele neue Kinder in unserer Obhut haben, die keine Spender, beziehungsweise Paten haben. Deshalb suchen wir inständig nach neuen Paten, die die Kinder, die in unseren Heimen leben, mit einem Euro pro Tag und die Hortkinder mit einem halben Euro pro Tag unterstützen.

Es ist natürlich möglich zu bestimmen, ob man einen Jungen, ein Mädchen, kleinere oder größere Kinder oder gar Jugendliche unterstützen möchte. Ihr könnt uns auch sagen, aus welcher Umgebung Euer „Patenkind” kommen soll. Wenn wir Euren Brief erhalten, werden wir uns mit Euch abstimmen und Euch die Daten des Kindes, sowie die Bankkontonummer zusenden, wohin Ihr die Spende monatlich, halbjährlich oder jährlich überweisen könnt.

Der nächste Schritt liegt schon bei Euch, denn Ihr könnt Kontakt zu den Kindern aufnehmen, mit den Größeren könnt Ihr Briefe wechseln (über den Postweg oder das Internet), wenn das Kind im Kindergarten- oder Grundschulalter ist, dann könnt Ihr über die Erzieherin den Kontakt halten. Ihr könnt die Kinder in den Sommerferien im Heim besuchen, es für einen Ausflug oder auch nur auf ein Eis mitnehmen, oder es für ein paar Tage oder Wochen in Euer Zuhause einladen. Es gibt sehr viele Beispiele dafür, dass sich diese Patenschaften über Jahre hinweg zu einer richtigen familiären und freundschaftlichen Beziehung entwickelt haben. Wer möchte, kann die Patenschaft auch anonym für ein Kind übernehmen, dann werden von Deiner guten Tat nur der Koordinator des Programms und Du etwas wissen.”

In Liebe, Bruder Csaba

Kontakt:

Gyöngyi Székely

Email: keresztszulo@devaigyerekek.hu

+36 20 773 8993

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„Bitte helft uns, werdet Paten“

„Die Stiftung des Heiligen Franziskus hat in den vergangenen 22 Jahren 5.000 Kinder adoptiert. 2.600 von ihnen haben inzwischen einen Abschluss. Auch heute noch bitten uns süße Kinder Tag für Tag um Brot, ein gutes Wort, Unterkunft und Liebe. Diese herzergreifende Arbeit konnten und können wir nur mit Hilfe unserer Spender, unserer „Paten” leisten. Meine Kollegen haben mir mitgeteilt, dass wir sehr viele neue Kinder in unserer Obhut haben, die keine Spender, beziehungsweise Paten haben. Deshalb suchen wir inständig nach neuen Paten, die die Kinder, die in unseren Heimen leben, mit einem Euro pro Tag und die Hortkinder mit einem halben Euro pro Tag unterstützen.

Es ist natürlich möglich zu bestimmen, ob man einen Jungen, ein Mädchen, kleinere oder größere Kinder oder gar Jugendliche unterstützen möchte. Ihr könnt uns auch sagen, aus welcher Umgebung Euer „Patenkind” kommen soll. Wenn wir Euren Brief erhalten, werden wir uns mit Euch abstimmen und Euch die Daten des Kindes, sowie die Bankkontonummer zusenden, wohin Ihr die Spende monatlich, halbjährlich oder jährlich überweisen könnt.

Der nächste Schritt liegt schon bei Euch, denn Ihr könnt Kontakt zu den Kindern aufnehmen, mit den Größeren könnt Ihr Briefe wechseln (über den Postweg oder das Internet), wenn das Kind im Kindergarten- oder Grundschulalter ist, dann könnt Ihr über die Erzieherin den Kontakt halten. Ihr könnt die Kinder in den Sommerferien im Heim besuchen, es für einen Ausflug oder auch nur auf ein Eis mitnehmen, oder es für ein paar Tage oder Wochen in Euer Zuhause einladen. Es gibt sehr viele Beispiele dafür, dass sich diese Patenschaften über Jahre hinweg zu einer richtigen familiären und freundschaftlichen Beziehung entwickelt haben. Wer möchte, kann die Patenschaft auch anonym für ein Kind übernehmen, dann werden von Deiner guten Tat nur der Koordinator des Programms und Du etwas wissen.”

In Liebe, Bruder Csaba

Kontakt:

Gyöngyi Székely

Email: keresztszulo@devaigyerekek.hu

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