Gyurcsány argumentierte auf einem politischen Forum in Budapest, Orbán baue mit seiner Angst- und Hasskampagne eine neue politische Gemeinschaft auf – wird diese zur Mehrheit, könnte das als Fundament für vorgezogene Parlamentswahlen Anfang 2017 dienen. Orbán ahne, dass er mit dem jetzigen Regierungsstil 2018 nicht nur die Zweidrittelmehrheit, sondern womöglich sogar die einfache Mehrheit im Parlament verlieren könnte. Die Pressestelle des Ministerpräsidenten reagierte auf Anfrage des Nachrichtenportals Index.hu kurz angebunden, man gebe sich nicht mit den „verzweifelten Versuchen eines Ferenc Gyurcsány ab, sich selbst reinzuwaschen“.

Dabei gibt es durchaus gute Gründe, warum Orbán Interesse an vorgezogenen Wahlen haben könnte. 2018 dürfte die Leistung der Regierung im Vordergrund stehen, nicht wie heute die Flüchtlingskrise, glaubt Gyurcsány, und der Index ergänzt: Ein Sieg des „Nein“ beim Quotenreferendum verschafft dem Fidesz psychologischen Auftrieb, die Aktivisten sind wegen der gerade laufenden Kampagne „heiß“, die Opposition ließe sich überrumpeln und die internationale Lage sei immer weniger ausrechenbar, weshalb Orbán lieber für vier weitere Jahre Tatsachen in Ungarn schaffen könnte.

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Unterdessen stellte Regierungssprecher Zoltán Kovács auf einer internationalen Pressekonferenz in Brüssel klar, das Quotenreferendum handle nicht von der EU-Mitgliedschaft Ungarns, die Orbán-Regierung stehe voll und ganz zur EU und ihren Werten. Anderslautende Gerüchte, die von linken Parteien in Umlauf gebracht würden, seien falsch und unbegründet. Das Ergebnis des Referendums könne jedoch nicht außer Acht gelassen werden, es werde politische und rechtliche Konsequenzen haben.

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