Bereits beim Betreten des Lokals fällt auf, dass hier Profis am Werk sind: Dunkle Holzdielen, viel Metall, bloße Glühbirnen – das Innendesign des Bestia ist durchdacht und greift erfolgreich den in europäischen Großstädten immer beliebter werdenden „industrial Chic“ auf, ein Stil, der bewusst an US-Städte erinnert. Dabei passt sich die Inneneinrichtung, die dem Schöpfergeist des Architekten Ákos Bara entsprungen ist, perfekt dem Gesamtkonzept des Restaurants an, das ebenfalls bezüglich der Speisekarte auf amerikanische Einflüsse setzt.

Der Küchen-Rockstar

Doch auch wenn hier Sandwiches, Burger und Grillgerichte auf dem Menü stehen, legt das Bestia höchste Maßstäbe an: Erst vor Kurzem hat sich das Lokal einen von Ungarns aufsteigenden Küchenstars als Chefkoch geangelt: Gábor Krausz, der in den Medien oft auch als der „kitchen rockstar“ bezeichnet wird, hat die Speisekarte des Bestia erst auf den Kopf gestellt und dann komplett neu konzipiert. Dabei brachte er ganz neue Geschmackskombinationen und Aromen ein und implementierte neue Zubereitungstechniken.

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Der Schwerpunkt der Speisekarte liegt auf geröstetem und gegrilltem Fleisch. Zur Küchenausstattung gehört daher neben einem rotierenden Bratspieß, auch ein Holzkohlegrillofen der unter Indoor-Grillfans bekannten Marke Josper, sowie ein echter BBQ-Smoker. Das Profi-Equipment erlaubt dem Lokal nicht nur eine knusprige Ente und ein verlockend zartes Stück Schweinebauch zuzubereiten, sondern ist auch der Grund dafür, warum vor allem BBQ-Speisen das Markenzeichen des Bestia sind.

Kulinarische Höhepunkte

Vor allem die BBQ-Ribs sind kaum zu übertreffen: weich wie Butter löst sich das saftige Fleisch fast ohne weiteres Zutun vom Knochen ab, trotzdem ist der Geschmack, auch dank der hausgemachten BBQ-Sauce, kräftig und aromatisch. Zwölf Stunden verbringen die Ribs im Smoker und werden dabei alle halbe Stunde mit Apfelsaft beträufelt. Auch die würzigen BBQ-Wings haben es in sich. Wer statt dem Räucher- auf Grillaroma setzt, der kann es mit dem Tomahawksteak – im Grunde genommen ein Ribeye am extra langen Rippenknochen – vom Chianina-Rind oder einem Angus T-Bone-Steak probieren. Doch auch Lachs, ganze Barsche und Lamm kommen im Bestia in den Grillofen und auf die Teller. Dazu kann aus einer Vielfalt von Beilagen und Saucen ausgewählt werden, auch ein paar Trüffelspäne werden auf Wunsch und gegen einen Aufpreis von 550 Forint hinzugefügt.

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Eine Vorsuppe oder Vorspeise ist angesichts der großen Portionen im Bestia beim besten Willen nicht nötig. Diese sollten eher als Option für den kleinen Hunger interpretiert werden. Zur heißen Mittagszeit ist die Mais-Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe mit Flocken pikanter italienischer Rohwurst zu empfehlen, am Abend wiederum bietet sich das reichhaltige Knochenmark auf Toastbrot an. Obwohl Gerichte mit Knochenmark durchaus zur österreichisch-ungarischen Küche gehören, findet man sie in Ungarn nur noch selten, im Bestia ist der Knochenmarktoast eine Spezialität für Kenner. Dabei wird das Mark überaus ansprechend im gesäuberten, halbierten Knochen und mit einer Semmelbröselkruste überzogen auf einem Holzbrettchen präsentiert.

Das Beste aus einem Restaurant und einem Pub

Obwohl die Küche des Bestia der eines hochklassigen Restaurants entspricht, betont es dennoch ein Pub zu sein. Und so besticht das Lokal neben der Speise- auch durch eine überraschend kreative Getränkekarte: Hier stehen nicht nur zahlreiche handwerklich gebraute Biersorten aus Ungarn und der ganzen Welt auf dem Menü, sondern auch fantasievolle Smoothies und Limonaden, wie etwa die hausgemachte Gurken-Vanille-Limonade – klingt erst mal gewöhnungsbedürftig, ist es auch, dafür aber erstaunlich erfrischend. Auch bei den Cocktails lässt sich das Bestia nicht lumpen und trumpft mit Eigenkreationen, wie etwa dem „Caprese“ auf – einem Gin Tonic gewürzt mit Salz und Pfeffer, garniert mit frischem Basilikum und appetitlichen Cocktailtomaten.

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Was Sie unbedingt probieren sollten: Ein Besuch im Bestia reicht gar nicht aus, um die trendige Küche dieses Restaurants bis ins Letzte durchzukosten. Doch wenn es sein muss, dann verpassen Sie neben den BBQ- und Grill-Speisen auf keinen Fall den gegrillten Pfirsichsalat mit Ziegenkäse und Chili. Die ungewöhnliche Salatkombination ist ein Geheimtipp für dieses Lokal. Als kleine Erfrischung zwischendurch sollten Sie sich auch den Banane-Kokus-Chia-Smoothie nicht entgehen lassen. Ein Bananen-Smoothie mag zunächst banal klingen, aber dieses Mixgetränk ist nicht nur tierisch lecker, sondern ein wahres Wundermittel, dass gerade nach einem schweren Essen Sodbrennen vorbeugt.

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Bestia

Budapest, V. Bezirk, Szent István tér 9-11

Öffnungszeiten: täglich 12 bis 24 Uhr, Donnerstag bis Samstag bis 2 Uhr

Reservierungen unter (+36-70) 333-2163 oder hello@bestia.hu

Weitere Informationen finden Sie auf www.bestia.hu

Preise

Vorspeisen und Suppen: 950 bis 2.250 Forint

Salate: 1.850 bis 3.750 Forint

Hauptgerichte: 1.950 bis 9.900 Forint

Desserts: 950 bis 1.450 Forint

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