Dies würde auch Ungarn erneut unter Druck an der südlichen Landesgrenze setzen, wo sich die Geschehnisse vom Herbst des vergangenen Jahres wiederholen könnten. Szijjártó zufolge müssten alle Versuche, die Türkei zu destabilisieren, zurückgewiesen werden, denn wer die Stabilität der Türkei angreift, greife die Sicherheit Europas an. Dementsprechend hat auch Ungarn den Putschversuch des Militärs vom 15. Juli verurteilt. Szijjártó ist der Meinung, Kritik aus dem Ausland zur Aufdeckung der Verantwortlichen sei unangebracht. Der Putschversuch ist eine ernste Sache, die eine ernste Antwort erfordert. Erdogan und seine Regierung seien demokratisch gewählt. „Mit der Türkei sollte man nicht nur wegen der Flüchtlingsvereinbarung, dem Kampf gegen den IS oder der NATO-Mitgliedschaft ein gutes Verhältnis pflegen, dennoch sind dies drei wichtige Aspekte für die Sicherheit Europas“, so Szijjártó. Entsprechend einer Anfrage der Türkei überprüfen die ungarischen Behörden gründlich, ob die in Ungarn tätigen Organisationen die Stabilität der Türkei gefährden bzw. ob diese mit solchen Bewegungen zusammenarbeiten. Szijjártó ist im Übrigen der erste ausländische Diplomat, der Ankara nach dem Putschversuch einen Besuch abstattet. Er traf mit Regierungschef Binali Yildirim (Foto l.) und Parlamentspräsident Ismail Kahraman zusammen und führte ein Vier-Augen-Gespräch mit Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Der Besuch diente der Vorbereitung eines Türkei-Besuchs von Ministerpräsident Viktor Orbán.

Konversation

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