Nein, lachen kann man langsam nicht mehr darüber, was sich die Regierung in Sachen Referendumswerbung erlaubt. Mehr als drei Milliarden Forint kostet die Kampagne, die von Kabinettsminister Antal Rogáns Nachbarn und dem für sein glückliches Händchen bei staatlichen Werbeaufträgen bekannten Csaba Csetényi umgesetzt wird. Dies ist nicht die erste Kampagne, die über Csetényis Firma abgewickelt wird. Zusammen mit den Kosten der Werbung und den tatsächlichen Kosten des Referendums im Oktober schlägt der „Spaß“ dem ungarischen Steuerzahler inzwischen bereits mit mehr als sechs Milliarden Forint zu Buche. Und es scheint, als ob auch die Bevölkerung langsam genug haben würde davon, dass man sie für dumm verkauft und sie erneut auf dem Niveau Waschmittelwerbung beeinflussen möchte.

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Wussten Sie‘s? Ja, Sie wussten. Wir alle haben es gewusst und nichts dagegen getan.

Bisher waren die aus den Plakaten gebastelten Memes vor allem humorvoll und immer irgendwie mit einem Augenzwinkern gestaltet. Zum einen hat sich nun jedoch die Zahl der Variationen erhöht und zum anderen ist auch der Inhalt jetzt weniger lustig, denn bitterernst. Dabei geht es hier nicht um ein verlässliches Stimmungsbild der Gesellschaft, es scheint jedoch ein Trend erkennbar. Während also auf den Originalen von der angeblich gestiegenen Zahl der Straftaten seit Beginn der Migrationskrise die Rede ist (was sich mit Zahlen nicht belegen, mehr noch, nur widerlegen lässt) oder der von Gewalttaten gegen Frauen (die in ihrer erdrückenden Mehrzahl von ungarischen Männern an ihren ungarischen Frauen begangen werden, auch hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache), scheint das Maß bei vielen Net Usern schlicht voll. Doch sehen Sie selbst in der rein subjektiven Auswahl.

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Wussten Sie‘s? Sie tragen karierte Hemden? Ihr Kind hungert? Sie mögen Bäume? 47.000 sind zu wenig? Dann sind Sie ein Soros-Agent.


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