Unter den insgesamt 306 Medaillen in 28 Sportarten in Rio dürfte erwartungsgemäß wieder die eine oder andere um einen ungarischen Hals gehängt werden. Immerhin geht Ungarn mit 158 Athleten in 21 Sportarten an den Start, darunter in Disziplinen, in denen Ungarn sogar Top-Favoriten stellt. Unter den 12 Erstplatzierten der vergangenen Sommerspiele 2012 in London waren u.a. Schwimmer Dániel Gyurta, Kanutin Katalin Kovács sowie Fechter Áron Szilágyi. Katalin Kovács holte sogar noch eine der insgesamt acht Silbermedaillen. Ungarische Athleten waren also vor allem im Wasser (beim Kanu: sieben Gold-, sechs Silber- und eine Bronzemedaille; beim Schwimmen: zwei Mal Gold und einmal Bronze) und auf der Matte (beim Ringen: einmal Gold und zwei Mal Bronze; beim Judo: einmal Gold und einmal Bronze) erfolgreich. Folglich ist wohl auch jetzt wieder besonders in diesen Sportarten mit ungarischen Spitzenerfolgen zu rechnen.

Vor allem von den 15 Sportlern umfassendem Kanu-Team wird viel erwartet, wie origo.hu vergangene Woche Dienstag schrieb. Dessen Cheftrainer Botond Storcz sagte auf einer Pressekonferenz: „Ich erwarte, dass jede unserer Einheiten ins Finale gelangt, und dass unser Team insgesamt mindestens fünf Medaillen holt.“ Daneben möchte sicher aber auch Hammerwerfer Krisztián Pars seine Erstplatzierung von London in Rio verteidigen, ebenso Turner Krisztián Berki, aber auch Fünfkämpfer Ádám Marosi seine Bronze-Medaille. Von den 18 ungarischen Medaillenträgern der vergangenen Spiele konnten sich gerade einmal vier nicht für Rio qualifizieren (darunter leider auch die Kanu-Legende Katalin Kovács).

Während der Spiele in Rio wird im dortigen Sicherheitszentrum aus jedem Teilnehmerland ein Vertreter der jeweiligen nationalen Sicherheitsbehörde vor Ort sein. So verkündete János Hajdu, Generaldirektor des ungarischen Terrorabwehrzentrums (TEK), auf einer Pressekonferenz Mitte Mai, dass ein Experte seiner Organisation in Rio sein werde. TEK-Offizier Norbert Rádler betonte dort, dass Brasilien als relativ sicheres Land gelte, es aber nicht ausgeschlossen sei, dass der Islamische Staat über das Internet Kontakt zu dort lebenden, zur Radikalisierung fähigen Muslimen aufnimmt. Die ungarischen Sportler sollten zur Sicherheit die für Touristen sicheren Gebiete nicht verlassen, empfahl Rádler.

Ungarns eigene Olympiabewerbung

Laut dem Ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele ist Ungarn mit insgesamt 482 Medaillen auf Platz zehn – bei seiner Größe und Einwohnerzahl eine geradezu sagenhafte Leistung auf einer von den deutlich größeren USA, Russland und Deutschland angeführten Liste.

Im September 2017 wird in Lima über den Austragungsort der Spiele 2024 entschieden. Unter den Kandidaten ist neben Paris, Rom und Los Angeles auch Budapest. Hamburg ist bekanntlich aufgrund eines Bürgerreferendums von seiner Bewerbung zurückgetreten. Und auch hierzulande ist die Olympiaaustragung nicht unumstritten: die fünf Oppositionsparteien MSZP, DK, Együtt, PM und LMP lehnten den entsprechenden Parlamentsbeschluss ab, Zivilorganisationen und Privatpersonen wollen auch ein Bürgerreferendum abhalten. Bisher ohne Erfolg, Budapest bleibt auch mithilfe der Regierungsparteien und dem von diesen unterstützen OB István Tarlós weiterhin im Rennen.

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