Ist der Mann verwirrt? Oder vielleicht betrunken? Sucht er etwa gerade fieberhaft mit dem Handy-Navi sein Hotel? Nein, alles falsch. Leute, die wie gebannt auf ihr Handy starren, ja fast schon wie Zombies durch die Gegend laufen, gehören dieser Tage fast überall zum Stadtbild. Grund ist ein Handyspiel. Doch nicht irgendeines. Pokémon – kleine virtuelle Taschenmonster erobern die Smartphones der Welt und lassen Kindheitserinnerungen wiederaufleben.

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Das Prinzip ist einfach: Das Spiel schaltet die Handykamera an und durch diese betrachtet der Spieler seine Umgebung. Nur dass nun in jeder Ecke ein kleines Monster lauern könnte, das bloß darauf wartet, gefangen zu werden. Mittels „Augmented Reality“ werden die Tierchen in die echte Welt versetzt. Im Spiel wirft der findige Pokémon-Trainer einen sogenannten „Pokéball“, um die bunten Racker zu fangen. Und das wäre es aber auch schon.

Trotzdem jagen Spieler aus der ganzen Welt seit der Veröffentlichung vor etwa zwei Wochen diesen 150 Monstern hinterher. Auf berühmten Plätzen, in der Wohnung, teilweise auf der Autobahn und auch im Kreißsaal soll ein Mann während der Geburt seines Kindes lieber Pokémons gefangen haben. Süddeutsche Zeitung, Tagesthemen, New York Times – die weltweite Presse ist voll mit Pleiten-, Pech- und Pannenartikeln zu Pokémon Go. Leute werden überfallen, verlieren ihre Jobs oder können das Smartphone auch beim Sex nicht weglegen. Ist dieses Spiel dann überhaupt sinnvoll? Ich würde sagen,…ähm, Entschuldigung, vor der Redaktion soll laut Spiel ein Pikachu sein. Und das brauche ich unbedingt! Adieu.

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