Betrachtet man den Gellértberg näher, findet man auf dem Gipfel die Freiheitsstatue, welche an die Soldaten erinnert, die Budapest im Zweiten Weltkrieg befreiten. Hinter der Freiheitsstatue, ebenfalls auf dem Gipfel, liegt die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Zitadelle. Schweift der Blick vom Gipfel herab, sieht man oberhalb der Elisabethbrücke das Denkmal des heiligen Märtyrerbischofs Gellért, Namenspatron des Stadtbergs.

Geht es nach der ungarischen Regierung, soll der Gellértberg demnächst erneuert werden. So hat das Kabinettsbüro von Ministerpräsident Orbán einen offenen, kreativen Ideenwettbewerb in die Wege geleitet (abrufbar unter www.gellerthegypalyazat.hu/). Das Hauptziel sei die Revitalisierung des Bergs; er soll mit „neuen Inhalten gefüllt werden“, so die Ausschreibung. Bei der Bewerbung ist Kreativität gefordert – die Bewerber haben großen Spielraum: Bautechnische, landschaftsarchitektonische und verkehrsplanerische Mittel sowie die Bildende Kunst sollen eingesetzt werden. Weiterhin spielen der Umweltschutz und das Bewahren der durch das Welterbe und den Denkmalschutz geschützten Gebäude eine wichtige Rolle. Beibehalten werden, soll auch die Funktion des Gellértbergs als sakraler und symbolischer Ort.

Eines der wichtigsten Anliegen der Auftraggeber ist es, eine neue Verwendung für die Zitadelle zu finden. Von der Ausschreibung wird erwartet, dass eine langfristige und realisierbare Lösung gefunden wird. Die Neugestaltung soll nicht nur den Bedürfnissen der Touristen, sondern auch denen der Stadtbewohner gerecht werden.

Die Idee dahinter ist nicht neu:

So reichen die Vorschläge für eine alternative Bebauung des Gellértbergs bis zur Jahrhundertwende 1900 zurück. Mitunter wurde die damals von Graf Ödön Széchenyi eingebrachte Idee eines Pantheons vom ungarischen Architekten Imre Makovecz im Jahr 2008 abermals auf die Tagesordnung gebracht. Andere Ideen reichen von einer Aussichtsplattform in Form der Stephanskrone bis hin zu nicht ganz so ernst gemeinten Vorschläge, den Gellértberg doch durch eine Pyramide zu ersetzen.

Bei der Bewertung wird darauf Wert gelegt, dass das Konzept den Gellértberg zu einem Wahrzeichen macht, welches den speziellen Charakter des Ortes unterstreicht. Weiterhin sollen die eingereichten Vorschläge in der Lage sein, sich harmonisch in das Stadtbild und die Silhouette des Budaer Donauufers einzufügen. Ebenfalls bewertet werden die Funktion und Machbarkeit sowie die Zugänglichkeit und Innovation des Projekts.

In der 13-köpfigen Jury sind die politisch Verantwortlichen des Projekts vertreten, aber auch die Ungarische Kunstakademie, die Baukammer, die Technische Universität und andere Interessensvertreter. Einsendeschluss für Bewerber ist der 3. Oktober, das maximale Preisgeld beträgt 8 Millionen Forint. Insgesamt wird das Projekt mit 40 Millionen Forint gefördert.
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