Ministerpräsident Viktor Orbán hatte am 24. Februar den Volksentscheid gegen die von Brüssel geplante Pflichtquote angekündigt. Nun wird den Bürgern am 2. Oktober die Frage gestellt: „Wollen Sie, dass die EU ohne Zustimmung des Parlamentes die Pflichtansiedlung von nicht ungarischen Staatsbürgern nach Ungarn vorschreiben kann?” Orbán ist der Meinung, in dieser Angelegenheit könne nur das ungarische Parlament und niemand anderes entscheiden. Das Parlament hatte mit 136 Ja-Stimmen für die Abhaltung der Volksbefragung gestimmt, das Verfassungsgericht am 21. Juni ebenfalls grünes Licht gegeben.

Antal Rogán (Foto r.), Minister des Kabinettbüros des Ministerpräsidenten, sagte am Dienstag, die Regierung bitte die ungarischen Bürger, Nein zur Zwangsansiedlung und zur Einwanderungspolitik Brüssels zu sagen. Bei dem Referendum am 2. Oktober können die ungarischen Bürger als die Ersten in der EU ihre Meinung zur Einwanderungspolitik Brüssels kundtun. Rogán betonte, nur die Ungarn können entscheiden, mit wem sie zusammenleben wollen.

Die rechtsgerichtete Oppositionspartei Jobbik fordert ihre Mitglieder und Sympathisanten auf, gegen die Ansiedlung zu stimmen, teilte Jobbik-Sprecher Ádám Mirkóczki mit. Die Jobbik ist jedoch der Meinung, wenn die Zurückweisung der Quote im Grundgesetz verankert würde, wäre dies eine deutlich schnellere und preiswertere Lösung. Sollte das Referendum eventuell ungültig oder ergebnislos verlaufen, so stelle dies einen Misserfolg für die Regierung dar – Viktor Orbán müsste dann die Konsequenzen ziehen.

Der Demokratischen Koalition (DK) zufolge sei die Ausschreibung des Referendums der Beginn des Austritts Ungarns aus der EU. Die DK forderte ihre Sympathisanten auf, dem Referendum fernzubleiben: „Wer fern bleibt, stimmt für den Verbleib in der EU.“ Der gleichen Meinung ist auch die MSZP. Anderer Meinung ist Gábor Fodor, Vorsitzender der liberalen MLP. Ihm zufolge sollen die Bürger am Referendum teilnehmen, da es bei der Frage auch langfristig um die EU-Mitgliedschaft und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen geht. Deswegen müsse auf die Frage mit Ja geantwortet werden, denn das bedeute Zustimmung zu den europäischen Werten und Nein zur ungarischen Regierung.
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