Eine archäologische Ausstellung, welche in ihrer Art bisher einzigartig ist, kann im Rahmen des Sankt-Martin-Gedenkjahres in Pannonhalma und Szombathely besichtigt werden. Die Sammlung, zu der eine Reihe berühmter archäologischer Funde und zahlreiche Gegenstände aus Gold gehören, präsentiert einen Zeitraum von fast fünf Jahrhunderten der Stadt Szombathely, dem Geburtsort des heiligen Martin. Außerdem zeigt die Ausstellung, wie verbreitet das Christentum in dieser Region ist. Erstmals hat die Öffentlichkeit die Gelegenheit internationale Museumsstücke zum Thema Sankt Martin in dieser umfassenden Form zu begutachten. Die Ausstellung hat am 3. Juni begonnen und wird bis Ende September geöffnet sein.

Ein römischer Soldat mit ungarischen Wurzeln

Sankt Martin wurde im Jahr 316 nach Christus als Sohn eines römischen Offiziers in Pannonien geboren. Später wuchs er in Pavia in Italien auf. Mit fünfzehn Jahren ging er zur Armee und wurde Soldat, bald sogar Offizier. Man erzählt sich über Martin, dass er schon während seiner Armeezeit ein hilfsbereiter Mensch gewesen sei, wofür ihn seine Mitmenschen schätzten und liebten. Als er an einem kalten Wintertag an einem hungernden und frierenden Bettler vorbeiritt, teilte er seinen weiten Mantel mit seinem Schwert und schenkte dem Bettler die eine Hälfte. In der folgenden Nacht sei ihm der Bettler im Traum erschienen und habe sich als Jesus Christus zu erkennen gegeben. Nach diesem Erlebnis ließ Martin sich taufen und verließ den Militärdienst. In einer Doppelausstellung werden diese Wohltaten sowohl im Iseum Savariense (dem wichtigsten antiken Architekturdenkmal in Szombathely) als auch im Stiftsmuseum des Benediktinerklosters in Pannonhalma geehrt. Die jeweiligen Ausstellungen teilen sich in zwei Perioden der Geschichte: Die doppelte Identität eines römischen Soldaten, der sich dem Christentum zuwendet, aber trotzdem seine römischen Wurzeln nicht verliert. Dies spiegelt sich unter anderem in ausgestellten Statuen, Schmuck, Gefäßen und Schwertern wider. Wer sich für authentische Reliquien des heiligen Martin interessiert, wird in den nächsten Monaten in seinem Geburtsort fündig. „Es ist sehr wichtig, dass wir verstehen, was für ein entscheidender Mann Sankt Martin in Sachen Barmherzigkeit und Nächstenliebe für seine Mitmenschen war“, betont Bischof Asztrik Várszegi, Erzabt von Pannonhalma. „Auch die Menschen heutzutage sollten aufmerksam und hilfsbereit gegenüber Menschen in Not sein. Das hat er uns beigebracht“.


Die Ausstellungen können vom 3. Juni bis 30. September 2016 hier besichtigt werden:

Iseum Savariense

9700 Szombathely, Rákóczi Ferenc utca 6-8

Stiftsmuseum des Benediktinerklosters in Pannonhalma

9090 Pannonhalma, Mátyás király utca 1-3

Für weitere Informationen und Tickets besuchen Sie www.szentmarton-pannonia.hu

Konversation

WEITERE AKTUELLE BEITRÄGE
Arbeitgeberverband

Varga: Weitere Steuersenkungen in Sicht

Geschrieben von BZ heute

Die Regierung unterstützt die Entwicklung der Unternehmen und wird deswegen im kommenden Jahr einen…

Großprojekte in Budapest

Zeit für (grüne) Visionen

Geschrieben von Rainer Ackermann

Neben vielem anderen stellte sich der Ministerpräsident Budapest als Welthauptstadt der Kultur und…

Warum der Borkai-Skandal radioaktiv bleibt

Korruptionsverdacht

Geschrieben von Boris Kálnoky

Im Skandal um den gestürzten Oberbürgermeister von Győr hofft die Regierung, dass die Sache vorbei…