Die Weltwirtschaftskrise setzte dem Unternehmen zu; eine Bank erwarb die Aktien. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte ein Regierungsbeschluss aus dem Jahre 1963 eine Umstrukturierung des Landmaschinenbaus: Dem Unternehmen in Mosonmagyaróvár wurden Fabriken in Szombathely und Szentgotthárd zugeschlagen, 1968 außerdem eine Fabrik in Kaposvár. Im gleichen Jahr richtete die gewaltig gewachsene Firma ein Planungsbüro in Budapest ein. In den 70er Jahren beschäftigte die Gruppe 3.500 Mitarbeiter und verkaufte ihre zu Weltniveau entwickelten Produkte neben den Staaten des Ostblocks ebenso in den Westen und in den Nahen Osten. Von 1978 bis zur Wende war der Landmaschinenbautrust der Rába-Holding untergeordnet. Damit veränderte sich das Produktionsprofil; Maschinen für die Großindustrie rückten in den Vordergrund, die in US-Lizenz gebaut wurden. Mit dem 1. Januar 1990 gewann Kühne Mosonmagyaróvár seine Eigenständigkeit zurück. Im Jahre 1994 gestattete das Privatisierungsgesetz den Mitarbeitern und 19 Landwirtschaftsgenossenschaften den Erwerb einer Mehrheit der Geschäftsanteile, wofür ein günstiger Kredit zur Verfügung gestellt wurde. Weil sich dennoch keine Profitabilität einstellte, verkauften die Mitarbeiter und die Genossenschaften ihre Anteile schließlich an die Kravtex Kft. Ab 1999 begann Kravtex-Kühne mit dem Bau von Autobussen als zweites Standbein neben dem starken Schwankungen unterliegenden Landmaschinenbau. Im Jahre 2008 erhielt die Busfertigung eine moderne Fabrikhalle auf 10.600 Quadratmetern inklusive Lackiererei. Um den technischen Herausforderungen, etwa hinsichtlich der Emissionsnormen, auch künftig gerecht zu werden, wurde die Halle nunmehr um 5.600 Quadratmeter erweitert. Heute verfügt die Kravtex-Kühne-Gruppe mit Busmodellen der Marke Credo von 10 bis 19 Metern unter den einheimischen Autobusherstellern über die breiteste Produktpalette. Landesweit fahren auf ungarischen Straßen inzwischen weit über 1.300 Credo-Busse. Damit ist die Kravtex-Kühne- Gruppe der mit Abstand größte ungarische Bushersteller. Die Zahl ihrer Mitarbeiter hat sich auf 440 erhöht.

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