Einer der Gründe für die Bilderflut könnte durchaus der Nachrichtenblog 444.hu sein. Denn dort kann jeder mittels Print screen-Befehl und minimalstem Wissen in Paint brush selbst aktiv werden und Brüssel mitteilen, was die Ungarn wirklich denken. Ein paar Beispiele trug die hvg zusammen.

Vorlage per excellence

Der junge Künstler, der ungenannt, aber nicht unbekannt geblieben ist und tatsächlich selbst Hand anlegte, wandte sich der Tagespolitik zu. So klebte er unter die Aufschrift: „Unsere Nachricht an Brüssel, damit sie es verstehen!“ den Zusatz: „Es ist kein Papier in der Schultoilette!“ und spielte damit auf den desolaten Zustand des Bildungssektors an.

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Unsere Nachricht an Brüssel: Bald fährt die Kleinbahn auch bis dort!“ (Gemeint ist hier die Bahn in Premier Orbáns Heimatort Felcsút, die aus erheblichen EU-Geldern finanziert wurde.)

Weniger tiefsinnig, dafür aber derb geht ein Photoshop-ler ans Werk, wenn er aus der staatlichen Aufforderung zur Referendumsteilnahme – denn dazu sollen die Plakate letztlich animieren – lieber einen urisch-ungarischen Fluch nach Brüssel sendet. Aber kein Meme-Tsunami ohne die Klassik-TV-Serie „Szomszédok“ (dt.: Nachbarn). Auch sie haben etwas zu sagen, was weit weniger flach-witzig ist, als sonst häufig: „Unsere Nachricht an Brüssel, dass sie umsonst so viel Geld schicken, hier leben noch immer vier Millionen in Armut.“

Eins aus zweien macht die Meme, die den Patzer am Burgumbau aufgreift und sagt „Hi, Brussels! Same in English!“

Nein, die Regierung wird sicher nicht vorgehabt haben, den Meme-Machern eine Steilvorlage zu liefern, aber auch unter Kabinettsminister Rogán sollte man langsam mitbekommen, dass diese Plakataktionen so wirklich kaum noch jemand ernst nimmt.

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„Unsere Nachricht an Brüssel, damit auch sie es verstehen! Ohne euer Geld sind wir niemand!“

Konversation

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