Szijjártó zufolge bedarf es zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft der russischen Rohstoffe und europäisches High-Tech. Lawrow betonte, Ungarn ist ein wichtiger Partner Russlands, die bilaterale Zusammenarbeit sei pragmatisch. Das gemeinsame Ziel sei, den rückläufigen bilateralen Handelsverkehr zu stoppen (im Vorjahr -47%, 2016 bislang -25%) und wiederzubeleben. Ungarische Unternehmen erlitten wegen des Embargos Exportverluste von 4,5 Mrd. USD.

Deswegen werde nun die regionale Zusammenarbeit vertieft: In der kommenden Woche wird mit einem weiteren russischen Verwaltungsbezirk eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, bereits die vierte. Zudem fördert die Regierung Investitionen ungarischer Unternehmen in Russland. So entstehen in der Nähe von Moskau ein ungarischer Fleischverarbeitungsbetrieb und eine Futterfabrik. Richter hat einen Pharmabetrieb in Russland errichtet. Russland spielt bei der Energieversorgungssicherheit Ungarns und der Region eine wichtige Rolle. Lawrow sagte zur geplanten Erweiterung des KKW Paks, Moskau betrachtet diese als langfristige strategische Investition. Bei dem Gespräch ging es auch um Migration, den Kampf gegen den Terrorismus und um die Ukraine.

Lawrow sagte, hinsichtlich der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen müsse auch die Ukraine den Vertrag erfüllen, das heisst von Kiew hänge die strategische Partnerschaft zwischen Russland und der EU ab. Hinsichtlich der Sanktionen gegenüber Russland stehe Ungarn auf dem Standpunkt, diese müssten von den EU-Mitgliedsländern debattiert und langsam aufgelöst werden, sagte Szijjártó. Beide Minister drängten darauf, die EU-Kommission solle objektiv die Investitionen der Energiewirtschaft unter die Lupe nehmen. Vor dem Treffen mit Szijjártó wurde Lawrow von Ministerpräsident Viktor Orbán empfangen.

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