Mehr als 500 Autos soll die neue dreistöckige Garage fassen. Zusätzlich zu den Autoparkplätzen wird es eine Waschanlage, eine Ladestation für Elektroautos, Motorradparkplätze und einen diebstahlsicheren Fahrradkeller mit Dusche, Safe und Gepäckaufbewahrung geben. Der Namensgeber des Pester Platzes zwischen Erzsébet tér und Donau ist József nádor, auch bekannt als Joseph von Österreich. Er war Mitglied des Hauses Habsburg-Lothringen und seit Ende des 18. Jahrhunderts Regent und Palatin von Ungarn. Seine Statue in der Mitte des Platzes wird renoviert, zwei Zierbrunnen installiert. Die Garagendecke soll für Fußgänger zugänglich und grasbewachsen sein. Falls von den Anwohnern gewünscht, sollen diese künftig auch Parkplätze bekommen. Laut des Generaldirektors der OTP-Immobiliengesellschaft, Tamás Ádány, wird erwartet, dass die Erneuerung des Platzes zwei Jahre dauern wird. Wenn alles nach Plan läuft, beginne im August die eigentliche Bodenarbeit. Temporäre Verkehrsbeschränkungen während der Bauzeit müssen dabei hingenommen werden. In Abstimmung mit der Lokalregierung wird es jedoch alternative Busrouten geben. Die Kosten für Grundstückserwerb und Bauarbeiten werden von der Immobiliengesellschaft in einer Größenordnung von vier Milliarden Forint veranschlagt.

Nutzen fraglich, Folgen möglicherweise problematisch

Fraglich bleibt jedoch, warum eine mit 525 Plätzen riesige und zudem kaum zugängliche Tiefgarage in der engen Innenstadt nötig sein soll. Außerdem wurden in der Vergangenheit ähnliche Projekte beispielsweise am Szabadság tér und am Kossuth Lajos tér realisiert. Durch den Bau wurden an der Oberfläche in etwa gleich viele oder sogar mehr Parkplätze verloren als hinzugewonnen – wird es hier auch so sein? Wenn eine solche Garage eigentlich zusätzliche Kapazität schaffen soll, könnte sie tatsächlich auch mehr Stau in der Innenstadt verursachen. Die Luftverschmutzung würde dementsprechend steigen. Es ist also zu erwarten, dass die Diskussion über Sinn und Unsinn dieses Projekts noch nicht abgeschlossen ist.

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