In den drei Preiskategorien konnten folgende Unternehmen und Organisationen die Auszeichnung entgegennehmen: MOBILIS Közhasznú Nonprofit Kft., Győr (INNOVATION), Hauni Hungaria Gépgyártó Kft., Pécs (MOTIVATION) und Professio – Cluster der Metallindustrie und Berufsbildung, Győr (KOOPERATION). Einen Sonderpreis erhielt die Industrie- und Handelskammer des Komitats Győr-Moson-Sopron.

Bei der Preisverleihung betonte der DUIHK-Präsident Dale A. Martin, dass ein anspruchsvolles Berufsbildungssystem in Ungarn wie auch in Deutschland zu den elementaren Voraussetzungen der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit gehöre. Er wies darauf hin, dass jüngsten Erhebungen der Kammer zufolge immer mehr Unternehmen in Ungarn einem Mangel an Fachkräften gegenüberstehen. „Das kann längerfristig das Wirtschaftswachstum bremsen, daher wird sich die Kammer auch in Zukunft aktiv für die Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems in Ungarn engagieren“, so Martin.

Wirtschaftsminister Mihály Varga erklärte, dass Ungarn ein Berufsbildungssystem aufbauen wolle, das ein starkes Rückgrat für die Wirtschaft bildet. „2015 war in Ungarn das Jahr der Berufsbildung. Die Übernahme der Berufsbildungseinrichtungen durch das Ministerium war ein Meilenstein in der Umgestaltung des Systems. Besonders hoch werte ich die hervorragende Unterstützung, die wir – auch durch den Berufsbildungspreis – von der DUIHK und ihren Mitgliedsunternehmen beim Ausbau unseres Systems erhalten“, betonte der Minister. Das Engagement der DUIHK und der in Ungarn tätigen deutschen Unternehmen in der Berufsbildung berge eine eindeutige Botschaft: es zeige, dass sie an der Zusammenarbeit interessiert seien und Teil der Entwicklung des ungarischen Berufsbildungssystems sein wollen. In Bezug auf zukünftige Pläne erklärte Varga: „Wir wollen ein Berufsbildungssystem schaffen, mit dem eine an den Erwartungen der Unternehmen orientierte fachliche Bildung verwirklicht werden kann.“

Der deutsche Botschafter Heinz-Peter Behr erinnerte daran, dass die duale Berufsbildung heute ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit, für stabile soziale Verhältnisse und hohe Beschäftigung sei. „Daher steigt das Interesse am deutschen Modell der dualen Ausbildung kontinuierlich, zum Beispiel auch in Slowenien und der Slowakei.“ Laut Behr liegen ein wesentliches Merkmal und eine Grundlage des Erfolgs dieses Modells darin, dass es auf einer engen Zusammenarbeit der Wirtschaft, der Industrie- und Handelskammern sowie des Staates beruht. „Dass der Ansatz des gemeinschaftlichen Wirkens in Ungarn Fuß gefasst hat, zeigt auch die Zusammensetzung der Bewerber für den heutigen Preis: sie stammen zu etwa gleichen Teilen aus dem Kreise der Berufsschulen, lokalen Handelskammern und Firmen“, konstatierte der Botschafter.

Der Berufsbildungspreis der DUIHK wurde 2013 ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, durch die Beteiligung am Wettbewerb sowie die öffentlichkeitswirksame Vorstellung der eingereichten Projekte die gesellschaftliche Wertschätzung und die fachliche Qualität einer praxisorientierten, moderne Kenntnisse vermittelnden beruflichen Bildung in Ungarn zu stärken. Der Preis reiht sich ein in die aktive, vielfältige Tätigkeit der DUIHK im Bereich Berufsbildung, bei der sie sich auf die Mitwirkung ihrer rund 900 Mitglieder, aber auch die jahrzehntelangen Erfahrungen des deutschen Kammernetzwerkes stützt. Der Preiswettbewerb wird fachlich unterstützt von der Ungarischen Industrie- und Handelskammer und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Die Gewinner werden von einer Jury aus sieben unabhängigen Experten auf dem Gebiet der Berufsbildung ausgewählt.

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