Die Ausstellung führt dem Besucher die Oberflächlichkeit und Banalität der „Urlaubsreise“ vor Augen, ein Konzept, das als Massenphänomen erst seit dem 20. Jahrhundert existiert. So wirft etwa die Installation „Temporary Poetry“ einen ironischen Blick auf romantische Botschaften und Zeichnungen, die Urlauber an Stränden hinterlassen. Auch die Aussagekraft generischer Urlaubsmitbringsel nimmt Siedentopf auf die Schippe und stellt 60 Schneekugeln mit untypisch anrüchigen Schneemännern darin aus. Eine weitere Fotoreihe, „Horribly Happy Holidays“, die der Ausstellung ihren Namen gibt, zeigt typische Familienporträts im Freien. Nur statt Köpfen starren einem geschnitzte Melonen entgegen.

Wer sich mit den ironischen Werken von Max Siedentopf nicht anfreunden kann, der kann auch Werke anderer großer Künstler betrachten. Für seine Serie „Geetings From Boijmans #1“ verwendete der heute in den Niederlanden lebende Künstler Postkarten, die er im Museumsshop des Rotterdamer Boijmans-van-Beuningen-Museums erworben hat. Während die eine Seite Motive klassischer Maler zeigt, ist die Rückseite mit den immer gleichen stereotypen Urlaubsgrüßen versehen: „We are having a great time and the wheater is amazing“.

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Botschaften im Sand: Max Siedentopf treibt die Frage um, warum Urlauber den Drang empfinden, sich am Strand zu verewigen.

Auch Max Siedentopf selbst hat sich in Form von Briefmarken mit seinem Konterfei auf die Karten geschlichen. Die Serie wurde speziell für die Budapester Ausstellung erstellt. „Damit reflektiere ich auch den Unterschied zwischen dem ENA Viewing Space und dem Boijmans. Während Künstler wie Cattelan und Magritte drinnen ausgestellt werden, fühlt sich Siedentopf hier draußen auf dem sonnigen Dach der Galerie wohl“, so der Künstler, der gern von sich selbst in der dritten Person spricht.

Auch wenn man viele seiner Werke mit einem Augenzwinkern betrachten muss, so steckt doch eine tiefere Bedeutung in den bunten Fotografien und Objekten. Diese drängt sich manchmal ganz ungeniert auf, ein andermal schleicht sie sich aber auch überraschend von hinten an. Genau das macht eben den Reiz an Max Siedentopf aus.


ENA Viewing Space

Budapest, XI. Bezirk, Budafoki út 10/C

Besichtigung nur auf Anfrage unter everybodyneedsart@gmail.com oder +36-30-339-50-65

Weitere Informationen unter www.everybodyneedsart.com/

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