Blackbox für mehr Sicherheit
Von BZ   
Dienstag, 10. November 2009
Image„Nur mit zusätzlichen Dienstleistungen können wir ein weiteres Wegschmelzen der Versicherungsgebühren verhindern“, ist Pál Ertl, Vorstandsmitglied der UNIQA Biztosító Zrt., überzeugt. Ganz ohne Rabatte geht es bei der fünftgrößten ungarischen Versicherung in der Kfz-Haftpflichtsaison zum Jahresende aber freilich auch nicht. „Nur mit zusätzlichen Dienstleistungen können wir ein weiteres Wegschmelzen der Versicherungsgebühren verhindern“, ist Pál Ertl, Vorstandsmitglied der UNIQA Biztosító Zrt., überzeugt. Ganz ohne Rabatte geht es bei der fünftgrößten ungarischen Versicherung in der Kfz-Haftpflichtsaison zum Jahresende aber freilich auch nicht.

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Insgesamt lässt sich seine Firma den Kampf um neue und alte Kunden fast 10 Prozent ihrer diesjährigen Haftpflicht-Einnahmen kosten. Das entspricht einer beachtlichen Summe von einer Milliarde Forint, die UNIQA-Haftpflichtkunden 2010 weniger zahlen müssen. In den beiden Kampagnenmonaten November und Dezember sind Rabatte von bis 45 Prozent möglich. Neben allgemeinen Rabatten sind darunter Sondervergünstigungen für verschiedene Kundengruppen, etwa für Familien, Beamte und sogar für Kirchenangestellte. Vergünstigungen gibt es weiterhin für Vorauszahler, Onlinebucher und Kunden, die ihre Beiträge per Bankeinzug begleichen. „Noch nie haben wir so intensive Anstrengungen unternommen, um unseren Kundenstamm zu bewahren und Neukunden dazuzugewinnen“, unterstreicht Ertl.

Markt wird für längere Zeit aufgeteilt

ImageMotiviert sind die Bemühungen seiner Versicherung nicht zuletzt von einer am 1. Januar 2010 in Kraft tretenden Gesetzesänderung, wonach Haftpflichtversicherte ihre Versicherung nicht nur zum Jahresende, sondern jederzeit wechseln können. Das heißt, dass es in Zukunft auch keine so intensiven Kampagnen der Haftpflichtversicherer zum Jahresende mehr geben wird. Das wiederum hat zur Folge, dass Kunden nie wieder so konzentriert auf einen kurzen Zeitraum bearbeitet werden können. Die zukünftigen Kampagnen der Versicherungsgesellschaften werden sich immer mehr auf das ganze Jahr ausdehnen und entsprechend abflachen, ebenso das Interesse der Kunden am Thema Haftpflichtversicherung. Da Kunden aus Bequemlichkeit nur bei deutlichen Impulsen vor allem hinsichtlich der Kosten ihren bisherigen Versicherer wechseln, wird der Markt jetzt also möglicherweise für längere Zeit aufgeteilt. Experten rechnen damit, dass von den derzeit knapp über 4 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherten jeder Vierte seinen Versicherung wechseln wird.
Entsprechend aggressiv gestaltet sich die soeben angelaufene Kampagne, die stark die Züge einer Rabattschlacht trägt. Großzügige Nachlässe gewährt zwar auch die UNIQA, daneben versucht sie sich aber auch durch Zusatzleistungen von ihren Konkurrenten abzuheben: Etwa durch den Sicherheitsservice SafeLine. Herzstück dieses Systems ist eine kleine Box, die versteckt im Auto des Versicherten angebracht wird. Sie ist unter anderem mit einem sogenannten Crash-Sensor ausgestattet, der unfalltypische Erschütterungen sofort erkennt und über einen GSM-Sender an eine Dispatcher-Zentrale meldet. Da die Box außerdem mit einem GPS-Gerät ausgestattet ist, kann sie zugleich auch die genaue Fahrzeugposition übermitteln. Eine Möglichkeit, die übrigens nicht nur bei schwereren Unfällen nützlich ist, sondern natürlich auch beim Diebstahl des Fahrzeugs.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich schließlich aus der Möglichkeit, die Route des Fahrzeugs und dessen zurückgelegte Kilometer exakt zu erfassen. Dadurch können etwa die Versicherungsgebühren an die reale Nutzung des Fahrzeugs angepasst werden. Im Englischen existiert dafür der Ausdruck: Pay as you drive. Da mittels der Box auch die Geschwindigkeit und die Beschleunigung festgehalten werden können, halten sie bei Unfällen wichtige Hinweise zum Hergang bereit. In diesem Fall sei die Versicherung laut Ertl sogar zur Herausgabe der Daten verpflichtet. Ansonsten herrsche aber völlige Vertraulichkeit. „Die Sorge, dass etwa die Polizei von uns über Geschwindigkeitsübertretungen von Kunden informiert würde, ist unbegründet“, beruhigt Ertl. Der Einbau der Box erfolge für die Kunden übrigens kostenfrei. Es falle lediglich eine Leihgebühr an. Dafür erhält der Kunde jedoch bei der Haftpflicht- und Casco-Versicherung einen Rabatt von 15 beziehungsweise 20 Prozent. „Gegenwärtig ist die UNIQA die einzige ungarische Versicherung, die einen derartigen Service anbietet“, so Ertl.

Katastrophenalarm per SMS

Auch auf einem völlig anderen Gebiet hat die UNIQA für ihre Kunden seit kurzem gleichfalls eine nützliche Zusatzleistung parat: Auf Wunsch informiert sie ihre Versicherungsnehmer per SMS, wenn extreme Witterungserscheinungen im Anzug sind. Hintergrund dieses Angebots ist laut Ertl die Tatsache, dass die Zahl der Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren „dramatisch“ zugenommen habe. Ohne größeren Aufwand kann jedoch bei entsprechender Vorwarnung die Schadenssumme reduziert werden. Auch vor diesen Service kann sich die Versicherung das Attribut „exklusiv“ heften. „Ich denke, dass dies auch in den kommenden Jahren so bleiben wird“, so Ertl.
Mit der Rechtsschutzversicherung hat die UNIQA seit kurzem auch ein komplett neues Versicherungsprodukt im Angebot. Bisher sind auf diesem Markt in Ungarn nur einige kleinere Spezialanbieter aktiv. Nicht zuletzt deswegen ist der Verbreitungsgrad von Rechtsschutzversicherungen in Ungarn.


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