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Veranstaltungen ab jetzt im Marriott PDF Drucken E-Mail
Montag, 1. Februar 2010
Die Jahreshauptversammlung des Deutschen Wirtschaftsclubs Budapest (DWC) am vergangenen Dienstag war zugleich ein Abschied: Nach 17 Jahren kehrt der Club dem Hotel Kempinski als Veranstaltungsort zugunsten des Marriott den Rücken.

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Ausschlaggebender Grund für den Wechsel waren die Kosten“, erklärte DWC-Präsident Manfred Bey den überraschten Mitgliedern die Entscheidung. Immerhin habe das Angebot des Marriott 24 Prozent unter den gegenwärtigen Kosten der Mitgliederabende im Kempinski gelegen. Außerdem habe das Marriott den Wechsel auch mit zusätzlichen, im Preis bereits inbegriffenen Leistungen schmackhaft gemacht. „Nicht zuletzt ist es nicht zu verachten, dass unsere Veranstaltungen in Zukunft mit Blick auf die Donau stattfinden können“, warb Bey für den neuen Ort.

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Mitgliederschw und reizt zu Diskussion

Im Hintergrund des Wechsels stehe aber die finanzielle Situation des Clubs, bei der die Krise deutliche Spuren hinlassen habe und noch weitere hinterlassen könne. Zwar habe der Club das vergangene Jahr – wie all die Vorjahre – in den schwarzen Zahlen beenden können, dennoch sei Vorsicht angeraten: „Lieber jetzt bei unserer größten Kostenposition etwas sparsamer sein als während des Jahres eine finanzielle Schieflage des Clubs riskieren“, weihte Bey die erschienenen Mitglieder in seine Gedankengänge ein. Immerhin sei mit Ortswechsel auch gleich das Thema Beitragserhöhung von der Tagesordnung. Wie im Vorjahr kostet die Vollmitgliedschaft also weiterhin 110.000 Forint. Die beachtlichen Vergünstigungen für Studenten und Rentner bleiben ebenso unangetastet.

Die kritischsten Parameter der DWC-Finanzsituation sind die Entwicklung des Mitgliederstammes und daraus resultierend der Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. So musste der Club im vergangenen Jahr den größten Nettoverlust seiner Geschichte verkraften. Während er das Krisenjahr 2009 mit 158 Mitglieder begann, waren es am Jahresende nur noch 137, es fand also ein Nettoschwund von 34 Mitgliedern statt. Zum Vergleich: 2008 schmolz der Mitgliederstamm nur um fünf Mitglieder. Kein Wunder, dass diese Tatsache die Anwesenden zu einer sehr lebhaften Diskussion reizte. Intensiv wurde über Wege nachgedacht, den übrigens bereits seit etwa 2002 anhaltenden und im vergangenen Jahr krisenbedingt nur etwas heftiger ausgefallenen Mitgliederschwund zu stoppen.

„Wir brauchen neue Mitglieder“

„Wenn wir unser Niveau halten wollen, brauchen wir neue Mitglieder“, mahnte etwa Bey nachdrücklich an. Im Übrigen sei der Mitgliederschwund kein spezifisches DWC-Problem. Auch andere deutschsprachige Clubs und Kammern in Ungarn seien damit konfrontiert. Vorstandsmitglied Ernő Dús, der zuvor anhand der Aussagen der Ausgetretenen nachgewiesen hatte, dass der Nettoverlust von 34 Mitgliedern zu einem großen Teil mit den Wirkungen der Krise zu erklären sei, ging das Problem ganz praktisch an: „Wenn in diesem Jahr jeder des auf etwa 50 Mitglieder geschätzten harten DWC-Kerns nur ein einziges neues Mitglied wirbt, dann ist das Problem von der Tagesordnung.“ Konkrete Maßnahmen wurden im Verlauf der Diskussion jedoch nicht beschlossen.

Attraktivität der Veranstaltungen ungebrochen

Auf die geschätzte Größe des harten Kerns von etwa 50 Mitgliedern kam Dús wahrscheinlich mit Blick auf die durchschnittliche Teilnehmerzahl der einzelnen DWC-Veranstaltungen. So hatten die neun Budapester DWC-Veranstaltungen im vergangenen Jahr durchschnittlich 48 Teilnehmer. Die aktuelle Mitgliederversammlung lag mit knapp unter 30 Mitgliedern also weit unter dem Durchschnitt. Mit Blick auf die jeweilige Teilnehmerzahl waren die Präsentation der neuen politischen Partei LMP im März sowie die Vorträge der Kommunikationsberaterin Elisabeth Bálint-Cherdron im Mai und des Wirtschaftswissenschaftlers András Inotai im Oktober am erfolgreichsten.

Dass der Mitgliederschwund nicht unbedingt etwas mit der gesunkenen Attraktivität der DWC-Abende zu tun habe, wies DWC-Vorstandsmitglied Reinhard Hetzer nach, der sich in seinem Referat den Finanzen des Clubs widmete. So zeigte er etwa auf, dass das Aufkommen an Gästebeiträgen im vergangenen Jahr gegenüber 2008 nahezu konstant geblieben sei, was durchaus als Indiz für den ungebrochenen Zuspruch der Veranstaltungen interpretiert werden könne. Zusätzliche Einnahmen erzielte der Club hingegen aus dem kompletten Verkauf seiner Wert-papiere. Im Interesse einer größeren Flexibilität wolle man in diesem Jahr auf die Anlage des Club-Vermögens in Wertpapieren ganz verzichten. Zum Jahresende 2009 betrug das Club-Vermögen 2,13 Millionen Forint, was einem 



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