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Der Mann fürs Neue PDF Drucken E-Mail
Von Bognár Nándor   
Montag, 30. November 2009
Wenige Monate vor den Parlamentswahlen steht die MSZP wie ein Häufchen Elend da. Selbst die glühenden Optimisten innerhalb der Partei richten sich auf eine historische Wahlschlappe ein.


Die MSZP, die bei den bisherigen fünf Parlamentswahlen seit der Wende 1989/90 bereits vier Mal stimmenstärkste Partei war, erlebt einen gewaltigen Umbruch: Sie muss am eigenen Leib erfahren, wie es ist, von einer Volkspartei zu einer mittelgroßen Partei zu schrumpfen. In den Meinungsumfragen krebsen die Sozialisten schon seit geraumer Zeit bei der Zehn-Prozent-Marke herum. Nur zum Vergleich: Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2006 erreichte die MSZP 43,3 Prozent der Wählerstimmen.

Junger Hoffnungsträger

Nun soll einer der jungen Hoffnungsträger der MSZP, Fraktionschef Attila Mesterházy, das leckgeschlagene sozialistische Schiff ans rettende Ufer steuern. Der 35-Jährige wurde vom Parteipräsidium der Sozialisten am Dienstag einstimmig zum Spitzenkandidaten für die Parlamentswahlen im April 2010 gewählt. Das Plazet des MSZP-Parteikongresses am 12. Dezember dürfte nur noch Formsache sein.

Die Vorsitzende der MSZP, Ildikó Lendvai, bezeichnete Mesterházy als einen Politiker, der bei den Sozialisten sowohl für Kontinuität als auch Erneuerung stehe. Laut Lendvai ist der nunmehrige Spitzenkandidat der MSZP eine „Langzeitinvestition in die Zukunft, die hoffentlich schon bei den anstehenden Parlamentswahlen Gewinn abwirft“.

Mesterházy selbst betonte, dass er ein  „Kämpfertyp“ sei, der „110 Prozent“ geben wolle, um die negativen Tendenzen für die Sozialisten umzukehren. Er versprach, ein „harter Gegner“ für die rechtskonservative Oppositionspartei Fidesz und ein „unerbittlicher Widersacher“ für die rechtsradikale Partei Jobbik zu werden.     

Der Fidesz, dessen Spitzenkandidat in der Person von Parteichef und Ex-Premier Viktor Orbán bereits seit langem feststeht, ließ kein gutes Haar an Mesterházy. Fidesz-Sprecher Péter Szijjártó erklärte, dass Mesterházy mit jener politischen Ära gleichzusetzen sei, die mit ihrer „brutalen Schröpfpolitik“ das Leben so vieler Menschen vergällt habe.

Szijjártó nannte die ,,Hauptübeltäter“ dieser Ära auch beim Namen: Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány und Regierungschef Gordon Bajnai. Laut dem Fidesz-Politiker gehöre Mesterházy mitsamt Gyurcsány und Bajnai einer Vergangenheit an, welche die Menschen endgültig hinter sich lassen wollen.

Weg der Erneuerung
    
Angesichts der vorprogrammierten Niederlage bei den Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr hielt sich der Andrang auf den Posten des Spitzenkandidaten bei den Sozialisten in Grenzen. Nachdem Regierungschef Bajnai dankbar abgewinkt hatte, wurde neben Mesterházy zuletzt nur der EU-Kommissar der vergangenen fünf Jahre, László Kovács, als MSZP-Spitzenkandidat ernsthaft gehandelt. Indes war der 70-jährige Kovács in den Augen der MSZP-Spitze nicht dafür prädestiniert, eine MSZP zu verkörpern, die zu neuen Ufern aufbricht.   

Mit Mesterházy als Zugpferd bei den Parlamentswahlen ist die MSZP nun offenbar wirklich entschlossen, den Weg der Erneuerung und Verjüngung zu gehen. Mesterházy wird als Signal an die jungen Wähler gesehen. Gleichwohl steht ihm eine Herkulesarbeit bevor: Er muss in den nächsten Monaten eine an der Regierung über weite Strecken glücklose, von Korruptionsskandalen gebeutelte und demoralisierte Partei bestmöglich verkaufen.   
 



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