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Olimpia - Keine Kompromisse PDF Drucken E-Mail
Von Alice Müller   
Montag, 30. November 2009
Unweit des Ostbahnhofs liegt das Restaurant Olimpia in einer Nebenstraße. Wer hierherkommt, muss wissen, was er sucht, denn von außen deuten Schrift und Schild eigentlich auf eine griechische Taverne hin. Keines dergleichen aber findet man vor, wenn man an einem der schmucklosen Tische Platz nimmt. Die Küche hält sich nicht an nationale Schubladen, allem, was auf den Tisch kommt, ist allein die Kreativität des Küchenchefs gemeinsam.


Eine Speisekarte gibt es nicht, und wenn man mittags noch von einer großen Schiefertafel – wie in vielen anderen Lokalen – seine Speisen selbst wählen kann, so begibt man sich abends völlig in die Hände der Küche. ,,Wir verlangen unseren Gästen ein großes Maß an Vertrauen ab. Denn sie sollen zwar sagen, was sie nicht mögen, aber das Mahl stellen wir zusammen“, verrät Lajos Takács, Chefkoch und Miteigentümer der Gaststätte. Das ,,Mahl“ besteht aus drei bis sechs Gängen, wobei die Portionen entsprechend bemessen sind. Die Speisen wechseln täglich, je nach den Zutaten, die gerade auf dem Markt zu finden sind. ,,Die Arbeit eines Kochs ist im Allgemeinen monoton. Dadurch, dass ich hier aber nie weiß, was ich an dem Tag auf dem Markt bekommen werde, hält jeder Tag neue Inspirationen bereit“, erklärt Lajos Takács das Konzept. ,,Andererseits haben wir aber auch aus Qualitätsgründen keine feste Speisekarte. Denn es kann sein, dass sich die Ente bei dem gleichen Metzger einmal eher zum Braten eignet, ein anderes Mal hingegen zum Dünsten. Oder dass wir die Beilage wechseln, weil gerade ein anderes Gemüse frisch zu bekommen ist.“

Zunächst wird der Gast mit knusprigem, hausgemachtem Brot und frischer Butter versorgt. Dabei handelt es sich um Rohmilchbutter, die die Küche aus Belgien bezieht. Geschmacklich ist schon diese Kombination allein ein Volltreffer. Die Butter akzentuiert mit etwas Salz die angenehme Säure des dunklen Brots. Zur Vorspeise reicht die Küche eine Gänseleberpastete mit geräuchertem Stör und einer Mango-Pfeffer-Soße. Die Pastete ist buttrig fest, ihr milder Geschmack wird durch den roten Pfeffer und die süßsaure Mango harmonisch ergänzt. Die Suppe mit Meeresfisch und Babyspinatblättern toppt die Vorspeise aber locker. Einerseits eine Augenweide, harmonieren die Zutaten des milden Fischs mit dem sämigen Suppensud und den frischen Blättern. Die Nachspeise jedoch beweist, was die Küche aus einem traditionellen ungarischen Gericht machen kann: Ungarns spezielles Dessert ,,Madártej“ besteht ganz traditionell aus Vanillesauce und geschlagenen Eiweiß-Schäumchen, jedoch kann man sie im Olimpia geschmacklich eher mit einer Creme Brulée vergleichen. Das i-Tüpfelchen macht die Nougatsauce aus, die das schaumige Duo ziert.

Auch auf die Weinempfehlungen von Csaba Csongrádi, dem zweiten Miteigentümer, kann man sich voll verlassen. So reicht er zur Vorspeise einen Keréklevelű vom Balaton, Jahrgang 2003, dessen volle Honignote mit milden Säuretönen eine hervorragende Ergänzung zu den Speisen bildet. ,,In Speisen und Getränken darf man, genauso wie bei der Liebe oder der Seele, keine Kompromisse schließen“, bringt Csaba Csongrádi die Philosophie des Restaurants auf den Punkt. Und tatsächlich spielen in diesem Lokal mit seiner fast spartanischen Einrichtung wirklich das Essen und das Trinken die allererste Geige. Trendig will es nicht sein, exklusiv ist es dafür umso mehr – allein schon, weil pro Abend nur etwa 30 Gäste bedient werden. Eine Tischreservierung ist daher unbedingt zu empfehlen.

Olimpia
VII. Alpár utca 5
Tel: 321 2805
www.alparutca.hu
Geöffnet: montags bis freitags
12-15 Uhr, 19-22 Uhr,
samstags 19-22 Uhr,
sonntags geschlossen.

Mittagsmenü:
Zwei Gänge: 1.450 Ft
Drei Gänge: 1.650 Ft

Abendmenü:
Drei Gänge: 4.400 Ft
Vier Gänge: 4. 900 Ft
Fünf Gänge: 5.900 Ft
Sechs Gänge: 6.700 Ft

Kaffee:                    300-400 Ft
Mineralwasser:            250 Ft
Säfte:                             400 Ft
Wein:                              710 Ft
Bier:                                360 Ft





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