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MDF und SZDSZ wollen Sender retten PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 17. November 2009
In der vergangenen Woche befasste sich das Parlament mit den Umständen der Frequenzvergabe an zwei mutmaßlich parteinahe Radiosender. SZDSZ-Fraktionsvorsitzender János Kóka regte zum wiederholten Male die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses an, was jedoch keine Mehrheit fand.

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Auch MDF-Vorsitzende Ibolya Dávid kritisierte die Entscheidung des Rundfunk- und Fernsehrates (ORTT) und forderte die Regierung auf, mithilfe „der Regierungsbehörde“ NHH (Nationales Rundfunkamt), das für die tatsächliche Vergabe der Frequenz zuständig ist, einzugreifen. Bereits im Vorfeld hatte Regierungssprecher Domokos Szollár allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass weder die Regierung noch ein einzelner Minister die Befugnis hätten, das NHH anzuweisen. Fidesz-Sprecher Péter Szijjártó ließ verlauten, dass SZDSZ und MDF zu „Interessenvertretern von gewissen wirtschaftlichen Kreisen geworden sind und in diesem Rahmen ohne Grund Verschwörungstheorien fabrizieren und andere beschuldigen.“
Unterdessen versucht das amerikanische Unternehmen Emmis Communications, in dessen Besitz sich der bei der Frequenzausschreibung unterlegene Sender Sláger Rádió befindet, einen Radiosender zu kaufen. Zunächst war Rádió 1 im Gespräch, das über regional unterschiedliche Frequenzen in zahlreichen Teilen Ungarns zu empfangen ist und für Sláger somit eine attraktive Alternative zur jetzigen landesweiten Frequenz bietet. Das Internetportal radiosite.hu vermeldete jedoch, dass keine Einigung über den Preis erzielt werden konnte. In der Folge fragte Sláger noch bei dem Budapester Sender Roxy an, der aber ebenfalls nicht zum Verkauf steht. Da im Zuge der Wirtschaftskrise zahlreiche Lokalsender verschwunden sind, ist nun möglich, dass Sláger Rádió auf dem Wege des Erwerbs  dieser freigewordenen Frequenzen versucht, doch noch auf Sendung zu bleiben. Parallel dazu werden die Verhandlungen mit Budapester Sendern weitergeführt, da es ohne Frequenz in der Hauptstadt nur schwer möglich ist, sich über Wasser zu halten.
Auch auf internationaler Ebene fand die skandalöse Vergabe der Radiofrequenzen Widerhall. Laut Economist „kochen amerikanische Diplomaten in Budapest vor Wut“ und suchen nach Wegen, um der Pressefreiheit und den Interessen von Emmis Communications Geltung zu verschaffen. 



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