„Nur mit zusätzlichen Dienstleistungen können wir ein weiteres
Wegschmelzen der Versicherungsgebühren verhindern“, ist Pál Ertl,
Vorstandsmitglied der UNIQA Biztosító Zrt., überzeugt. Ganz ohne
Rabatte geht es bei der fünftgrößten ungarischen Versicherung in der
Kfz-Haftpflichtsaison zum Jahresende aber freilich auch nicht.
„Nur mit zusätzlichen Dienstleistungen
können wir ein weiteres Wegschmelzen der Versicherungsgebühren
verhindern“, ist Pál Ertl, Vorstandsmitglied der UNIQA Biztosító Zrt.,
überzeugt. Ganz ohne Rabatte geht es bei der fünftgrößten ungarischen
Versicherung in der Kfz-Haftpflichtsaison zum Jahresende aber freilich
auch nicht.
Insgesamt lässt sich seine Firma den Kampf um neue und alte Kunden fast
10 Prozent ihrer diesjährigen Haftpflicht-Einnahmen kosten. Das
entspricht einer beachtlichen Summe von einer Milliarde Forint, die
UNIQA-Haftpflichtkunden 2010 weniger zahlen müssen. In den beiden
Kampagnenmonaten November und Dezember sind Rabatte von bis 45 Prozent
möglich. Neben allgemeinen Rabatten sind darunter Sondervergünstigungen
für verschiedene Kundengruppen, etwa für Familien, Beamte und sogar für
Kirchenangestellte. Vergünstigungen gibt es weiterhin für Vorauszahler,
Onlinebucher und Kunden, die ihre Beiträge per Bankeinzug begleichen.
„Noch nie haben wir so intensive Anstrengungen unternommen, um unseren
Kundenstamm zu bewahren und Neukunden dazuzugewinnen“, unterstreicht
Ertl.
Markt wird für längere Zeit aufgeteilt
Motiviert sind die Bemühungen seiner Versicherung nicht zuletzt von
einer am 1. Januar 2010 in Kraft tretenden Gesetzesänderung, wonach
Haftpflichtversicherte ihre Versicherung nicht nur zum Jahresende,
sondern jederzeit wechseln können. Das heißt, dass es in Zukunft auch
keine so intensiven Kampagnen der Haftpflichtversicherer zum Jahresende
mehr geben wird. Das wiederum hat zur Folge, dass Kunden nie wieder so
konzentriert auf einen kurzen Zeitraum bearbeitet werden können. Die
zukünftigen Kampagnen der Versicherungsgesellschaften werden sich immer
mehr auf das ganze Jahr ausdehnen und entsprechend abflachen, ebenso
das Interesse der Kunden am Thema Haftpflichtversicherung. Da Kunden
aus Bequemlichkeit nur bei deutlichen Impulsen vor allem hinsichtlich
der Kosten ihren bisherigen Versicherer wechseln, wird der Markt jetzt
also möglicherweise für längere Zeit aufgeteilt. Experten rechnen
damit, dass von den derzeit knapp über 4 Millionen
Kfz-Haftpflichtversicherten jeder Vierte seinen Versicherung wechseln
wird.
Entsprechend aggressiv gestaltet sich die soeben angelaufene Kampagne,
die stark die Züge einer Rabattschlacht trägt. Großzügige Nachlässe
gewährt zwar auch die UNIQA, daneben versucht sie sich aber auch durch
Zusatzleistungen von ihren Konkurrenten abzuheben: Etwa durch den
Sicherheitsservice SafeLine. Herzstück dieses Systems ist eine kleine
Box, die versteckt im Auto des Versicherten angebracht wird. Sie ist
unter anderem mit einem sogenannten Crash-Sensor ausgestattet, der
unfalltypische Erschütterungen sofort erkennt und über einen GSM-Sender
an eine Dispatcher-Zentrale meldet. Da die Box außerdem mit einem
GPS-Gerät ausgestattet ist, kann sie zugleich auch die genaue
Fahrzeugposition übermitteln. Eine Möglichkeit, die übrigens nicht nur
bei schwereren Unfällen nützlich ist, sondern natürlich auch beim
Diebstahl des Fahrzeugs.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich schließlich aus der Möglichkeit, die
Route des Fahrzeugs und dessen zurückgelegte Kilometer exakt zu
erfassen. Dadurch können etwa die Versicherungsgebühren an die reale
Nutzung des Fahrzeugs angepasst werden. Im Englischen existiert dafür
der Ausdruck: Pay as you drive. Da mittels der Box auch die
Geschwindigkeit und die Beschleunigung festgehalten werden können,
halten sie bei Unfällen wichtige Hinweise zum Hergang bereit. In diesem
Fall sei die Versicherung laut Ertl sogar zur Herausgabe der Daten
verpflichtet. Ansonsten herrsche aber völlige Vertraulichkeit. „Die
Sorge, dass etwa die Polizei von uns über Geschwindigkeitsübertretungen
von Kunden informiert würde, ist unbegründet“, beruhigt Ertl. Der
Einbau der Box erfolge für die Kunden übrigens kostenfrei. Es falle
lediglich eine Leihgebühr an. Dafür erhält der Kunde jedoch bei der
Haftpflicht- und Casco-Versicherung einen Rabatt von 15 beziehungsweise
20 Prozent. „Gegenwärtig ist die UNIQA die einzige ungarische
Versicherung, die einen derartigen Service anbietet“, so Ertl.
Katastrophenalarm per SMS
Auch auf einem völlig anderen Gebiet hat die UNIQA für ihre Kunden seit
kurzem gleichfalls eine nützliche Zusatzleistung parat: Auf Wunsch
informiert sie ihre Versicherungsnehmer per SMS, wenn extreme
Witterungserscheinungen im Anzug sind. Hintergrund dieses Angebots ist
laut Ertl die Tatsache, dass die Zahl der Naturkatastrophen in den
vergangenen Jahren „dramatisch“ zugenommen habe. Ohne größeren Aufwand
kann jedoch bei entsprechender Vorwarnung die Schadenssumme reduziert
werden. Auch vor diesen Service kann sich die Versicherung das Attribut
„exklusiv“ heften. „Ich denke, dass dies auch in den kommenden Jahren
so bleiben wird“, so Ertl.
Mit der Rechtsschutzversicherung hat die UNIQA seit kurzem auch ein
komplett neues Versicherungsprodukt im Angebot. Bisher sind auf diesem
Markt in Ungarn nur einige kleinere Spezialanbieter aktiv. Nicht
zuletzt deswegen ist der Verbreitungsgrad von
Rechtsschutzversicherungen in Ungarn.
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