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Menza - Keine Erinnerung an die Studentenzeit |
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Von Ágnes Lukács
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Dienstag, 20. Oktober 2009 |
Betritt man das Restaurant Menza, wird einem sofort klar: Der Name muss einfach als Provokation gemeint sein. Das Restaurant hat nichts mit einer richtigen Mensa gemein.

An der Tür wird man von einem freundlichen Kellner empfangen, der einem einen Tisch empfiehlt. Die Einrichtung ist mit den braunen Lederbänken, den orangegestreiften Tischdecken und den großgemusterten Tapeten im Retro-Stil gehalten und damit sehr trendy. Unbequeme Plastikstühle, Tabletts und lange Schlangen an der Essensausgabe wie in einer Uni-Mensa sucht man hier vergeblich. Vielmehr ist die Menza am Liszt Ferenc tér ein sehr ansprechendes und trendiges Restaurant, das weder im Angebot noch preislich etwas mit einer „richtigen“ Mensa zu tun hat.
Wer es richtig deftig ungarisch mag, bekommt auch hier die üblichen Verdächtigen, allerdings etwas abgewandelt: Es gibt selbstverständlich eine Gulaschsuppe für 890 Forint, Letscho mit Eiern für 1.390 Forint als Vorspeise oder – ein Sommergericht aus Kindheitstagen – die Eiernockerln mit Kopfsalat (1.290 Forint), aber auch Mangalica-Schweinemedaillons mit Letscho und Eiergraupen. Wer in diesen kalten Tagen noch mit Wehmut an den Sommer am Balaton denkt, kann einfach Seehecht mit Pommes und Salzgurken (1.790 Forint) bestellen. Ist die ungarische Küche auch für ihre Schwere bekannt, so wartet das Restaurant Menza mit innovativen Kombinationen auf und beweist, dass nicht alles, was man mit Ungarn verbindet, schwer im Magen liegen muss: Ein Bespiel dafür ist die Hähnchenbrust im Lángos-Teig gebraten, das mit einem leichten, frischen Salat (1.890 Forint) serviert wird.
Neben der regulären Speisekarte bietet das Menza auch ein Wochenmenü, das sich der Saison anpasst. Zurzeit überwiegen herbstliche Gerichte mit Pilzen, Trauben und Birnen. So verlockend allerdings die Steinpilzsuppe (790 Forint) klingen mag, so sollte man doch die Finger davon lassen. Die Suppe schmeckt zwar köstlich, aber sie liegt einem noch Stunden später schwer im Magen. Eine Entschädigung dafür ist der gegrillte Camembert mit Birnen in Rotweinsauce. Die Größe der Portion ist genau richtig, der Camembert schön weich, er zerfließt aber nicht auf dem Teller und bildet mit den süßlichen Rotwein-Birnen eine gelungene Kombination. Dazu empfiehlt sich ein ungarischer Tropfen aus der sehr ausführlichen Weinkarte des Restaurants, die sogar mit Wochenangeboten unterstützt wird.
Das Dessertangebot erinnert schon etwas mehr an die Schulmensa: Waffeln, Quarkknödel und Mohnnudeln gehörten sicher zu den Lieblingsgerichten, die man am Essenspult aufs Tablett nehmen konnte. Die Süßspeisen des Menza übertreffen diese aber allemal. Die Waffeln werden beispielsweise von der gewählten Schokoladen-, Vanille- oder Erdbeercreme fast erschlagen. Wer es auch bei den Desserts etwas leichter mag, sollte auf das saisonale Menü ausweichen, wo auch Obstkuchen zu finden sind.
Alles in allem lohnt sich ein Besuch im Menza, einem der beliebtesten und somit vollsten Restaurants auf dem Liszt Ferenc tér, weswegen es sich lohnt, vorher einen Tisch zu reservieren. Und über eines sollte man sich im Klaren sein: Auch preislich hat das Restaurant herzlich wenig mit einer Schulmensa zu tun und gehört berechtigterweise zu den Lokalen der höheren Preiskategorie.

Mineralwasser: 290 Ft Kaffee: 290 Ft Bier: 320 Ft Suppen: 790-890 Ft Vorspeisen: 1.290-1.890 Ft Salate: 1.390-2.690 Ft Hauptspeisen: 1.290-3.990 Ft Desserts: 790-890 Ft
Restaurant Menza VI. Liszt Ferenc tér 2 Tel.: 413 1482 www.menza.co.hu Geöffnet: täglich 12 bis 24 Uhr
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