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Die Reihe der ungarischen Streitigkeiten mit den Nachbarländern setzt sich fort. PDF Drucken E-Mail
Von AL   
Montag, 9. Juli 2007

Tokaj protestiert gegen slowakisches Kohlekraftwerk

Nach den Irritationen mit Österreich wegen der Verschmutzung des Flusses Raab und der geplanten Müllverbrennungsanlage in der Nähe von Szentgotthárd an der ungarisch-österreichischen Grenze, hat Ungarn nun auch mit der Slowakei Probleme.

Die Einwohner der Weinstadt Tokaj protestieren gegen den geplanten Bau eines Kohlekraftwerks in Trebisov – 20 Kilometer von der Grenze entfernt. Die Bewohner der Weinregion befürchten, dass der Rauch, der aus dem Kraftwerk in die Luft gelangen würde, die Reben schädigen könnte. Dass die Slowaken um die Pläne bisher ein großes Geheimnis gemacht haben, lässt die Tokajer darauf schließen, dass das Kraftwerk nicht so umweltschonend sein wird wie versprochen.

An diesem Dienstag soll die Verwaltung der slowakischen Kleinstadt entscheiden, ob sie den Bau der Anlage genehmigt. Obwohl eine generelle Erlaubnis bereits im Mai ausgesprochen wurde, hoffen die Tokajer, dass die Bewohner von Trebisov den Bau doch noch verhindern. Laut Péter Szamosvölgyi, dem Bürgermeister von Tokaj-Hegyalja, wurden die Pläne bei einem öffentlichen Forum in Trebisov am vergangenen Mittwoch mit lauten Unmutsbekundungen kommentiert. Die Bewohner haben bereits 8.000 Unterschriften gegen den Bau des Kraftwerks gesammelt. Auch sie befürchten, dass sich ihre Lebensqualität durch die enorme Luftverschmutzung verschlechtern könnte. Juraj Rizman, slowakischer Greenpeace-Aktivist, warnt: ,,Durch die Anlage ist auch Tokaj gefährdet, Schwefel könnte in den Boden gelangen, die Rauchgasemissionen könnten steigen, auch das Klima könnte sich verändern.“ Laut Szamosvölgyi werden jährlich etwa 4 Mio. Tonnen schädliche Stoffe durch die Schornsteine in die Luft gelangen.




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