Im Botanischen Garten der Loránd-Eötvös-Universität (kurz ELTE) laufen bereits die Vorbereitungen für das diesjährige Sakura-Fest. Die Zeit der Kirschblüte, japanisch Sakura, ist hier das größte und beliebteste Ereignis des ganzen Jahres. Das Naturspektakel begleitet der Botanische Garten mit Konzerten, Picknicken und Kursen über die japanische Kultur.

Éva Rabi ist die Leiterin des Gartens und organisiert das Fest. „Besonders ostasiatische Touristen kommen gerne zur Kirschblüte. Aber auch viele Ungarn interessieren sich für die japanischen Bräuche“, erzählt sie. Für jeden der Veranstaltungstage ist ein mehrstündiges Programm geplant. So werde es beispielsweise eine Ausstellung über klassisch-japanische Reispapierkunst geben. Auch in der japanischen Tradition des Manga-Malens könne man sich ausprobieren. Sprach- und Kochkurse sowie Kampfsportvorführungen runden das Rahmenprogramm ab. Dabei werden die Tore des Botanischen Gartens an diesen Tagen für Besucher von 9 bis 17 Uhr geöffnet sein.


Pflanzen für die Bildung

Die Geschichte des Universitätsgartens geht übrigens bis ins 18. Jahrhundert zurück. Ursprünglich diente er der Ausbildung von Medizinstudenten und der Erforschung der ungarischen Flora. Er beherbergt heute circa 8.500 verschiedene Pflanzen aus der ganzen Welt. Damit ist er einer der historisch bedeutendsten Gärten in Ungarn. Seit 1960 ist er ein nationales Naturschutzgebiet. Genutzt wird er noch immer vor allem zu Forschungszwecken von den naturwissenschaftlichen Studenten der Budapester Loránd-Eötvös-Universität. Die Studiengänge Pflanzenphysiologie, Ökologie sowie auch Pharmakologie und Lehramt Biologie können den Garten dafür nutzen, Gewächse zu begutachten und Material für Experimente zu entnehmen. Wie Éva Rabi erklärt, gehe es bei den Forschungsarbeiten zum Beispiel darum, gefährdete Pflanzenarten zu erhalten oder Insektenfallen zu entwickeln.

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Frühlingswetter: Auch in diesem Jahr hofft der Botanische Garten wieder auf Sonnenschein.
Das große Areal des Gartens unterteilt sich in mehrere Bereiche, in einem sind die Kirschbäume sowie Teiche und Brunnen zu finden, in anderen gibt es bepflanzte Hügel über deren Kieswege Besucher spazieren können. Für Pflanzenfans bietet die Grünanlage die eine oder andere Sehenswürdigkeit.


Grüne Wunder

Eine Besonderheit sind beispielsweise die 200 Jahre alten Ginkgo-Bäume, deren Blätter gegen Krankheiten wie Asthma oder Durchblutungsstörungen helfen sollen. Ein weiterer Schatz des Pflanzenrepertoires ist die Wollemia nobilis, eine Pflanzenart, deren Entdeckung vor rund 25 Jahren als eine Sensation gefeiert wurde. Das Araukariengewächs war Wissenschaftlern bis dahin nur aus Fossilienfunden bekannt. Man glaubte, es sei bereits seit 65 Millionen Jahre ausgestorben. Erst 1994 wurde die Gattung, die schon zur Zeit der Dinosaurier die Erde bedeckte, in einem australischen Nationalpark wiederentdeckt.

Zur Artenvielfalt des Gartens tragen aber auch 300 Pflanzen bei, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion ICUN stehen, also als vom Aussterben bedroht gelten. Auf dem Gelände befindet sich auch eines der ältesten Gewächshäuser Ungarns, welches immerhin 500 Quadratmeter misst. Mit einer Temperatur von - selbst im Winter - mindestens 20 Grad beherbergt es vor allem tropische Pflanzenarten wie Orchideen und Kakaobäume.

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Stolz ist der Botanische Garten auch auf sein angeschlossenes Zierpflanzengeschäft FitoLand, in dem zwar nicht viele, dafür aber nur selbstangebaute Pflanzen verkauft werden. Dort kann man unter anderem Echte Aloe, Kakaobäumchen oder fleischfressende Pflanzen erwerben.


Botanischer Garten der Loránd-Eötvös-Universität in Budapest

Budapest, XIII. Bezirk, Illés utca 25

Datum: 6. und 7. / 13. und 14. April

Angaben zu den Ticketpreisen sowie das ausführliche Programm zum Hanami-Fest finden Sie auf www.fuveszkert.org oder auf der Facebook-Seite Gartens unter ELTE Füvészkert.

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