Wie viele Zuwendungen erhalten Familien zusammen mit dem jetzt verkündeten Aktionsplan zum Schutz der Familien im Durchschnitt?

Es lohnt ein Blick auf unsere Angebote an junge Menschen, die sich ihr Leben gemeinsam, als ein Paar vorstellen. Beabsichtigen sie, eine Familie zu gründen, erlangen sie dank der neuen Maßnahmen von Anfang an die Berechtigung zu Zuwendungen in Höhe von mehreren Millionen Forint. Mit der Eheschließung wird eine Steuervergünstigung von monatlich 5.000 Forint wirksam. Ab Juli können junge Paare den zinslosen und frei verwendbaren Kredit von 10 Millionen Forint in Anspruch nehmen, mit dem das Kinderkriegen unterstützt wird, und der bei zwei Kindern nur noch teilweise und bei drei Kindern gar nicht mehr zurückgezahlt werden muss.

Wer ein neues Zuhause wünscht, erhält 10 Millionen Forint an staatlichen Zuwendungen. Außerdem besteht die Möglichkeit, weitere 15 Millionen Forint als vergünstigten Kredit aufzunehmen. Wer selbst baut, kann sogar noch 5 Millionen Forint an Mehrwertsteuer zurückerstattet bekommen. Das bedeutet insgesamt bereits 40 Millionen Forint.

Wenn ein Hypothekendarlehen aufgenommen wurde, erlassen wir davon bei der Geburt des zweiten Kindes 1 Million Forint, beim dritten Kind bereits 4 Millionen Forint – das sind also weitere 5 Millionen Forint, die fortan von einem Kredit in Zuwendungen umgewandelt wurden. All das wird ergänzt durch die Steuervergünstigungen für Familien, die den Familien mit drei Kindern monatlich Einsparungen in der Größenordnung von 100.000 Forint bringen.

So lässt sich ein Leben planen, vor allem wenn man bedenkt, dass die jungen Menschen vor 2010 praktisch gar keine Unterstützung für den Start ins Familienleben erhielten. So viel Hilfe stand den jungen Menschen in Ungarn, die ein gemeinsames Leben anfangen, noch nie zur Verfügung.


Was zeigen die Zahlen, sind die Auswirkungen der Regierungsmaßnahmen bereits zu spüren?

Wir bewegen uns in eine gute Richtung. Den Familien verbleibt mehr Geld und seit 20 Jahren wurden nicht mehr so viele Kinder geboren, wie heutzutage. Obendrein erreichte die Zahl der Eheschließungen im Jahre 2018 ein Rekordhoch, das im Großen und Ganzen hunderttausend jung verheiratete Menschen bedeutet. Des Weiteren sehen wir, dass der Zeitpunkt für das erste Kind nicht weiter hinausgezögert wird, denn es müssen nicht mehr lange Jahre ins Land gehen, ehe man sich eine entsprechende Existenz aufgebaut hat. Dank der besagten Zuwendungen können die jungen Leute viel schneller eigenständig werden.


Wie versuchen Sie, den Missbrauch einzudämmen?

Bei der Nationalen Konsultation über die Familien fand jener Punkt den meisten Zuspruch, wonach die Familienzuschüsse an Arbeit gebunden sein sollen. In einem Land, das praktisch Vollbeschäftigung erreicht hat, darf erwartet werden, dass die Eltern ihren Teil zum Aufziehen der Kinder beitragen, also Arbeitsverhältnisse eingehen. Wir möchten erreichen, dass die Kinder auf eine verantwortungsbewusste Weise auf die Welt kommen, wobei die Eltern nicht von den Kindern, sondern für die Kinder leben möchten. Deshalb verlangen wir als Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Zuwendungen, dass die jungen Menschen Arbeits- oder Studienverhältnisse von drei Jahren vorweisen können.

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Wann erwartet die Regierung spürbare Ergebnisse auf diesem Gebiet?

Die Hauptsache ist, dass die jungen Leute und Familien deutlich spüren, dass sie viel Hilfe für die Familienplanung und das Großziehen der Kinder erhalten. Das führt dazu, dass in allen Familien so viele Kinder zur Welt kommen, wie die Eltern von Herzen gern auf sich nehmen möchten. Wenn das geschieht, wäre die Gesellschaft zur Reproduktion imstande und der Bevölkerungsschwund gestoppt. Dazu bedarf es eines Paradigmenwechsels, einer neuartigen, auf das Kind fokussierten Denkweise, wie sie sich in Ungarn allmählich durchsetzt. Forschungen haben gezeigt, dass Menschen, die in Großfamilien aufgewachsen sind, weitaus eher zu mehr eigenen Kindern in ihrem Leben bereit sind.

Das Kinderzeugen ist in erheblichem Maße eine kulturelle Frage. Zum Glück lieben wir Ungarn Kinder. Darum haben wir auch keine schlechten Aussichten. Leider zerstörte die Linke während ihrer Regierungszeit das Vertrauen der Menschen in die Zukunft. Sich davon zu lösen, braucht viel mehr Zeit, als das Land in eine Krise zu stürzen. Das ist wie ein Waldbrand, der in Windeseile vernichtet, wofür die Natur Jahrzehnte benötigt.


Gelten diese Maßnahmen im internationalen Vergleich als Neuland?

Wir lehnen uns immer an ausländische Erfahrungen an. Dabei kann ich jedoch heute verkünden, dass wir nicht nur hinsichtlich der Summen zur Förderung der Familien Spitzenreiter in Europa sind, sondern beispielsweise mit der Befreiung der Mütter mit vier Kindern von der Einkommensteuer absolut Neuland beschreiten, denn nirgendwo auf der Welt gibt es Vergleichbares. Ich bin gespannt, welche Regierungen europäischer Länder bereit sind, an Stelle der Migration unseren Weg zu wählen, also die einheimischen Familien in den Mittelpunkt ihrer Anstrengungen zu rücken.


Wie stark wird der Staatshaushalt durch die genannten Maßnahmen belastet, wie viele Milliarden Forint werden diese kosten?

Wir betrachten die Zuwendungen nicht als Ausgaben, sondern als Investition. Jeder einzelne Forint, der zur Förderung von Familien und Kindern aufgewandt wird, lohnt sich, denn dank dieser Maßnahmen kann es nach langen Jahrzehnten endlich wieder gelingen, den Bevölkerungsschwund zu stoppen. Dank unserer erfolgreichen Wirtschaftspolitik, dem Fleiß der ungarischen Menschen und der wachsenden Leistung der ungarischen Wirtschaft nimmt auch unser materieller Spielraum ständig zu. Das erlaubt es uns, das Geld für Ziele einzusetzen, die von den Wählern als außerordentlich relevant angesehen werden. Die hohe Zahl der Teilnehmer an der Nationalen Konsultation und deren Antworten haben uns bestätigt, dass die Unterstützung der jungen Menschen, Kinder zu kriegen und großzuziehen, eine Zielstellung bedeutet, die ein nationaler Konsens begleitet.

Ich bin stolz, in einem Land leben zu dürfen, wo wir mit einer dermaßen starken Vollmacht arbeiten können. Was die konkreten Beträge anbelangt, standen im Jahre 2010 noch 960 Milliarden Forint für die Familien im Staatshaushalt bereit, heute sind es bereits über 2.000 Milliarden Forint. Die jetzt angekündigten Maßnahmen werden auf Jahresebene im Großen und Ganzen zusätzlich 150 Milliarden Forint bedeuten. Damit machen wir einen weiteren großen Schritt voran.


Neben der steigenden Zahl an Krippenplätzen lautet eine wichtige Frage, wie es um die Zahl der Fachkräfte in den Kinderkrippen bestellt ist.

In dieser Hinsicht stehen wir ganz und gar nicht schlecht da, denn in den Kinderkrippen gibt es keinen Fachkräftemangel. Wir haben die Bezüge der Mitarbeiter in den Krippen um durchschnittlich 30-50 Prozent angehoben, die Fachausbildung ist zunehmend beliebter, für die sich enorm viele junge Menschen bewerben. Selbstverständlich ist die Krippe kein Zwang: Wer mit seinem Kind die ersten drei Jahre zu Hause bleiben möchte, dem bieten wir dazu Möglichkeiten. Obendrein wird in Kürze das Kindergeld GYED für Großeltern hinzukommen, so dass auch diese künftig auf die Kleinkinder aufpassen können. Wenn sich die Familie aber für die Kinderkrippe entscheiden möchte, dann sichern wir eine ausreichende Zahl an Plätzen zu. Das System erweist sich als zunehmend flexibler, denn es gibt Mini- und Familien-Kinderkrippen ebenso wie betriebseigene Krippen. Wir heben laufend die Finanzierung der Krippenplätze an und bieten Ausbildungsgänge für jene, die gerne als Krippenerzieher arbeiten möchten.


Die jetzt angekündigtenMaßnahmen treten ab Jahresmitte in Kraft, nicht wahr? Gibt es weitere Pläne?

Wir beabsichtigen, dass alle Punkte des Programms ab 1. Juli wirksam werden können, mit Ausnahme des Kindergeldes für Großeltern und der Einkommensteuerbefreiung für junge Mütter, die voraussichtlich erst ab 1. Januar 2020 in Kraft treten werden. Die Zuwendungen für junge Paare zum Kinderkriegen und das Pkw-Finanzierungsprogramm für Großfamilien werden von Mitte des Jahres bis Ende 2022 erreichbar sein. Selbstverständlich handelt es sich bei den jetzigen Maßnahmen um keine abgeschlossene Liste. Es gibt auch weiterhin Aufgaben zur Genüge, und auf jeden Fall wird es eine Fortsetzung geben.

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