Der Bericht würdige die disziplinierte Haushaltspolitik und die auf lange Sicht verankerte Entschlossenheit der Orbán-Regierung, die Staatsschulden zu senken. Systematisch bemühe sich Ungarn, die noch vorhandenen Arbeitsmarktreserven auszuschöpfen. Die aktuelle Studie lege einen Fokus auf die Regionalentwicklung, mit dem Schwerpunkt Tourismus, weshalb die OECD den Bericht auch in Székesfehérvár und Sátoraljaújhely präsentieren wird.

Die für ihre guten Arbeitskontakte mit der Orbán-Regierung bekannte OECD rät nach den Worten Pereiras, die prozyklische Wirtschaftspolitik zu beenden und eine größere Strenge in der monetären und der fiskalischen Politik walten zu lassen. Andernfalls drohe der Volkswirtschaft eine Überhitzung, wofür es am Arbeitsmarkt längst Anzeichen gibt. Die Inflation könnte nach 3% im Vorjahr im laufenden und kommenden Jahr mit 4% den oberen Schwellenwert des Toleranzbandes der Ungarischen Nationalbank (MNB) erreichen – laut OECD habe sich die MNB mit ihrem Kurswechsel in der monetären Politik demnach bereits verspätet. Unter den Empfehlungen finden sich also schrittweise Zinserhöhungen, aber auch eine Senkung der Lasten auf Arbeit, die Einführung einer Grundrente und die Aufstellung einer Antikorruptionsbehörde.

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