Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im vergangenen Jahr um 4,6% gewachsen sein, die Staatsschulden sanken am Jahresende auf 71%, das Defizit wurde bei 2% gehalten, erklärte Orbán gestützt auf den Bericht von Finanzminister Mihály Varga, den die Regierung auf ihrer Sitzung am Mittwoch angehört hatte. Demnach legte der Privatverbrauch im Vorjahr um 6% zu, während die Bruttodurchschnittslöhne um 11% stiegen. „Ungarn schneidet besser ab“, bediente sich der Premier der bekannten Formel, der die Wirtschaft auch in diesem Jahr stabil erwartet. Um das Wachstum auf 4% zu halten, müssten allerdings noch im I. Quartal Konjunkturmaßnahmen ergriffen werden.

Die Fragebögen zur Nationalen Konsultation über die Familien hätten 1,38 Mio. Menschen ausgefüllt – die dritthöchste Teilnahme aller Konsultationen zeige, dass den Bürgern Familie, Kinder und Demographie wichtig seien. Orbán hofft, bei seiner Rede zur Lage der Nation – die er für ungefähr den 10. Februar annoncierte – bereits konkrete Maßnahmen der Regierung vorstellen zu können, die auf den Ergebnissen der Konsultation basierten.

Während die Ungarn ihre Meinung zur Einwanderung bereits kundtun konnten, erhalten die Bürger Europas dazu bei den Europawahlen Gelegenheit, führte Orbán fort. Ungarns Ziel laute, dass die gegen die Einwanderung gerichteten Kräfte in allen EU-Institutionen in die Mehrheit gelangen. Der Fidesz wolle die stärkste Partei in Europa und innerhalb der EVP sein. Orbán sieht für die Zukunft an Stelle der einheitlichen europäischen Zivilisation eine islamisch-christliche Mischform dort und eine christliche Zivilisation der Mitteleuropäer hier. Der Spitzenkandidat des Fidesz sollte später als EU-Kommissar agieren, verwies der Premier auf Justizminister László Trócsányi.

Auf eine Frage von Journalisten hinsichtlich des im März auslaufenden Mandats von Notenbankpräsident György Matolcsy erklärte der Ministerpräsident, „in dieser Angelegenheit wird es keine Überraschung geben“.

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