Warum sind CSR-Aktivitäten für BASF wichtig?

T.N.: Wir bei BASF haben das Thema der Nachhaltigkeit fest in unserer Unternehmensstrategie verankert. Ein wichtiger Pfeiler dabei ist, die Verantwortung für das soziale Umfeld mit zu übernehmen. Wir fördern in diesem Rahmen vor allem Ausbildungsaktivitäten, zum Beispiel mit unseren KidsLab-, Chemgeneration- und TechGirls-Programmen. Darüber hinaus ist uns besonders wichtig, die Chancen benachteiligter Kinder zu erhöhen.


Was macht SOS?

A.R.B.: Wir folgen dem Leitgedanken, dass kein Kind alleine aufwachsen sollte. SOS-Kinderdörfer engagieren sich für Kinder, die ihre Familie verloren haben, und bietet ihnen in den SOS Kinderdörfern ein sicheres und liebevolles, neues Zuhause. Die Organisation Arbeitet weltweit in 134 Ländern. In Ungarn leben derzeit 23.000 Kinder ohne elterliche Fürsorge. Mit Hilfe des Pflegefamilien-Netzwerkes bieten die SOS-Kinderdörfer für fast 400 von ihnen in Kecskemét, Kőszeg und Orosháza ein Zuhause.


Warum engagieren Sie sich persönlich gerade für SOS-Kinderdörfer Ungarn?

T.N.: Ich kenne die Tätigkeit von SOS seit langer Zeit, die Organisation hat ihre Wurzeln in Österreich, so wie ich. Die Organisation wurde in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet, und sie ist bei uns immer noch die bekannteste karitative Einrichtung. Kinder sind unsere Zukunft und ich bin überzeugt, dass wir als Einzelpersonen und als Unternehmen keinen Teil der Gesellschaft zurücklassen oder ausgrenzen dürfen. Deshalb unterstütze ich die Organisation.

Wie unterstützen BASF und Sie konkret?

T.N.: Neben einer regulären, jährlichen Geldspende, agiere ich seit etwa einem Jahr als „Business Ambassador“ für SOS. Da durch unsere Firmenpolitik die direkte Fördermöglichkeit von CSR-Aktivitäten limitiert ist, überlegten Frau Romet-Balla und ich, wie ich auf andere Weise unterstützen könnte. Als „Business Ambassador“ stelle ich Kontakte für SOS her, um ihr Anliegen breiter bekannt zu machen.


Wie funktioniert SOS und wie hilft ein „Business Ambassador“?

A.R.B.: SOS ist in Ungarn als Stiftung organisiert. Ungefähr ein Fünftel unserer Kosten wird durch staatliche Unterstützung, der größte Teil jedoch aus Unternehmensspenden und Spenden von Privatpersonen getragen. Ein möglichst großer Kreis von Spendern ist deshalb notwendig, um die Kinderdörfer nachhaltig zu finanzieren.

In Gesprächen mit Thomas Narbeshuber stellte sich heraus, dass SOS in vielen Kreisen noch gar keine Chance hatte, sich richtig vorzustellen, beispielsweise beim Deutschen Wirtschaftsklub und der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer. Dies hat er rasch ermöglicht, indem er mich gezielt bei verschiedenen Veranstaltungen vorstellte und ich dadurch unsere Kontakte ausbauen konnte.


Wie lässt sich der Erfolg messen? Gibt es ein Ergebnis, auf das Sie stolz sind?

A.R.B.: Im Leben einer Zivilorganisation ist die regelmäßige, nachhaltige Unterstützung von zentraler Bedeutung. Regelmäßige Spenden sichern die langfristige, planbare Unterstützung der Kinder. Während sich die finanzielle Unterstützung durch Firmen auf etwa 20 Prozent beläuft, tragen Spenden von Privatpersonen mehr als 50 Prozent zur Finanzierung bei. Der erfolgreichste Weg langfristige Spender zu finden, ist immer noch das persönliche Gespräch, sei es auf der Straße oder in Einkaufszentren. Dazu sind in der Regel keine Genehmigungen notwendig, aber es gibt Ausnahmen.

Thomas Narbeshuber hat uns durch seine Aktivitäten auch Kontakte zu Bürgermeistern von Städten hergestellt, in denen wir bislang nicht aktiv waren, da die Genehmigungen fehlten. Die Bürgermeister unterstützen unser Anliegen und sorgten für die entsprechenden Genehmigungen. Zum Vergleich: In Städten, in denen Spendenaktionen auf der Straße bekannt sind, schließen etwa 1 Prozent der angesprochenen Personen einen Spendenvertrag ab. In den neuen Städten betrug in den vergangenen Monaten die Erfolgsquote das Vierfache. Dadurch konnten in einem kurzen Zeitraum nachhaltige Spendenverträge in Höhe von mehreren Millionen Forint eingeworben werden.


Wie wirkt Ihr Engagement innerhalb von BASF?

T.N.: Führen bedeutet für uns bei BASF immer auch persönlich voranzugehen. Meine ganz persönliche Erfahrung ist, dass unsere Mitarbeiter diese Aktivitäten nicht nur positiv wahrnehmen, sondern sich dann ebenfalls für diese Aktivitäten begeistern und einsetzen. Nur mit einem gesamtheitlichen gesellschaftlichen Engagement schaffen wir es, niemanden in der Gesellschaft zurückzulassen, deshalb lohnt es sich, mit Organisationen wie SOS Modelle der Unterstützung auszuarbeiten.

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