Die klassisch linken Parteien MSZP, DK und Párbeszéd konnten sich schon jetzt darauf verständigen, einen gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zu nominieren. Dieser soll mittels einer Vorwahl ermittelt werden. Damit tragen sie dem Willen ihrer Wähler Rechnung, die sich bereits zu den Parlamentswahlen einen gesamtoppositionellen Zusammenschluss gewünscht hatten.

LMP und Jobbik vorerst außen vor

Bereits im Sommer dieses Jahres brachte die MSZP die Idee einer Vorwahl ins Gespräch. Der Vorschlag ist nicht ganz neu: Schon vor den Parlamentswahlen versuchten die Sozialisten ihre Oppositionspartner von Vorwahlen zu überzeugen. Damals stießen sie damit jedoch auf taube Ohren. Diesmal scheinen sie mehr Erfolg zu haben. Gleich mehrere potenzielle Kandidaten der Opposition schlossen sich der Idee von Vorwahlen an. Allen voran Gergely Karácsony. Der Párbeszéd-Politiker, der bei den Parlamentswahlen im April als gemeinsamer Spitzenkandidat seiner eigenen Partei und der MSZP antrat und derzeit Bürgermeister des Budapester Bezirks Zugló ist, teilte in einer Presseerklärung mit: „Wenn das Ganze transparent und vernünftig abläuft, dann bin ich bereit, mich dieser Vorwahl zu stellen.“

Weitere Kandidaten, die ins Rennen gehen könnten, sind die MSZP-Politiker József Tóth und Péter Gajda – beide bereits Bürgermeister in hauptstädtischen Bezirken. Doch auch Kata Tüttő und Csaba Horváth, Lokalpolitiker, stehen schon in den Startlöchern. Auch die Liberalen kündigten an, zu den Vorwahlen antreten zu wollen. Ihr Kandidat, Ádám Sermer, gilt jedoch als aussichtslos.

Die Partei des früheren ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány, die DK, beteiligte sich bisher noch nicht am Kandidaten-Casting, steht der Idee von Vorwahlen jedoch offen gegenüber. Anders verhält es sich mit der Jungpartei Momentum. Diese hält es einerseits für verfrüht, sich mit derlei auseinanderzusetzen, und will andererseits auch nicht an einer, wie sie sagt, „als Vorwahl getarnten Datenbankerweiterung“ teilnehmen.

Jobbik und LMP haben sich bisher noch nicht zu eigenen Kandidaten geäußert. Bekannt ist aber, dass beide Parteien die Kandidatur des Publizisten Róbert Puzsér unterstützen würden. Puzsér machte in ersten Statements klar, dass er nicht als Kandidat einer Partei antreten werde, jedoch auf die Unterstützung aller Parteien hoffe. Als Oberbürgermeister von Budapest möchte Puzsér unter anderem die Innenstadt zur autofreien Zone umgestalten.

Entscheidung fällt zwischen zwei Kandidaten

Während mit der erneuten Kandidatur des jetzigen Amtsinhabers, István Tarlós, auf Regierungsseite also bereits feststeht, wer antritt, wird diese Frage die Opposition wohl noch über Monate hinweg beschäftigen. Das Nachfolgeblatt der zuletzt regierungskritischen Tageszeitung Magyar Nemzet, die Magyar Hang, veröffentlichte Ergebnisse einer Untersuchung, die suggerieren, dass die Opposition von einem gemeinsamen Kandidaten entscheidend profitieren könnte. Die Untersuchung kommt aber auch zum Schluss, dass, sollten mehrere oppositionelle Kandidaten gegen István Tarlós antreten, dieser weiterhin sein Amt behalten wird. Wesentlich knapper, und damit zum Vorteil der Opposition, könnte das Rennen jedoch ausfallen, sollte es nur einen Gegenkandidaten geben. Die Magyar Hang schreibt, dass der bisher aussichtsreichste Kandidat dafür der Párbeszéd-Politiker Gergely Karácsony ist.

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