Fast 350 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur bekamen auf dem Fest alles, was zu einer Gala gehört: Festreden, klassische Musik, Tanz, Video, Showeinlagen und ein exzellentes Menü. Neben den Kammermitgliedern waren auch zahlreiche Vertreter von Partnern der DUIHK der Einladung gefolgt, von den Budapester Botschaftern der drei deutschsprachigen Länder über den ungarischen Kanzleramtsminister Gulyás und ehemaligen ungarischen Botschaftern in Berlin bis zu den Leitern der EU-Vertretung in Ungarn oder des ungarischen Haushaltsrates.

Verzehnfachung des Handelsvolumens

DUIHK-Präsident Dale A. Martin dankte in seiner Festrede vor allem den deutschen und ungarischen Mitgliedsunternehmen, die mit ihren Investitionen, ihrem Know-how und ihrem Engagement die Grundlage für die erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder bilden. Er erinnerte daran, dass sich der Außenhandel zwischen Deutschland und Ungarn seit der Kammergründung verzehnfacht habe, und der Bestand an deutschen Direktinvestitionen in Ungarn auf des Sechszehnfache angestiegen sei.

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DUIHK-Präsident Dale A. Martin dankt Eva Dude, die von 1990 an die Kammergründung vorbereitet hatte und 1993 deren erste Geschäftsführerin wurde. (Foto: DUIHK/Pelsőczy)


Er unterstrich auch, dass sich die Grundprinzipien der heutigen DUIHK noch immer mit denen decken, die die vor fast 100 Jahren gegründete Vorläuferin – die „Deutsch-Ungarische Handelskammer in Budapest“ kennzeichneten: die Selbstorganisation freiwilliger Mitglieder, die Bilateralität und der Fokus auf praxisorientierte Dienstleistungen. Diese Prinzipien werde die DUIHK auch in Zukunft befolgen, so Martin. Für alle, die mehr über die vielen Aktivitäten und Meilensteine der DUIHK in den vergangenen 25 Jahren erfahren wollten, hatte die Kammer auch eine aufwendige Festschrift vorbereitet, die allen Gästen später überreicht wurde.

Mutige Entscheidungen

Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, Ehrenpräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und selbst unternehmerisch in Ungarn tätig, nahm das 25-jährige Jubiläum zum Anlass, im Namen der deutschen Unternehmer und der deutschen Wirtschaft für die Gastfreundschaft Ungarns zu danken. „Ungarn musste einen langen, beschwerlichen Weg bis zu den Tagen gehen, die wir heute mit Freude anerkennen: dem Ende des Eisernen Vorhangs“, so Braun.

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Festrede von Kanzleramtsminister Gergely Gulyás.


Im Hinblick auf politische Differenzen zwischen Ungarn und der Europäischen Union sagte Braun: „Ich glaube, dass wir – insbesondere auch in der Bundesrepublik – nicht nur besonders dankbar sein dürfen für die Entscheidungen, die damals mutige Politiker in diesem Land getroffen haben, sondern dass wir auch anerkennen müssen, dass der so erkämpfte freie Handlungsspielraum dem ungarischen Volk zusteht und auch belassen werden muss.“

Sachlicher Dialog zwischen den Ländern

Kanzleramtsminister Gergely Gulyás, der als Erasmus-Student auch in Hamburg studiert hat, sagte in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede, dass die DUIHK die guten und florierenden Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn repräsentiere. Institutionen wie die Kammer ermöglichen den sachlichen Dialog zwischen den Ländern. „Die gemeinsamen Erfolge basieren auf unserer tausendjährigen gemeinsamen Geschichte, der wirtschaftliche Aufschwung Ungarns der vergangenen Jahre vor allem auf den Investitionen deutscher Unternehmen“, so der Minister. Die Konjunkturumfrage der DUIHK belege dabei, dass sich diese Firmen in Ungarn so wohl wie lange nicht mehr fühlen. „Die deutsch-ungarische Zusammenarbeit floriert auf dem Gebiet der Wirtschaft und auch darüber hinaus, der politische Dialog besteht auch in schwierigen Zeiten dauerhaft“.

Freudvolle deutsch-ungarische Geschäftsbeziehungen

Emotional wurde es noch einmal, als Eva Dude sich an die Gäste wandte. Sie hatte schon ab 1990 die Gründung der Kammer in Budapest vorbereitet, und war ab 1993 deren erste Geschäftsführerin. In Reaktion auf den Dank von Dale Martin an die früheren Präsidenten und Geschäftsführer sagte sie: „Ich stehe hier gern als persönliches Beispiel für das, was bei den anderen Rednern angeklungen ist: dass es nicht immer nur um Wirtschaft und Gewinn geht, wenn man etwas aufbaut, sondern vor allem auch um viele persönliche Kontakte. Immer wenn ich in Deutschland an meine ungarische Zeit denke und davon erzähle – und das ist oft der Fall –, dann sagt jeder: du bist ein Ungarn-Fan. Das bin ich sogar sehr bewusst, und wünsche auch Ihnen so viel Freude bei den deutsch-ungarischen Geschäftsbeziehungen, wie ich sie erleben durfte.“

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DIHK-Ehrenpräsident Prof. Ludwig Georg Braun: „Wir müssen dankbar sein für Ungarns Gastfreundschaft.“


Nach dem offiziellen Teil konnten die Gäste eine ganze Reihe an unterhaltsamen Darbietungen genießen. Dazu gehörten unter anderem Musiker der „Virtuosen“ – einem international renommierten Fernseh-Nachwuchswettbewerb für klassische Musik, die mit Stücken von Bernstein, de Falla und Chatschaturjan begeisterten. Passend zum Charakter des Fests gab es aber natürlich auch professionelle Tänzer und Akrobaten, und – selbstverständlich – bis in die Nacht Live-Musik zum Tanzen mit der „À la Carte Showband“.

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Anschneiden der Geburtstagstorte (v.l.): Botschafter Volkmar Wenzel, DUIHK-Präsident Dale A. Martin, die erste DUIHK-Geschäftsführerin Eva Dude, DUIHK-Geschäftsführer Gabriel A. Brennauer, DIHK-Ehrenpräsident Prof. Ludwig Georg Braun.

Bilder der Gala und ein Video zur Kammergeschichte finden Sie unter: www.duihk.hu/gala25.

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