„Nicht anfassen!“, ist normalerweise oberstes Gebot in Laboren und Forschungseinrichtungen; KUKA jedoch ermutigt seine Besucher sogar, bei den berührungssensiblen Robotern einmal selbst Hand anzulegen.

Einer der weltweiten Marktführer für die Produktion von Industrierobotern

Bereits seit 120 Jahren existiert das in Augsburg ansässige Maschinenbauunternehmen KUKA, welches eine bewegte Geschichte und Odyssee durch die verschiedensten Produktionsbereiche durchlief, bevor es sich als europäischer Marktführer für die Produktion von Industrierobotern etablieren konnte. Nach seiner Gründung durch Johann Josef Keller und Jakob Knappich im Jahre 1898 beschränkte man sich zunächst auf die Fabrikation von Generatoren für Beleuchtungskörper, später folgten die Herstellung von Sicherheits-, Hand- und Kraftwinden, Großbehältern und Kommunalfahrzeugen.

Mit der offiziellen Annahme von „KUKA“ als Firmennamen – das Akronym für „Keller und Knappich Augsburg“ – machte man sich auch erstmals einen Namen in Tschechien und Ungarn und zwar wortwörtlich. Weil man in den 1960ern dort verstärkt Großmüllautos vertrieb, etablierte sich das Wort „Kuka“ im Sprachgebrauch beider Länder: Die Tschechen bezeichnen damit seit jeher Müllwagen, die Ungarn ihre Abfalltonnen. „Wir sind natürlich erst einmal stolz darauf, zu einem eigenen Wort in gleich zwei Sprachen geworden zu sein. Andererseits möchten wir natürlich nicht, dass man beim Wort 'Kuka' sofort an Müll denkt ...“, scherzt der Budapester Abteilungsleiter Botond Görög.

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Auch in diesen Schweißrobotern steckt ein Stück Ungarn.
Mit Müll habe man heute nämlich auch nichts mehr zu schaffen. Durch die Entwicklung des weltweit ersten Industrieroboters mit sechs elektromechanisch angetriebenen Achsen gelang der Firma stattdessen eine Sensation, sie gilt seitdem als führender Pionier in der Roboterentwicklung. Nach dem im Jahre 1981 gelungenen Sprung an die Börse folgten zudem weitere Durchbrüche in der Robotik, sodass man sich 1995 entschloss, die KUKA Roboter GmbH als eigenen Geschäftsbereich zu führen. Deren Schwerpunkt liegt bis heute auf der Herstellung und dem internationalen Vertrieb von Industrierobotern in den verschiedensten Gewichts- und Größenordnungen, auf automatisierten Produktionslösungen für Automobil-, Solar- und Medizintechnologie sowie der Mitarbeit in der Luft- und Raumfahrtbranche.

„KUKA“ steht drauf, Ungarn steckt mit drin

Seit 27 Jahren gibt es die KUKA Hungária Kft., für die inzwischen knapp 1.600 Mitarbeiter an drei ungarischen Standorten sowie einem zugehörigen Werk in Rumänien tätig sin. Damit ist Ungarn nach Augsburg der zweitgrößte Standort von KUKA.

Die Aufgabengebiete sind standortabhängig. Der von Budapest nur 20 Kilometer entfernte Standort Taksony funktioniert primär als administrative Zentrale sowie als Test- und Einsatzort von Robotern mit kundenspezifischen Steuerungen. Füzesgyarmat hingegen ist mit einer Gesamtfläche von knapp 24.000 Quadratmetern die wichtigste Fabrik des Unternehmens. Dort werden für den Roboterbau benötigte Schränke, Kabel und sonstige Hardware hergestellt. Als dritten Standort der KUKA Hungária Kft. wurde 2016 ein neues, knapp 1.300 Quadratmeter großes und 80 Mitarbeiter starkes Entwicklungs- und Testzentrum für Robotersoftware im Budapester Dorottya Courtyard eröffnet. Gerade hier sei man eine sehr junge Abteilung, erklärt Abteilungsleiter Görög. Man habe „Entwicklungsaufgaben aus Augsburg mit übernommen und in Budapest ganz bei Null angefangen.“

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Die starke Präsenz in Ungarn sei auch der Grund dafür, dass das Land laut Görög mittlerweile an allen Innovationen von KUKA beteiligt sei: „Jede einzelne der aktuellen Neuentwicklungen hat momentan ein Stückchen Software aus Ungarn mit dabei.“

Junioren dürfen in die Zukunft schnuppern

Vergangene Woche gewährte KUKA den Wirtschaftsjunioren Ungarn (WJU) sowie dem deutschen Botschafter Volkmar Wenzel einen Einblick in das neue Budapester Forschungs- und Entwicklungszentrum. Bei Saft, Keksen und Pogatschen wurde nach lockerer Begrüßung auf die wichtigsten Stationen der 120-jährigen Firmengeschichte zurückgeblickt, der neueste technische Stand erläutert und Produkte vorgestellt. Highlight der Besichtigung war eine Demonstration der Fähigkeiten von KUKA-Robotern. Angesichts des sehr futuristisch anmutenden, ganz in weiß-orange gehaltenen Labors, der blinkenden Lichter an den Maschinen und den fast schon filmreifen Geräuschen war die Erwartung entsprechend hoch.

In deutsch- und ungarischsprachige Gruppen geteilt, versammelte man sich in respektvollem Abstand hinter schwarz-gelben Absperrbändern und lauschte zunächst den Erklärungen von Technikern, hinter denen Roboter imaginäre Lasten hoben, programmierte Wege abfuhren oder ihre Arme hin und her warfen. Herzstück der Vorführung bildete der Leichtbauroboter „LBR iiwa“, eine sensitive Maschine, die laut KUKA durch ihre Berührungsempfindlichkeit und der damit verbundenen Steuerung eine „neue Ära in der industriellen, sensitiven Robotik einläutet und damit den Grundstein für neuartige, zukunftssichere Produktionsprozesse“ bildet.

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