Wie wäre es etwa mit einem Wohlfühlwochenende mit Wasser, Wein und herrlichen Eiskreationen? All das wird in Soltvadkert geboten, einer charmanten Kleinstadt in der südlichen Tiefebene, nur etwa anderthalb Autostunden von der Donaumetropole entfernt.

Badespaß am Vadkerti-tó

Wenige Kilometer außerhalb des Städtchens, umrahmt von einem kleinen Waldgebiet, lädt der Vadkerti-tó (dt.: Wildgartensee) zum Baden ein. Der etwa 70 Hektar große Badesee ist ein beliebtes Ausflugsziel mit angeschlossenem Campingplatz, einem gepflegten Sandstrand, großzügigen Liegewiesen und Schatten spendenden Bäumen. Der See ist am Badestrand relativ flach, was vor allem bei Familien mit kleineren Kindern punktet. Erst jenseits der mit Bojen gekennzeichneten Tiefwassermarke eröffnet sich das Wasserparadies für geübte Schwimmer. Weitere beliebte Vergnügen auf dem See sind das Tretboot- oder Kanufahren, eine Riesenrutsche begeistert zudem nicht nur die Kinder.

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Zahlreiche Gastronomiebetriebe sorgen für das leibliche Wohl, empfehlenswert ist der gegrillte Hecht, eine knusprige Delikatesse. Das dem Badestrand gegenüberliegende Ufer ist stark verschilft, hier sind die Angler zu Hause. Außerdem gibt es hier auch einen speziell ausgewiesenen Hundestrand, wo die vierbeinigen Lieblinge ebenfalls das kühle Nass genießen können. Das Strandbad ist Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende bereits ab 8 Uhr. Die Eintrittspreise sind mit 800 Forint für Erwachsene und 500 Forint für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren moderat, außerdem gibt es einen Preisnachlass für Nachmittagsbesucher ab 15 Uhr. An den Wochenenden finden häufig Events wie Bier- oder Weinfestivals statt.

Gaumenfreuden in der Szent Korona Cukrászda

Nachdem man sich am See ausgepowert hat, lockt ein Besuch in der berühmten Eisdiele und Konditorei Szent Korona Cukrászda (6230 Soltvadkert, Kossuth Lajos utca 5). Das gepflegte Café verströmt mit seinen kleinen Tischen und den roten Plüschmöbeln den heimeligen Charme der k. u. k.-Zeit, der lauschige Eisgarten dagegen besticht mit schon fast mediterranem Flair. Die Konditorei, im Jahre 1971 gegründet, wird nun schon in der dritten Generation im Familienbetrieb geführt.

Der derzeitige Chef des Hauses, Konditormeister László Szervánszky, verwöhnt seine Gäste mit Torten- und Kuchenkreationen, die Auswahl umfasst bis zu 90 verschiedene Süßspeisen, darunter auch traditionelle ungarische Köstlichkeiten wie beispielsweise die Dobostorte. Ebenfalls bemerkenswert ist die Auswahl an Speiseeis, rund 30 verschiedene Sorten machen die Wahl zur Qual. Wer sich in die umfangreiche Eiskarte vertieft, dem läuft nicht selten bereits beim Lesen das Wasser im Munde zusammen. Die Highlights sind unbestritten die fantasievollen Eisbecher, die – meist mit frischen Früchten, aber auch mit Likör verfeinert – nicht nur Gaumenfreuden versprechen, sondern die reine Augenweide sind. Es verwundert nicht, dass dieses Café schon so manchen Preis eingeheimst hat.

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Angeschlossen ist ein kleines Konditoreimuseum, das mit zahlreichen Exponaten Einblicke in das traditionsreiche Handwerk bietet. Das Ziel des engagierten Konditormeisters ist die Wiederbelebung des Cafés als Treffpunkt für Literaten. Es werden Lesungen, kulturelle Vorträge und literarische Abende veranstaltet. Doch auch ohne kulturelle Ambitionen ist der Besuch dieses außergewöhnlichen Cafés empfehlenswert und ein besonderes Erlebnis.

Weinverkostung bei den Gebrüdern Frittmann

Wer dem erlebnisreichen Tag noch einen stilvollen Ausklang geben möchte, besucht das bekannte Weingut Frittmann, das mitten im Herzen der kleinen Stadt Soltvadkert gelegen ist (6230 Soltvadkert, Eötvös utca 5 – www.frittmann.hu). In diesem Familienunternehmen werden seit Generationen qualitätsvolle Weine gekeltert. Schon die Eltern und Großeltern der heutigen Besitzer beschäftigten sich mit dem Weinbau. Aus dem relativ kleinen, ererbten Weingut entwickelten die Brüder Frittmann eine der bekanntesten Kellereien der Region, deren Erzeugnisse weit über Ungarns Grenzen hinaus Anerkennung finden.

Nach Abschluss ihrer Weinbaustudien übernahmen die Gebrüder im Jahre 1987 den Betrieb, der seit 1998 als GmbH betrieben wird. Auf rund 60 Hektar des sandigen, sonnenverwöhnten Bodens einer der größten Weinlagen Ungarns gedeihen in traditioneller Kordon- und Pfahlerziehung selbst gepflanzte Weintrauben der edelsten Sorten. Durch Zukauf von Trauben umliegender Weinbauern erweitern sie die Erzeugungsfläche um weitere 70 Hektar. So füllt die Frittmann Testvérek Kft. seit 40 Jahren vollmundige Rotweine, charaktervolle Weißweine und elegante Roséweine ab, auch spritzige Perlweine und Sekt fehlen in der breit angelegten Palette der Kellerei nicht. Einen Meilenstein in den Bemühungen des Weingutes stellt der János Frittmann im Jahre 2007 verliehene Titel „Winzer des Jahres“ dar. Er ist Lob, Anerkennung, Motivation und Ansporn zugleich.

Nicht nur durch die Verwendung bester Rebsorten, sondern auch durch den Einsatz reduktiver Technologie, bei welcher der Jungwein weitgehend vor der Oxidation geschützt wird, erzielt das Weingut Frittmann hervorragende Ergebnisse. Die Weine kommen fruchtig und frisch daher und bringen die Sonne Südungarns ins Glas. Die Auszeichnungen, die die Kellerei und ihre Weine bereits erzielt haben, sind bemerkenswert, mehrere Goldmedaillen wurden in internationalen Vergleichen errungen.

Im Rahmen einer Weinprobe können die Erzeugnisse verkostet werden, selbstverständlich in ausgesprochen stilvollem Ambiente und von fachkundigen Erläuterungen begleitet. Nach vorheriger Anmeldung können Weinverkostungen für Gruppen von bis zu 50 Personen organisiert werden. Besonders angenehm ist in diesem Zusammenhang, dass das Weingut über vier Doppelzimmer verfügt, sodass die Gäste im Anschluss an die Weinprobe direkt im Hause übernachten können und sogar mit einem Frühstück verwöhnt werden. Passionierte Weintrinker und solche, die es werden wollen, sollten dem Weingut Frittmann unbedingt einen Besuch abstatten!

Bevor man aus Soltvadkert nach Budapest heimkehrt, könnte noch ein Ausflug nach Kiskőrös auf dem Plan stehen. Hier ist das Geburtshaus des Nationaldichters Sándor Petőfi zu bewundern. Auch ein kleiner Abstecher in die reizvolle Bischofsstadt Kalocsa bietet sich an. Sie beeindruckt mit ihren barocken Prachtbauten und einem zwar kleinen, aber einzigartigen Paprikamuseum.

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