Streng genommen gehört das rund sechs Kilometer vom Balatonufer entfernte Örtchen Monoszló nicht mehr zum Káler Becken, doch in Sachen landschaftlicher Schönheit steht das versteckte Monoszlóer Tal selbigen in nichts nach. Der Weg zur Liszkay Borkúria führt Besucher durch das Zentrum der gerade einmal 100 Einwohner zählenden Gemeinde, über eine Steinbrücke, vorbei an einer mittelalterlichen Kirche, bergauf und bergab durch die hügelige Landschaft. Immer wieder lassen Schilder hoffen, dass sich das Weingut vielleicht schon hinter der nächsten Kurve befindet – ein bisschen Geduld braucht es wahrlich. Die letzten Meter führen einen Schotterweg entlang, den noch eben ein wildes Rebhuhn überquert. Und dann endlich: Hinter dem letzten Hügel offenbart sich ein atemberaubendes Panorama. Eine üppige Weinlandschaft, in der sich Rebe an Rebe reiht; und mittendrin das strahlend weiße Anwesen von Mihály Liszkay.

Ein für die Region ungewöhnliches Weingut

Durch ein Tor führt eine breite Auffahrt bis an das Haus heran. Über eine sonnige Terrasse erreicht man den Eingang der Luxusvilla. Hier begrüßt uns der Herr des Hauses – fließend auf Englisch und Deutsch. Denn Mihály Liszkay ist ein Weltenbummler, wie er im Buche steht. Der heute 76-Jährige nannte über die Jahre viele verschiedene Länder sein Zuhause, aber dazu später mehr. 2001 kaufte er das insgesamt 10 Hektar große Gut. Doch bis zur Produktion des ersten Weines sollte noch einige Zeit vergehen. Die staatliche Landwirtschaftsgenossenschaft, in deren Besitz sich das Gelände bis zur Wende befand, hatte den von der Boden-und Klimabeschaffenheit her wertvollen Pangyér Weinberg über Jahrzehnte vernachlässigt, sodass Liszkay enorme Mühen in den Wiederaufbau stecken musste: „Die alten Weinstöcke haben wir alle herausgerissen und den Boden erst einmal grundlegend desinfiziert und gedüngt. Dafür haben wir die Erde bis in ein Meter Tiefe ‚umgeschichtet‘.”

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Der Aufwand hat sich gelohnt: Heute blüht und gedeiht das Gut. Liszkay entschied sich klassisch französische Rebsorten anzubauen, aus denen das Gut acht verschiedene Weine produziert. Darunter – für die Balatonregion ziemlich ungewöhnlich
– fast ausschließlich Rotweine, vom Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc über einen Cuvée, Merlot und Pinot Noir. „Wir haben auch auf einem kleinen Streifen Pinot gris angebaut. Es ist ein toller Wein geworden, von dem wir aber insgesamt nur 1.600 Flaschen pro Jahr produzieren“, erzählt Liszkay. Viele von Liszkays Weinen wurden bereits mit renommierten Preisen ausgezeichnet, etwa bei den internationalen Decanter World Wine Awards oder dem ungarischen Weinwettbewerb Pannon Bormustra. Insgesamt füllt das Weingut jährlich bis zu 45.000 Flaschen ab, von denen einige auch ins Ausland gehen.

Neun individuell gestaltete Luxussuiten

Liszkay führt uns durch die Räumlichkeiten des inmitten des Weinberges gelegenen Anwesens. Seit 2012 ist es für Gäste geöffnet. Obwohl äußerst geräumig und luxuriös macht hier alles einen sehr wohnlichen, fast heimischen Eindruck. Die Lobby mit ihren vielen Sofas, Bücherregalen, dem Kamin und vor allem dem schwarzen Konzertflügel – „ein echter Bösendorfer“, wie Liszkay, der auch schon als Barpianist um die Welt tingelte, verrät – besitzt die Atmosphäre eines eleganten Wohnzimmers. Und das kommt nicht von ungefähr: Als Liszkay den Bau der Villa Anfang der 2000er plante, hatte er eigentlich ein Feriendomizil für seine Familie im Sinn.

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Zu erkennen ist dies heute noch an den neun sehr individuell gestalteten Suiten, die Liszkay ursprünglich für seine Familienmitgliedern herrichtete und die auch heute noch ein wenig die verschiedenen Persönlichkeiten widerspiegeln, sei es in der mal eher femininen Farbpalette oder in erlesenen Details. Doch ob man nun in der Santorini-Premium-Suite oder der Lavendel-Luxury-Suite übernachtet, allen gemein ist ein Flair von ländlicher Gemütlichkeit gepaart mit weltmännischer Eleganz. Außerdem haben sie alle überraschend geräumige Badezimmer. Wie Liszkay erklärt, ist das Bad für ihn nicht nur ein Raum der alltäglichen Notwendigkeit, sondern ein Ort des Wohlbefindens.

Das Kronjuwel ist allerdings die 40 Quadratmeter große Master-Suite, die in Richtung Westen die Weinberge überblickt. Hier residiert der Hausherr am liebsten selbst, wenn er kann: „Im Sommer sind wir meist so ausgebucht, dass ich mein Zimmer oft hergeben muss“, scherzt er. Wo er dann übernachtet? Manchmal mache er ein Nickerchen im Weinkeller, verrät uns Liszkay mit einem Augenzwinkern. Verdenken kann man es ihm nicht, denn das 350 Jahre alte Gemäuer, das sich direkt unter dem Anwesen befindet, atmet den unwiderstehlichen Duft des langsam vor sich hinreifenden Weines. Im Untergeschoss befindet sich darüber hinaus auch der Spa-Bereich der Nobelpension mit einer finnischen Sauna und einem 20 Meter langen Indoor-Pool. Im Sommer wesentlich attraktiver sind jedoch der Außenpool und das mit Liegen ausgestattete Sonnendeck. Von hier genießt man eine Wahnsinnsaussicht über die weitläufige Landschaft.

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Ein Weltenbummler wie er im Buche steht

Nur wenige Meter darüber, auf der westgerichteten Terrasse der Villa sitzend, erlaubt uns der Hausherr, den seine Angestellten liebevoll „Misi bácsi“ (zu Deutsch „Onkel Mischi“) nennen, einen Einblick in seine wechselhafte Lebensgeschichte. Geboren nur wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg in Budapest, musste er 1956 sein Heimatland Ungarn infolge der blutigen Niederschlagung des Volksaufstands durch sowjetische Truppen verlassen.

Mit gerade einmal siebzehn Jahren, und völlig auf sich allein gestellt, kam Liszkay Anfang 1957 als Flüchtling in Jugoslawien an. Nach einigen Monaten verschlug es ihn jedoch in die Niederlande, wo er das Abitur ablegte und dank eines staatlichen Stipendiums eine prestigeträchtige Ausbildung zum Hotelmanager in Maastricht absolvierte. Allerdings war es seine Leidenschaft für die Gastronomie, die die ersten Jahrzehnte seines Berufslebens prägten. Liszkay war Besitzer von drei Restaurants in Maastricht, bevor es ihn Anfang der 70er nach Kanada zog.

Hier verbrachte er mit seiner Familie mehrere fruchtvolle Dekaden in British Columbia, insbesondere Vancouver. 2000 schließlich kehrte er nach Ungarn zurück – und blieb. Sehr zu seiner eigenen Überraschung: „Eigentlich hatte ich ja nicht vor, dauerhaft zurückzukehren“, lacht Liszkay. Auch, dass er einmal in den Weinanbau gehen würde, hätte sich Liszkay vor seiner Rückkehr nach Ungarn nie träumen lassen: „Ich wollte jedenfalls nie Winzer werden.“ Und trotzdem steckte er Herzblut, Tränen und Schweiß in das Projekt. Bis heute arbeitet er 15 bis 16 Stunden täglich, um das Gut erfolgreich am Laufen zu halten.

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Exklusiver Veranstaltungs- und Urlaubsort

Dass Liszkays Gleichung aus Weingut und Gastgewerbe aufgeht, beweisen die zahlreichen Urlauber aus dem In- und Ausland, die es vor allem im Sommer, aber auch im Winter in die Liszkay Borkúria zieht. Wer einmal hier war, lobt neben der wunderschönen Anlage vor allem die intime Atmosphäre, in der es sich gedankenverloren entspannen lässt.

Dafür sorgt auch das hochmotivierte Serviceteam. Zudem ist die Borkúria ein exklusiver Veranstaltungsort mit genügend Raum für Events für bis zu 150 Personen. Dabei ist es die relative Abgeschiedenheit des Weinguts, die immer wieder auch berühmte Persönlichkeiten hierherzieht. Wie uns Mihály Liszkay verrät, hat beispielsweise RB-Leipzig-Torhüter Péter Gulácsi 2016 seine Hochzeit in dem Nobelhotel gefeiert. Und auch Unternehmen schätzen den Erlebnischarakter des Veranstaltungsortes sowie die günstige Lage. Die Liszkay Borkúria ist etwa ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung zum nahe gelegenen vulkanischen Berg Hegyestű im Nationalpark Balaton-Oberland.

Doch auch Gäste, die nur für eine Weinprobe vorbeikommen – am liebsten mit kurzer Voranmeldung –, sind Mihály Liszkay jederzeit willkommen. Gerne kann man die edlen Tropfen dann mit einem Mahl aus der professionell geführten hauseigenen Küche paaren. Hier gibt es eine täglich wechselnde kleine, aber feine Auswahl an Speisen der kontinental-europäischen Küche. Erwerben kann man die Liszkay-Rebensäfte übrigens auch in ausgewählten Läden in Budapest, etwa in einem Delikatessengeschäft im Einkaufszentrum Budagyöngye sowie in verschiedenen Weinfachgeschäften, zum Beispiel Bortársaság im Mammut II.


Liszkay Borkúria

Monoszló, HRSZ 48/2

Anfragen unter +36-1-998-9151

Die Preise für eine Übernachtung beginnen bei 31.500 Forint.

Weitere Informationen finden Sie unter www.liszkay.com

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