In Miskolc waren knapp 7.000 Wähler zur Nachwahl aufgerufen, der Kandidat von Fidesz-KDNP holte mehr als 60% der Stimmen. Sämtliche Oppositionsparteien hatten sich hinter einen einzigen, landesweit bekannten Herausforderer gestellt, der es aber auch so nur auf 37% der Stimmen brachte. Bei den letzten Kommunalwahlen 2014 hatte der Fidesz den Wahlkreis mit lediglich 39% gewinnen können, weil die Opposition gespalten war in ein linkes Bündnis, das 25% holte, und die Jobbik, mit einem Ergebnis von 21%. Bei der Parlamentswahl im April wiederholte sich dieses Szenario: Der Kandidat des linken Bündnisses MSZP-Párbeszéd erreichte 30%, die Jobbik 29%, und wieder ging das Mandat an den Fidesz, der dieses Mal 38% der Stimmen einsammeln konnte.

Die Jobbik sprach am Montag von Wahlbetrug: Der Fidesz habe die einzige Bevölkerungsgruppe, die heute in Ungarn käuflich sei, auch bei dieser Nachwahl gekauft, namentlich die Zigeuner, hieß es von Seiten der rechtsgerichteten Partei. Am Sonntag habe man einen Vorgeschmack von dem erhalten, was bei den Kommunalwahlen 2019 geschehen wird – moralische Verlierer werden zu politischen Gewinnern.

In Veszprém gewann der Kandidat von Fidesz-KDNP mit mehr als 80% (!) der Stimmen gegen den einzigen Herausforderer von der grün-alternativen LMP. Hier ging es um einen Sitz in der Bürgerschaft der Komitatsstadt, über den theoretisch 4.000 Wähler hätten befinden können. In Sopron gewannen die Regierungsparteien in einem ähnlich großen Wahlkreis mit 69%; dort war die Opposition gespalten, weil MSZP und DK einen anderen Kandidaten unterstützten, als Jobbik, LMP und die linken Splitterparteien.

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