Die bestehenden Meinungsunterschiede dürften nicht verhindern, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, fuhr Orbán fort. Ungarns Südgrenze sei geschützt, „von dort aus können keine Migranten in Deutschland oder Österreich eintreffen“, betonte der ungarische Premier, der versicherte, dass diese Grenze auch zukünftig geschlossen bleibe. Indem Ungarn verhinderte, dass irgendjemand unter Ausspielen der Gesetzeslage ungarisches Territorium betritt, nahm es Deutschland eine riesige Last von der Schulter. Ungarns Standpunkt in Sachen Migration sei seit Jahren unverändert. Orbán erinnerte daran, dass der Grenzzaun im Süden notwendig wurde, um die Kontrolle über das eigene Land zurückzugewinnen.

Deutschland wolle abgewiesene Asylbewerber u. a. nach Ungarn abschieben, was Budapest unter Hinweis darauf ablehne, diese Menschen wären via Griechenland in die EU gelangt, auch wenn sie erst in Ungarn registriert würden. Auch die Art der Hilfeleistung stellt man sich in Budapest anders vor, denn wo man die Leute einlädt, sie könnten gerne kommen, dorthin werden diese tatsächlich gehen.

Der Gast würdigte die Rolle Deutschlands beim Erreichen der Vollbeschäftigung, und stellte zugleich klar, das künftige Wachstum Europas hänge von der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Visegrád-Staaten (V4) ab. Orbán verwies darauf, dass Ungarn das einzige Land außerhalb des deutschen Sprachraums sei, wo vom Kindergarten bis zur Universität auf Deutsch gelernt werden kann. Er wünsche der Andrássy-Universität in Budapest ein größeres Gewicht.

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