„Wir sind ein ganz gewöhnliches Paar. Wir hatten jedoch eine weniger gewöhnliche Idee und die haben wir in die Realität umgesetzt. Nach unserer Hochzeit brachen wir zu einer Weltreise auf und waren vier Jahre lang unterwegs.“ So beginnt das Buch von Árpád Harkányi und seiner Frau Zita Zárug. Es umfasst mehr als 300 Seiten und trägt den Titel „Wie bereist man die Welt mit nur 3.533 Forint am Tag?“.

#

Unvergessliche Abenteuer

Sie standen auf Vulkangipfeln und entdeckten die farbenfrohe Unterwasserwelt. Im Winter strampelten sie auf ihren Rädern über die zugefrorenen Pässe des Pamirgebirges in Asien und besuchten bei tropischer Hitze den Äquator. Sie durchlebten unvergessliche Abenteuer, und das alles mit einem sehr eingeschränkten Budget. Sie lernten, Unterkünfte, Essen und Transport günstig und geschickt zu finden. Im Schnitt gab jeder von ihnen etwa 3.533 Forint, also etwas mehr als zehn Euro am Tag aus. Das deckte all ihre Ausgaben. Sie lernten viel während ihrer Reise. Mit ihrem Buch, so sagen sie, wollen sie anderen das Umsetzen ähnlicher Reisen erleichtern. Über die spannenden Erlebnisberichte hinaus enthält das Buch viele nützliche Informationen.

Árpád und Zita beantworten faszinierende Fragen. Jene etwa, wie sie vier Jahre reisen konnten, obwohl ihnen das Geld bereits nach zwei Jahren ausgegangen war. Wie kamen die beiden an die Arbeitserlaubnis, mit der sie sich auf einer Farm in Neuseeland Geld für die weitere Reise verdienen konnten? Wie kann man den Atlantik auf einem luxuriösen Passagierschiff inklusive Vollpension für nur 270 Euro überqueren? Wie hat man die besten Chancen per Anhalter von Autos oder gar auf Segelbooten mitgenommen zu werden? Wie mietet man für bloß einen Dollar am Tag – oder gar ganz kostenfrei – ein Wohnmobil für sechs Personen? Was machten Árpád und Zita, als sie in Nepal und Indonesien schwer erkrankten? Wie lernt man die lokalen Sprachen – zumindest in ihren Grundlagen? Auf all diese und weitere Fragen gibt das Buch Antwort – leider bisher nur auf Ungarisch.

#

Gemeinsam radeln verbindet

Geradezu fesselnd scheint an sich aber auch die Frage, wie ein Paar über vier Jahre hinweg Tag und Nacht miteinander verbringen kann, ohne sich zu streiten. Noch rätselhafter ist das vor dem Hintergrund, dass beide sehr unterschiedliche Interessen haben: Zita war zu Beginn weder besonders sportlich noch begeistert von der Idee, zu radeln (besonders dann nicht, wenn es bergauf ging), Árpád hingegen liebt gerade diese Herausforderungen. Zita mag die Küste, welche Árpád eher langweilig findet.

Während der gesamten Reise knüpften die beiden nicht nur Freundschaften in allen Ecken der Welt, sondern blieben darüber hinaus miteinander befreundet; liebten sich weiterhin, und erwarten nun in wenigen Monaten ihr erstes Kind. Die Frage, ob Zita vorhabe, auch in den Kreißsaal zu radeln, verneint die junge Frau jedoch.

#

Weitere Informationen über die Abenteuer von Árpád Harkányi und seiner Frau Zita Zárug finden Sie auf Englisch hier: http://360fokbringa.hu.


Konversation

ÄHNLICHE BEITRÄGE
Zur Erklärung: Sommerloch in der ungarischen Politik

Gurkensaison unter der Gürtellinie

Geschrieben von EKG

Der Sommer ist für Journalisten immer eine Herausforderung. Wirklich viel passiert zumeist nicht,…

Ausstellung „Erwin Wurm One-minute Works. Sculpture as a Programme“ im Ludwig-Museum

Wenn der Kopf im Eimer ist

Geschrieben von Laura Geigenberger

Nach seinen großen Erfolgen in New York und auf der Biennale in Venedig zeigt der Gegenwartskünstler…

Interview mit Katalin Novák, Staatssekretärin für Familien- und Jugendfragen im HR-Ministerium

Demographische Probleme aus eigener Kraft überwinden

Geschrieben von Jan Mainka

Zu den hochrangigen Staatsvertretern, die nach der jüngsten Regierungsänderung in ihrer bisherigen…