Beide Parteien hatten sich vor der Wahl gegen einen Zusammenschluss mit anderen entschieden, doch während die Együtt um Politaktivist Péter Juhász nach und nach klein beigab und einseitig, ohne Zugeständnisse der anderen Seite anfing, ihre Kandidaten zurücktreten zu lassen, hielt die Momentum um András Fekete-Győr am Entschluss fest, sich lieber allein dem Votum der Bevölkerung zu stellen. Das Ergebnis könnte unterschiedlicher nicht sein.

Das Ende einer Partei

Am 2. Juni war es so weit: Péter Juhász, Gründer der Bewegung „Eine Million für die ungarische Pressefreiheit” (Milla) und nunmehr Vorsitzender der Együtt-Partei, teilte in einem Facebook-Video mit, dass es seine Partei ab sofort nicht mehr gebe.

Die Mitte-Links-Sammelbewegung um Ex-Premier Gordon Bajnai ging 2013 aus verschiedenen Bürgerinitiativen, darunter auch der Milla von Juhász, hervor. Im Vorfeld der Parlamentswahlen 2014, für die die Partei ein Wahlbündnis mit den Parteien MSZP, DK, PM und MLP eingegangen war, erreichte die Együtt in Umfragen noch 14 Prozent. Doch nach und nach wurde es stiller um sie.

Allein ihr Vorsitzender, Péter Juhász, machte immer wieder von sich Reden. Beispielsweise aufgrund seiner Investigativarbeit rund um die undurchsichtigen Immobiliengeschäfte in der Budapester Innenstadt, doch immer wieder auch aufgrund seines Privatlebens. Politisch konnte die Együtt in den vergangenen Jahren jedoch keine nennenswerten Erfolge vorweisen. Im Herbst 2016 teilte die Együtt mit, bei den kommenden Parlamentswahlen im Alleingang antreten zu wollen.

Ausgezahlt hat sich diese Entscheidung nicht. Mit nur 0,66 Prozent der Stimmen bei den Parlamentswahlen am 8. April ist die Együtt komplett in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Durch das Verfehlen der Einprozentschwelle, die als Mindestwert für die Berechtigung auf staatliche Wahlkampfunterstützung gilt, musste die Együtt Zuschüsse von rund 153 Millionen Forint zurückzahlen. Das Geld wurde im Rahmen einer Spendensammlung von Unterstützern der Partei aufgebracht, wodurch immerhin der finanzielle Ruin der Együtt-Vorstandsmitglieder abgewendet werden konnte. Es war das letzte Aufatmen vor dem offiziellen Ende der Partei.

Péter Juhász scheint sich mit dem Niedergang seiner Partei jedoch nicht abfinden zu wollen: Er teilte auf Facebook mit, dass sich die „herausgebildete Wertegemeinschaft” im Herbst in irgendeiner Form neu definieren werde.

Das Überleben einer Partei

Einen gänzlich anderen Weg als die Együtt schlug dagegen die Momentum ein. Insbesondere nach dem Erfolg ihrer NOlympia-Kampagne strotzte die neu formierte Mikropartei vor Selbstbewusstsein. „Regierungsaustauscher“ wollte man sein. Je näher die Wahl jedoch rückte, umso vorsichtiger wurden die Töne. Solide Oppositionsarbeit hieß das neue Ziel. Am Ende hat es die Momentum jedoch nicht ins Parlament geschafft und die selbst gesteckten Ziele damit deutlich verfehlt. Der Vorstand um den Parteivorsitzenden András Fekete-Győr trat daraufhin geschlossen zurück. Auch die Momentum hatte einen eigenen Weg beschreiten wollen und sich der Kooperation mit anderen Parteien verweigert, doch ihre Bilanz nach der Wahl fällt anders aus als die der Együtt.

Zwar verfehlte Momentum mit 3,06 Prozent den Einzug ins Parlament deutlich, aber für eine Partei, die zum Wahltag noch kein Jahr alt war, könnte dies durchaus als Achtungserfolg gewertet werden. Nichtsdestotrotz sah András Fekete-Győr es als geboten an, seinen Vorsitz vorübergehend abzugeben. Am vergangenen Sonntag stellte er sich allerdings neben zwei weiteren Mitbewerbern erneut zur Wahl und wurde mit 56 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

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