Nach einem halben Jahrhundert Bandgeschichte kann Judas Priest auf insgesamt 18 Studioalben, dutzende Chartplatzierungen und zahlreiche Auszeichnungen zurückblicken – unter anderem einen Grammy, Doppelplatin und eine Nominierung für die „Rock and Roll“-Hall-of-Fame im vergangenen Jahr. Und die Luft ist noch längst nicht raus. Auch im, zum Teil fortgeschrittenen Alter machen Rob Halford (67), Glenn Tipton (70), Richie Faulkner (37), Ian Hill (67) und Scott Travis (56) noch immer eine gute Figur in ihrer Leder- und Nietenkluft. Die doppelten Lead-Gitarren und der hohe Gesang Halfords sind genauso prägend für das Image der Band, wie ihr markantes Outfit. Dieses Gesamtpaket zusammen mit außergewöhnlichen Bühnenrequisiten wie etwa einer Harley und Hymnen wie „Living After Midnight“ oder „You’ve Got Another Thing Comin“ sorgen für eine einmalige Atmosphäre.

Vom Blues zum Heavy-Metal

Dass der Name der Band an das Lied „The Ballad of Frankie Lee and Judas Priest“ von Folk- und Blues-Legende Bob Dylan angelehnt ist, scheint im ersten Moment undenkbar. Doch die heutigen Heavy-Metal-Legenden haben sich 1974 in ihrem ersten Album tatsächlich noch dem Blues und Rock gewidmet. Doch schon auf der nächsten Platte „Sad Wings of Destiny“ waren deutliche Stilelemente des Metal zu erkennen. In den darauffolgenden Jahren verschrieben sie sich gänzlich dem Heavy-Metal, tourten mit Led Zeppelin durch Amerika, veröffentlichten drei weitere Alben und bestritten eine erfolgreiche Welttournee. Mit dem 1980 erschienenen Kultalbum „British Steel“ erschuf die Band dann eine ihrer unsterblichen Hymnen „Breaking the Law“, zu welcher heute, 38 Jahre später, noch immer die Massen toben.

Während ihrer gesamten Karriere kam es immer wieder zu zahlreichen Umbesetzungen. So kündete auch Sänger Rob Halford nach Abschluss der „Painkiller“-Tour im Jahr 1991 seinen Austritt an. Über zehn Jahre später kam es jedoch zur Wiedervereinigung und es folgten weitere vier Alben, darunter ihr 18. Studioalbum „Firepower“.

Musik als Realitätsflucht

Gleich drei musikalische Glanzstücke von Judas Priest befinden sich auf der durch die Musikzeitschrift Rolling Stone zusammengestellten Liste der „Besten 100 Hardrock- und Metal-Alben aller Zeiten“. Und das zu Recht, denn die Band hat eine stilistisch vielseitige Bandbreite, die sie auch in ihrem neuen Album ausspielt. „Von eher luftigen Hard-Rock-Nummern über pfeilschnelles Metal-Riffing bis hin zu atmosphärischen Momenten“, sei alles dabei und zeige die Musiklegenden in ihrer Bestform, meint Matthias Weckmann, Redakteur der Musikzeitschrift Metal Hammer.

Vor allem die eingängigen, unnachahmlichen Melodien in Verbindung mit der markanten Stimme des Sängers, die viereinhalb Oktaven umfasst, im Wechselspiel mit den erhabenen Soli der Musiker zieht weltweit die Fans in den Bann.

In ihren Texten stellen die Musiker sowohl das wahre Leben als auch Fantasiewelten dar. „Wir beobachten die Welt und schreiben darüber, das ist auch mal politisch“, erklärt Sänger Halford im Interview mit dem Spiegel. Was sich über die Jahre außerdem nicht geändert hat, ist die Tatsache, dass die Band eine Form von Eskapismus, also Realitätsflucht aus dem Alltag bietet. Und wer selbst einmal einen Abend lang Abwechslung zum Alltag sucht, für den gibt es noch die Möglichkeit, sich Tickets zu sichern. Außerdem gibt es eine limitierte Anzahl von „Front of Stage Tickets“ für alle, die die Metal-Legenden hautnah erleben möchten.


Judas Priest in der Papp László Budapest Sportaréna

Budapest, XIV. Bezirk, Stefánia út 2

Datum: 24. Juli 2018

Ticketpreise: zwischen 14.900 und 24.900 Forint

Weitere Informationen und Tickets finden Sie unter www.livenation.hu, www.judaspriest.com und www.ticketpro.com


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