Balaton Sound ist das Elektronische, Sziget der internationale Allrounder und STRAND der entspannte Nachzügler. Doch was charakterisiert eigentlich das VOLT Festival? Unter vielen Dingen ist es wohl das „Ungarischste“ unter den großen Musikfestivals des Landes. Denn trotz seiner unmittelbaren Nähe zu Österreich – Wien ist von Sopron gerade einmal eine Autostunde Fahrt entfernt – zieht das VOLT Festival vor allem ein hiesiges Publikum an. Dieses setzt sich dafür auch etwas vielfältiger zusammen. Mehr als bei allen anderen Festivals sieht man auf dem durch die Magyar Telekom gesponserten Festival auch junge Familien und Musikenthusiasten älteren Jahrgangs die vielfältigen Programme genießen.

Was das VOLT vielleicht besonders attraktiv für Familien macht, ist seine idyllische Lage inmitten einer grünen Waldoase. Hier findet man während der fünf Festivaltage auf 10 Bühnen ungefähr 150 Acts, dazu gibt es natürlich auch in diesem Jahr wieder Lounges, Bars, Cafés und Restaurants.

Line-up für Nostalgiker

So vielfältig wie sein Publikum ist auch das Line-up des diesjährigen VOLT Festivals. Den alten Radio-Slogan „Das Beste aus den Achtzigern, Neunzigern und von heute“ scheinen sich die Veranstalter diesmal besonders zu Herzen genommen zu haben.

Schon am Dienstagabend startet die musikalische Großveranstaltung mit einem wahren Knüller: Auf der Hauptbühne gibt sich die englische Synthie-Rock-Legende Depeche Mode die Ehre. Gegründet im Jahr 1980 verhalf die damals aufkommende New-Wave-Welle und der damit einhergehende Synthesizer-Boom der dreiköpfigen Band zu schneller Berühmtheit. Doch mit Hits wie „Just Can’t Get Enough“, „People Are People“, „Enjoy the Silence“ oder „Dream On“ sicherten sie sich auch über die Achtziger hinaus einen Platz in den internationalen Annalen der Musikgeschichte. Die Band, die man wohl getrost die beliebteste Elektronikband aller Zeiten nennen darf, war schon mehrmals live in Ungarn zu sehen, zuletzt machte sie im Februar dieses Jahres im Rahmen ihrer „Global Spirit Tour“ Stopp in Budapest. Nun also Sopron – für Depeche Mode ist es das erste Mal auf einem ungarischen Festival.

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„Es ist uns eine große Freude, dass wir es jedes Jahr schaffen, unser Programm mit so einem weltbekannten Act eröffnen zu können. Depeche Mode steht seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste unseres Publikums“, kommentierte VOLT-Programmdirektor Norbert Lobenwein die Zusage von Dave Gahan und seinen Mitstreitern. Doch Depeche Mode sind nicht die einzigen Weltstars, die das VOLT dieses Jahr im Programm hat. Am Mittwochabend zeigen die Hurts aus Großbritannien, wie sich der Synthie-Pop der jungen Generation anhört und am Donnerstag heizt niemand Geringeres als Iron Maiden dem Soproner Publikum so richtig ein. Auch die Heavy-Metal-Band ist ein in Ungarn häufig gesehener Gast: In den vergangenen acht Jahren waren sie sowohl auf dem Sziget-Festival als auch in der Papp László Sportaréna in Budapest zu sehen. Und auch das VOLT-Festival machten die Briten 2016 schon einmal unsicher. Damals wie heute ist ihr Auftritt eine Garantie für Gedränge an den Ticketschaltern: Bereits einen Monat vor dem Konzert sind auch diesmal alle Tagestickets für den Auftrittstag der Band ausverkauft. Es gibt zwar noch Fünf-, Vier- und Drei-Tages-Tickets, die auch den Donnerstag miteinschließen, doch auch diese sind nur noch in begrenzter Anzahl verfügbar. Man sollte sich also beim Ticketkauf ranhalten.

Schlagerparty und ungarische Neuheiten

In die Neunziger entführen neben Limp Bizkit, die am Freitagabend die Hauptbühne rocken, auch die diesjährige Total-Dance-Schlagerparty des VOLT Festivals. Hier sollen unter anderem Safri Duo, Eiffel 65 und Mr. President auftreten. Etwas progressivere Töne schlagen dagegen weitere internationale Größen wie Avenged Sevenfold (USA), Steve Aoki (USA) und Alan Walker (N) an.

Den Vorlieben des überwiegend lokalen Publikums angepasst, werden erneut zahlreiche ungarische Bands die Bühnen des VOLT Festivals bevölkern. Insgesamt 125 haben ihr Kommen angesagt, darunter etablierte Acts wie Brains, Punnany Massif, Margaret Island, Irie Maffia, Road und Quimby. Aber auch der ungarische Pop-Rock-Sänger Ákos, der dieses Jahr seinen fünfzigsten Geburtstag feierte, jedoch auf der Bühne noch keinerlei Ermüdung bemerken lässt, ist erneut dabei. Mit Fran Palermo, den Mary Popkids, Kiscsillag und Wellhello sind auch Bands zu sehen, die sich in Ungarn erst in den vergangenen Jahren zunehmend in Position bringen konnten.

Unser Tipp für alle, die einen Ausflug zum VOLT Festival in Betracht ziehen: Nehmen Sie sich auch die Zeit, um die Stadt Sopron zu erkunden. Sie ist eine der ältesten Städte Ungarns und verfügt über einen sehenswerten historischen Stadtkern. In die Geschichte ging sie als die treuste Stadt ein: Nach dem Ersten Weltkrieg entschieden sich ihre Bewohner gegen einen Anschluss an Österreich und für den Verbleib bei Ungarn. Trotzdem blieb Sopron immer eine Brücke zwischen beiden Ländern. 1989 fand in der Nähe von Sopron das Paneuropäische Picknick statt, das als Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs gilt. Den historischen Schauplatz des Picknicks kann man dort noch heute besuchen.


Telekom VOLT Festival

Dauer: 26. bis 30. Juni 2018

Veranstaltungsort: Sopron, Lővér Kemping (Pócsi domb)

Tickets: fünf Tage für 54.990 Forint, vier Tage für 36.990 Forint, drei Tage für 32.990 Forint, Tagestickets für 13.990 Forint (für den Eröffnungstag 24.990 Forint)

Weitere Informationen finden Sie unter www.voltfestival.com

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