Parlamentspräsident László Kövér sagte zum 98. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrages, dass die früheren europäischen Großmächte Ungarn zur Lebensunfähigkeit, die Nation zur Selbstentfremdung verurteilten. In Trianon wurden 3 Mio. Menschen ihres Rechts beraubt, zu entscheiden, mit wem sie zusammenleben wollen. Auch heute gibt es wieder Kräfte, die dieses Recht mit den Mitteln der illegalen Migration entziehen und Europa umgestalten wollen. Europa kann jedoch nur über die Harmonisierung der nationalen Interessen bestehen bleiben.

Den Glauben an den Zusammenhalt hielten die von ihrer Heimat getrennten Ungarn über Jahrzehnte hinweg aufrecht, und dies ist heute noch der stärkste Motor, erklärte János Árpád Potápi, Staatssekretär für Nationalpolitik, auf der Konferenz „Die Nation und die Gemeinschaft“ am Montag. Mit dem 4. Juni soll nicht nur der Verluste, sondern auch dessen gedacht werden, was geblieben ist. Ziel der ungarischen Regierung ist es, eine einheitliche Nation aufzubauen, in der jedem Ungarn Staatsbürgerschaft, finanzielle Unterstützung und Unterricht in der Muttersprache – sei es in Siebenbürgen oder Transkarpatien – zugesichert wird. Es bedarf eines stabilen Ungarns, das auch für das Bestehenbleiben des Ungarntums außerhalb des Landes die notwendigen Voraussetzungen schaffen kann. Deswegen ist das Jahr 2018 in Ungarn und außerhalb der Grenzen den ungarischen Familien gewidmet. Die ungarische Nationalpolitik ist eine Art Antwort auf Trianon.

„Wir können uns der Last von Trianon entledigen, wenn wir an die Zukunft des Ungarntums glauben“, erklärte Finanzminister Mihály Varga bei einer Gedenkfeier im III. Budapester Stadtbezirk. „Wir arbeiten mit allen Kräften daran, in jeder Hinsicht zu einer aufstrebenden Nation zu werden. Dazu müssen wir auch im 21. Jahrhundert den Zusammenhalt der Ungarn stärken und dürfen weder aus Kleinmütigkeit noch auf Druck von außen hin von den ungarischen Interessen Abstriche machen“, sagte Varga. Der Friedensvertrag von Trianon habe jeden Ungarn zum Opfer gemacht – jene, die im Mutterland blieben, und jene, die außerhalb der Grenzen gelangten. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass der Zusammenhalt der Nation auch in der Gegenwart Wirklichkeit ist. Die Ungarn haben erkannt, dass es ohne Nation keine Heimat gibt. Auch die neue Regierung geht den 2010 bestimmten Weg weiter: Sie glaubt an die Nation, Familie und christliche Kultur. Varga warnte ungeachtet der wirtschaftlichen Erfolge, das Land sei mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die sogar die nationale Existenz gefährden könnten

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