Wie Christian Wolff, Geschäftsführer der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft., informierte liefen im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 190.000 Pkw vom Band der Kecskeméter Fabrik, über vier Prozent mehr als 2016. Der Nettoumsatz der Firma stieg auf über 3,5 Milliarden Euro. „Beides sind Rekordwerte“, unterstrich Wolff. Sein Werk zeichne sich aber nicht nur mit immer höheren Stückzahlen, sondern auch mit einer ausgezeichneten Qualität aus. Im direkten, weltweiten Vergleich mit anderen Mercedes-Fabriken belege der Standort Kecskemét inzwischen Spitzenwerte.

„Das vergangene Geschäftsjahr ist nicht nur wegen der guten erzielten Ergebnisse ein Meilenstein, sondern ebenso wegen der neu eingeleiteten Investitionen, die im Dienste der zukünftigen Generationen und der Kunden stehen“, erklärte Wolff weiter.

Gewaltige Investitionen

Bereits im vergangenen Jahr wurde eine 99.000 m2 große Rohbauhalle übergeben, in der seit diesem April die neue A-Klasse vom Band rollt. Für die Gesamtinvestition wendete die Firma rund 580 Millionen Euro auf. Diese riesige Summe wird aber noch von der Summe in den Schatten gestellt, die für die Errichtung eines kompletten zweiten Fahrzeugwerks eingeplant worden sind, nämlich rund 1 Milliarden Euro. Die Erdarbeiten für diese Investition haben bereits begonnen, im Juni soll die Grundsteinlegung erfolgen. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird dann hier ein „Full Flex“-Werk errichtet, in dem dann Pkw mit Front- und Heckantrieb mit Spitzentechnologien im flexiblen Produktionsbetrieb nach Grundsätzen von Industrie 4.0 vom Band rollen werden. Gegenüber der Budapester Zeitung unterstrich Wolff, dass sich das Megaprojekt seit der Bekanntgabe 2016 voll gemäß dem damals festgelegten Zeitplan entwickle.

Die größte Herausforderung neben der physischen Errichtung der neuen Fabrik bestehe nun darin, zusätzlich zu den bisher schon für die MBMH Kft. tätigen rund 4.000 Mitarbeiter schrittweise weitere 2.500 zu finden, die am Standort Kecskemét für die Marke mit dem Stern tätig sein wollen. Nach den Worten von Wolff helfe es bei der Suche sehr, dass Mercedes in Ungarn über ein ausgezeichnetes Image als Arbeitgeber verfüge. Erst kürzlich habe der Personalberater Randstad der MBMH Kft. aufgrund des Werturteils von Arbeitnehmern den Titel „Attraktivster Arbeitsgeber“ verliehen.

„Wohlfühlatmosphäre“ beim „Attraktivsten Arbeitgeber“

Auf eine Frage der Budapester Zeitung unterstrich Wolff, dass es für ihn wichtig sei, dass nicht nur das Gesamtpaket aus Lohn und Cafeteria-Leistungen stimme, sondern seine Mitarbeiter auch weitere Aspekte ihres Arbeitsalltags schätzen würden. „Unsere Mitarbeiter sollen gerne zu uns zur Arbeit kommen“, so Wolff. An dieser Stelle spricht er von einer „Wohlfühlatmosphäre“, ja sogar einer „familiären Atmosphäre“. Hier gehe es nicht um irgendetwas Technisches, sondern etwas, dass das Herz der Mitarbeiter anspreche. „Bei der Ausgestaltung dieser Atmosphäre sind wir alle gefragt.“ Ganz wichtig sei ihm auch das Thema Ergonomie. „Gemeinsam mit den Gewerkschaften haben wir hier in letzter Zeit wichtige Verbesserungen erzielen können“, erzählt er.

Mit Blick auf das Projekt K2, also die Errichtung des neuen Fahrzeugwerks gewinnt neben dem Thema Recruiting aber auch die Aus- und Weiterbildung eine noch höhere Bedeutung. Hier werde unter anderem der Mercedes-Benz Academy Kecskemét, kurz MAK, eine wichtige Rolle zukommen. Im September 2017 begann die Errichtung des 8.000 m2 großen Komplexes, bereits ab diesem September werden sich hier die ersten 250 Schüler und Studenten im Rahmen des dualen Systems Fachwissen aneignen. Zum Thema Knowhow merkte Wolff an dieser Stelle übrigens noch stolz an, dass dieses inzwischen auch über die Kecskeméter Mercedes-Fabrik hinaus geschätzt werde. So hätten beispielsweise einige Kecskeméter Kollegen zeitweise anlaufende Mercedes-Fabriken in Mexiko und China mit ihrem Fachwissen unterstützet „Vor fünf Jahren waren wir noch Lehrlinge, jetzt sind wir bereits Lehrer“, brachte Wolff dieses neue Phänomen in der Geschichte der jungen Firma im anschließenden BZ-Gespräch auf den Punkt.

Als zweiter Redner der Pressekonferenz trat MBMH-CFO Josip Niksic ans Mikrophon. Seine Vorstellung der Geschäftszahlen mündete in die Konklusion: „Alle unsere Zahlen belegen eindeutig, dass es eine gute Entscheidung war, langfristig in Ungarn zu investieren und Kecskemét zu einem Produktionsstandort unserer Kompaktfahrzeuge zu machen“. Der erzielte Gewinn der MBMH Kft. werde weiterhin vollständig in den Ausbau des Kecskeméter Werkes reinvestiert. Abschließend erwähnte Niksic noch, dass die MBMH Kft. im vergangenen Jahr insgesamt rund 23 Millionen Euro an Steuern und Abgaben gezahlt habe.

Marktführer im Premiumsegment startet mit Rekordquartal ins Geschäftsjahr 2018

Auch die Mercedes-Benz Hungária Kft. als Vertriebsgesellschaft von Mercedes konnte 2017 Rekorde verbuchen: Die Umsatzerlöse kletterten um ein gutes Viertel auf 101 Mrd. Forint, gab Geschäftsführer Jörg Schmidt bekannt. Im Segment der kleinen Nutzfahrzeuge gelang ein außergewöhnlicher Absatzsprung um 82 Prozent auf 1.460 Einheiten, bei den großen Nutzfahrzeugen ab 6 t erreichte das Plus 72 Prozent. Der Marktführer im Premiumsegment startete schwungvoll ins neue Jahr: Mehr als 860 verkaufte Pkw in drei Monaten bedeuten ein Drittel mehr als Anfang 2017. Insgesamt war es das bisher beste I. Quartal für das Unternehmen.

#

Mercedes-Benz - Verantwortung für nächste Generation

Die Verantwortung für die nächste Generation motivierte die Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft. bei ihrer Entscheidung, den ersten in Kecskemét in Serie gebauten Mercedes der neuen A-Klasse der örtlichen Stiftung „Gemeinsam für die Kecskeméter Familien“ als Spende zu übergeben. Das Foto zeigt Geschäftsführer Christian Wolff bei der Übergabe des Autos an Éva Kis Szabó, die Leiterin der Stiftung. Das Auto soll die Arbeit des freiwilligen Fürsorgenetzwerks unterstützen, das bedürftigen Familien mit kleinen Kindern in Kecskemét und den umliegenden Gemeinden hilft.

Konversation

WEITERE AKTUELLE BEITRÄGE
Die Letzte Seite

Familiengründer gesucht

Geschrieben von EKG

Demnächst werden im Rahmen einer Nationalen Konsultation erneut Millionen Fragebögen versandt (siehe…

Die Letzte Seite

Familiengründer gesucht

Geschrieben von EKG

Demnächst werden im Rahmen einer Nationalen Konsultation erneut Millionen Fragebögen versandt (siehe…

Hintergründe zum Film „Das schweigende Klassenzimmer“

„Der Ungarnaufstand hat mein Leben verändert“

Geschrieben von Katrin Holtz

Im Frühjahr 2018 sorgte „Das schweigende Klassenzimmer“ dafür, dass sich Medien und Kinozuschauer…