Doch Teenager werden eines Tages erwachsen und lernen, wie man die wichtigen Dinge des Lebens, den Glauben, die Hoffnung und die Liebe verstehen und auch umsetzen kann. Die sich selbst für Liberale haltenden Jugendlichen und Alten wollen allerdings nicht erwachsen werden. Deshalb machen sie sich über den Professor lustig, der meint, dass die Zehn Gebote lebenserhaltende Weisheiten seien. (…)

Das Gesundheitswesen ist im Umbruch

Die Ernennung von Miklós Kásler zum HR-Minister war eine bewusste und dringend notwendige Entscheidung. Als geübter Oberarzt und gläubiger Christ wird er eine Schlüsselrolle in der neuen Regierung spielen. Es sind auch ebendiese beiden Aspekte, die ihn zu einem so geeigneten Mann für die Aufgabe machen. (…) Die strukturellen Bedingungen im ungarischen Gesundheitswesen verbessern sich immer mehr – trotz oppositioneller Gerüchte, die das Gegenteil behaupten. Nicht nur die Gebäude, sondern auch die Einrichtungen der Krankenhäuser wurden erneuert. Bezüglich der noch renovierungsbedürftigen Krankenhäuser, die hauptsächlich in Budapest zu finden sind, machte die Regierung schon ihre Renovierungsabsichten deutlich, und auch das Geld dafür ist bereits eingeplant.

Ein Punkt, in dem allerdings noch kein Fortschritt erzielt werden konnte, ist das übertrieben hierarchische System im Gesundheitswesen. Was dieses verzerrte System am Leben erhält, ist das sogenannte „Dankesgeld“ (ung.: hálapénz), das Patienten ihren Ärzten zustecken. Es trägt bei einigen zur nicht unerheblichen Aufbesserung ihrer legalen Löhne bei. Die Aristokratie des Gesundheitswesens besteht aus nicht mehr als tausend Menschen, aber sie spielen alle eine wichtige Rolle. Von ihnen hängen der Werdegang und das Gehalt ihrer Kollegen ab.

Bis jetzt ist jeder Versuch, dieses System zu ändern, gescheitert. Viele, denen diese Aufgabe anvertraut wurde, gaben ihr Mandat zurück, als sie mit dem Ausmaß des Problems konfrontiert wurden. Dazu muss man sagen, dass das Gesundheitswesen keine Basisdemokratie sein kann. Es werden Vorgesetzte und Untergebene sowie Anweisungen und deren Ausführung benötigt. Vom „Dankesgeld“, das die Verhältnisse nur verschlechtert, muss man jedoch Abstand nehmen. Wenn es Miklós Kásler gelingt, in diesem Punkt weiterzukommen, dann wird ihm das ganze Land dafür danken.

Bei dieser Aufgabe können ihm seine christlichen Werte sicher eine große Hilfe sein. Es hört sich klischeehaft an, ist aber wahr: ganz Europa befindet sich in einer Wertekrise. Bereits in den letzten 200 bis 300 Jahren, aber insbesondere in den letzten 50 Jahren haben wir damit begonnen, die Werte, die Europa groß und erfolgreich machten, immer mehr infrage zu stellen. Das hat zu schweren Konsequenzen geführt.

Der Wohlstand, den wir heute genießen, ist den gläubigen Christen zu verdanken

Einer der erschreckendsten Beweise dafür ist, dass die europäische Bevölkerung immer weniger Kinder bekommt. Man könnte sagen, ihre Fähigkeit zur biologischen Reproduktion ist komplett verloren gegangen. Nun schaut sie untätig zu, wie die dadurch verursachte Selbstzerstörung unausweichlich geworden ist. Die europäischen Völker haben ihre Traditionen und ihr Zusammengehörigkeitsgefühl weggeworfen und sind jetzt dabei, einen zweiten Turm zu Babel zu errichten. (…)

Den christlichen Glauben ablehnende Bevölkerungsgruppen, die Bolschewiken ebenso wie die Nazis haben immer wieder versucht, den Wohlstand und die aufgebaute Sicherheit zu zerstören. (…) Einige dieser Barbaren leben immer noch unter uns, genauso wie ihre mörderischen Absichten. Alle, sogar die Sünder unter uns, sind sich einig, dass hier nur Menschen leben und arbeiten sollen, die sich zu ihrem Glauben und ihren Werten bekennen. Menschen, die sich zu dem bekennen, was schon unsere Vorfahren über die Moral, das Gute und das Ehrenvolle predigten.

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen! Du sollst den Tag des Herrn heilighalten! Du sollst Vater und Mutter ehren! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht Ehe brechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen! Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau! Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut! Es ist schwer all das einzuhalten, aber es lohnt sich. Die Belohnung dafür ist ein gutes Leben.


Der hier wiedergegebene Kommentar erschien am 5. Mai auf dem Onlineportal der konservativen Tageszeitung Magyar Idők.

Aus dem Ungarischen von Marie-Christin Lück

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