Musikfans und Partyvolk aufgepasst: Streicht Euch die Tage zwischen dem 8. und dem 15. August im Kalender an, denn dann eröffnet die „Insel der Freiheit“ wieder ihre Tore.

Dieses Jahr steht das außergewöhnlich vielseitige Festival, das neben Konzerten und Live-DJ-Sets auch Theater-, Varieté-, Opern- und Artistikvorführungen, Ausstellungen und Sportprogramme sowie Diskussionsrunden und Impulsvorträge auf dem Programm hat, unter dem Motto der „Love Revolution“, also einer Revolution durch Liebe.

Mit Liebe zur Weltrevolution

„Bei der ‚Love Revolution‘ geht es nicht nur darum, fröhlich und friedlich miteinander zu feiern“, so Festivaldirektor Tamás Kádár auf einer Pressekonferenz Mitte April. Kádár, der das Festival schon lange begleitet, übernahm im vergangenen Jahr erstmals die Leitung von Sziget-Festival-Gründer Károly Gerendai.

„Mit der ‚Love Revolution‘ wollen wir uns dafür einsetzen, dass alle Menschen auf der Welt ohne Gewalt und ohne Angst zusammenleben können, dass Vorurteile und Ausgrenzung bald der Vergangenheit angehören, grundlegende Menschenrechte überall geachtet werden, und dass wir unseren Kindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen.“ Wie Kádár betonte, sind diese Ziele keineswegs neu, sondern würden lediglich die Werte fortführen, für die das Festival bereits in den vergangenen 25 Jahren stand. Umgesetzt wird das Motto mit ganz unterschiedlichen Programmpunkten, etwa mit der täglichen Vortragsreihe „One hour - one love“, wo unter anderem über den Klimawandel, einen umweltbewussten Lebensstil und die Erhaltung von Ökosystemen gesprochen wird, aber auch Konzepte wie Rassismus, Toleranz, Nationalismus, Multikulturalismus, Migration und Integration kritisch unter die Lupe genommen werden.

8,6 Milliarden Forint für ein musikalisches Spitzenprogramm

Doch neben der Weltverbesserung kommt selbstverständlich auch die Musik nicht zu kurz. Auch wenn sich das wohl in jedem Jahr über das Line-up des Sziget Festivals sagen lässt, betonte Festivaldirektor Tamás Kádár: „In diesem Jahr ist es uns gelungen, das beste Musikprogramm aller Zeiten auf die Beine zu stellen!“

Und Recht muss man ihm geben! Schaut man sich alleine das Programm der Hauptbühne an: Hier werden unter anderem Kendrick Lamar, die Gorillaz, Lana Del Rey, Mumford and Sons, Dua Lipa, Kygo und auch die Arctic Monkeys für Feierlaune sorgen. Auch Liam Gallagher und Shawn Mendes, die in diesem Jahr ebenfalls zahlreiche andere große europäische Festivals als Headliner anführen, sind mit von der Partie. Ein Grund dafür, dass das Festival sich in diesem Jahr mit besonders großen Namen schmücken kann, ist, dass das Budget für Bookings auf 8,6 Milliarden Forint aufgestockt wurde. Zwölf Prozent mehr als noch im Vorjahr. Zu verdanken sei dies neuen ausländischen Investoren, erklärte Kádár, die in Übereinstimmung mit dem Veranstalter, der Sziget Kulturális Szervezőiroda Zrt., eine Wachstumsstrategie ausarbeiteten, die dem Festival in den kommenden drei Jahren zu noch mehr Besuchern verhelfen soll.

Auch im Partyzelt von A38 und Mastercard geht es mit Alle Farben, den Goo Goo Dolls, La Femme, Little Dragon, Nick Murphy, Damian Lazarus & The Ancient Moons, Lewis Capaldi, Nothing But Thieves, den Børns und vielen weiteren heiß her.

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Auf der Weltmusikbühne wird es neben eher traditionell ungarischen Kapellen auch einflussreiche Interpreten aus der ganzen Welt – von Osteuropa bis Westafrika – zu sehen geben.

Darüber hinaus wartet auch im Colosseum, auf der Europa-Bühne, der Barcadi-Arena, dem Hungarikum-Dorf und den vielen weiteren großen und kleinen Bühnen, Zelten und Veranstaltungsbereichen wieder ein bunt gemischtes Programm auf die Besucher.

Tickets und Bezahlung auf dem Festivalgelände

Die Tickets sind wie in jedem Jahr schnell ausverkauft. Es lohnt sich daher, nicht lange mit dem Kauf zu warten. Bereits jetzt sind die begehrten Fünf-Tages-Tickets nicht mehr zu haben. Nach der erfolgreichen Einführung im vergangenen Jahr gibt es 2018 neben den Wochentickets und den Tagestickets erneut auch Drei-Tages-Tickets. Diese sollen, wie die Veranstalter betonen, besonders den Ansprüchen der hiesigen Klientel entsprechen, dass beispielsweise für ein verlängertes Festivalwochenende aus den verschiedenen Teilen Ungarns anreist. Auch diese Tickets sind jedoch nur noch begrenzt verfügbar.

Eine technische Neuerung beim diesjährigen Sziget Festival ist, dass man zum Bezahlen an den diversen Verkaufsständen und Bars nun nicht mehr auf die Festipay-Karten zurückgreifen muss. Stattdessen erhalten alle Besucher ein mit einem RFID-Chip ausgestattetes Festivalarmband, auf das man sich ein Guthaben laden lassen kann. Dafür ist auch kein Schlangestehen an den Automaten und Festipay-Ständen mehr nötig. Überwiesen wird unkompliziert mittels Smartphone-App. „Bereits in den letzten Jahren gingen die Missbrauchsfälle im Zusammenhang mit dem Bezahlen auf dem Festival signifikant zurück, doch wir hoffen, dass diese neue Technologie für noch mehr Sicherheit sorgen wird“, so Tamás Kádár. Natürlich kann aber auch wie schon in den vergangenen Jahren mit Bankkarten, die kontaktloses Zahlen erlauben, bezahlt werden.


Sziget Fesztivál

Dauer: 8. bis 15. August 2018

Veranstaltungsort: Budapest, Óbudaer Werftinsel

Ticketpreise: Wochenpass 93.000 Forint, 3-Tage- Ticket 59.900 Forint, Tagesticket 22.500 Forint

Weitere Informationen finden Sie unter: szigetfestival.com/de

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