Schon seit weit über einem Vierteljahrhundert, genauer seit 1990, ist das Arany Kaviár eine der Topadressen für Kaviarenthusiasten und Liebhaber exklusiver russischer Küche. Besonders geschätzt wird das Lokal zudem für seine in Budapest einmalige Atmosphäre. Mit seinem elegant gestalteten Interieur, das zwar eine intime Festlichkeit ausstrahlt, aber keinesfalls veraltet wirkt, könnte man sich das Arany Kaviár wohl auch als Kulisse einer moderne Anna-Karenina-Verfilmung vorstellen. Besonders gemütlich sitzt es sich aber vor allem auf der ganzjährig genutzten Champagner-Terrasse des Restaurants. Hier genießt man – fernab der Straße und umgeben von Grün und Vogelgezwitscher – Ruhe und Diskretion.

Neues Mittagsangebot

Jeden Samstag und Sonntag bietet das Arany Kaviár seit einigen Wochen neben seinem À-la-carte-Menü und dem Fünf-Gänge-Degustationsmenü von ungarischem Fisch auch eine Art Erlebnismenü an, das Gäste einen umfangreichen Einblick in Spezialitäten der russischen Küche gibt. Mit dem sogenannte „Hungarian Sparkling Wine Lunch“ zeigt das Restaurant das große Spektrum seines Könnens.

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Natürlich beginnt man, wie der Name des Mittagsangebotes bereits verrät, mit einem Glas prickelndem Schaumwein der Sorte Törley Chardonnay Brut.

Das daraufhin eröffnete Menü, angeboten für Tische ab zwei Personen, folgt nicht streng der klassischen Speisenfolge, wie man es sonst von mehrgängigen Menüs kennt. Vielmehr beginnt man mit einer bunten Auswahl kleiner Happen aus dem Bereich der kalten und warmen Vorspeisen. In Russland nennt man diese Version der spanischen Tapas Sakuski. Im Arany Kaviár gehören dazu kalte Leckereien wie Heringssalat, geräucherter Stör, Gravlax-Lachs, feine Küchlein aus Entenleberpastete und Rhabarber sowie eine Auswahl hausgemachtem Brots. Daneben gibt es eine Kostprobe warmer Pelmeni mit Wildschweinfüllung und einer würzigen Julienne mit russischen Pilzen. Die allesamt exquisit angerichteten Delikatessen kommen in einem scheinbar nicht abreißen wollenden Strom auf den Tisch, sodass es gerade während der ersten halben Stunde nicht an immer neuen kulinarischen Aufregungen mangelt. Während der langen Prozession sowie aller folgenden Gänge bleibt natürlich auch das Sektglas nie leer.

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Kultverdächtige Kohlsuppe und süße Zwiebeltürme

Im Anschluss an die Sakuski wird die Schtschi serviert. Auch wenn der Name dieser typisch osteuropäischen Kohlsuppe wohl nur den wenigsten Westeuropäern fließend über die Lippen kommen mag und das Gericht nicht dieselbe Berühmtheit wie etwa der Borschtsch genießt, handelt es sich hier um einen nicht minder kultverdächtigen Küchenklassiker. Statt Roter Beete ist Weißkohl die Basis für die Schtschi. Eine Einlage zarter Fleischstücke verleiht der Suppe Substanz, während der hinzugegebene russische Schmand für eine säuerliche Note sorgt.

Nach der Suppe folgt das Hauptgericht: Hier wartet das neue Menüangebot des Arany Kaviár mit drei Optionen auf, aus denen es auszuwählen gilt. „Natürlich wechseln diese Option mit der Saison, da wir unseren Gästen immer die frischsten Zutaten bieten möchten, doch wir bemühen uns, stets ein Fischgericht und zwei Geflügel- oder Fleischgerichte einzuschließen“, erklärt Geschäftsführer Attila Molnár. Immer dabei: Hühnchen Kiew, der All-Time-Klassiker wird optisch ansprechend am Knochen und auf einem Bett aus Kartoffelpüree serviert. Daneben stehen momentan auch ein gebratenes Graubrassenfilet sowie eine zarte Entenbrust zu Pastinake und Morchel zur Auswahl.

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Zum feierlichen Abschluss folgt dem Hauptgericht noch ein Dessert. Auch hier kann zwischen zwei Optionen entschieden werden, doch auch wenn die mit Erdbeeren garnierten Syrniki (eine Art gebratene Quarkteigklößchen) immer eine gute Wahl sind, sollte man doch auf die russische Cremetorte zurückgreifen. Die Süßspeise ist das optische Meisterwerk des gesamten Menüs. Statt der gewöhnlichen Tortenstückform ist dieses Backwerk den Zwiebeltürmen der bekannten Basilius-Kathedrale in Moskau nachempfunden.

Fazit

Nach insgesamt elf Gerichten bleiben nur wenig Wünsche offen, und auch die werden noch erfüllt, denn ein abschließender Kaffee, begleitet von kleinen Köstlichkeiten aus dem Bereich der Confiserie, sind im Preis des mit 13.900 Forint zu Buche schlagenden Menüs ebenso enthalten wie Wasser während des gesamten Aufenthaltes.

Das „Hungarian Sparkling Wine Lunch“ ist eine tolle Möglichkeit, sich selbst und seine Lieben am Wochenende mal so richtig zu verwöhnen. Dabei eignet es sich sowohl für ein romantisches Date, das allwöchentliche Familienmittagessen oder auch feierliche Anlässe im Freundes- und Bekanntenkreis. Auch wenn das Menü viele neue Eindrücke bietet, lässt es doch Raum für Entspannung und intime Unterhaltung. Das ist vor allem der großen Aufmerksamkeit des Personals geschuldet, das mit äußerstem Feingefühl beobachtet, wann man bereit für das nächste Gericht ist und wenig aufdringlich den Fluss der Speisen dirigiert. Reservierungen können für den Zeitraum von 12 bis 14 Uhr gemacht werden, für das umfangreiche Mahl sollten etwa anderthalb bis zwei Stunden eingeplant werden.

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Arany Kaviár

Budapest, I. Bezirk, Ostrom utca 19

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 22.30 Uhr (Die Küche ist zwischen 15 und 18 Uhr geschlossen.)

Reservierungen unter (+36-1) 201-6737 oder reservation@aranykaviar.hu

Weitere Informationen unter www.aranykaviar.hu

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